Justiz

Er hat sich mit den falschen Federn geschmückt

Huhn statt Kondor: Ein 54-Jähriger aus Meilen hat sich Ärger mit den Behörden eingehandelt, weil er Federn geschützter Vögel gekauft und zum Kauf angeboten hat.

Wenn die Federn zum Federfächer-Basteln von Hahn oder Huhn kommen ist das eigentlich kein Problem – anders sieht es hingegen aus, wenn exotischeres Federvieh dafür gerupft wird.

Wenn die Federn zum Federfächer-Basteln von Hahn oder Huhn kommen ist das eigentlich kein Problem – anders sieht es hingegen aus, wenn exotischeres Federvieh dafür gerupft wird. Bild: Reuters

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Was für ein Fund, den die Zollfahnder da gemacht haben: Uhu, Seeadler, Aguja (ein Bussard aus Südamerika), Gänsegeier und sogar ein Andenkondor. Also, Federn davon, nicht die ganzen Vögel. Ein Meilemer hatte diese illegal aus Frankreich eingeführt. Erlaubt wäre das nur mit einer Bewilligung durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, die der 54-Jährige nicht eingeholt hatte.

Der Fund wirft Fragen auf. Wozu braucht man bloss solche Federn? Das scheint ein echtes Geschäft zu sein, denn zuhause bot der Mann via Newsletter Flügel von Mäusebussarden und Schleiereulen sowie Kolkraben an. Auch diese Vögel sind jedoch in der Schweiz geschützt.

Busse kassiert

Für diese Aktionen wurde der 54-Jährige kürzlich von der Staatsanwaltschaft See/Oberland wegen Übertretung des Bundesgesetzes über den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel mit 800 Franken gebüsst. Um einen Eintrag ins Strafregister kommt er herum.

Ein Blick auf die Website seines Geschäfts offenbart den Hintergrund des Federnverkaufs. Im Online-Laden gibt es Amulette, Messer, Armbänder oder eben Federn zu kaufen. Es ist also kein blühender, illegaler Handel mit Federn geschützter Tiere. Der Mann hat die Vögel auch nicht selber um die Ecke gebracht, sondern bloss die Federn erworben. Für wenige Franken können Kunden die Federn bestellen, zum Basteln etwa.

Basteln mit Federn

Aus seinem Fehler hat der 54-Jährige offensichtlich gelernt. Es werden nur noch Federn von Tieren angeboten, die «nicht unter Artenschutz stehen und die auf natürliche Weise verstorben sind», prangt jetzt gross auf der Seite. Da muss der Kunde eben inkaufnehmen, dass die Bastelarbeit aus Federn von eher langweiligen Vögeln wie Truthahn, Hühnern, Enten oder, immerhin, Fasanen zusammengesetzt wird, statt vom stolzen Kondor. Wer nicht weiss, was er mit den Federn anfangen soll, kann beim Geschäftsinhaber einen Kurs buchen. Titel: «Binde dir deinen eigenen Federfächer».

Auch hier vergisst der Mann einen Hinweis nicht: «Es ist sehr wichtig, die Artenschutz-Bedingungen zu beachten. Erwirbst du eine Feder oder einen Fächer in einer Vogel-Auffangstation oder in einem Greifvogelpark, beachte bitte, dass Du ein Zertifikat von der Feder oder dem Fächer erhältst. Ansonsten könnte es Probleme mit den Behörden geben, die man hätte verhindern können». Er spricht natürlich aus Erfahrung.

Wie ein Blick auf die Seiten anderer Anbieter zeigt, können die Federn auch als Bestandteil von Traumfängern und ähnlichen Gegenständen genutzt werden. Neben Läden mit schamanischem und indianischem Hintergrund bieten auch Bastelgeschäfte und Baumärkte diverse Federn an. Streng legal, versteht sich.

Erstellt: 28.02.2019, 17:04 Uhr

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