Küsnacht

Emsiges Schaffen an der Seestrasse

Die Instandsetzung der Seestrasse zwischen der Einmündung Oberwachtstrasse und dem Kusenbach kommt gut voran, wie ein Augenschein auf der Baustelle zeigt.

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Der Tag verspricht sonnig heiss zu werden. So überquert ein junges Paar die Seestrasse schon früh an diesem Freitagmorgen mitten in Küsnacht mit je einem Stand-up-Paddle unter dem Arm und freut sich auf den Spass auf dem Zürichsee. Der Tag droht sonnig hiess zu werden, könnte es allerdings auch heissen, zieht man die Bauarbeiter in Betracht, denen ebenfalls mitten in Küsnacht ein weiterer Hitzetag unter körperlicher Höchstbelastung bevorsteht. Noch arbeiten sie immerhin an der schattigen Seite der Seestrasse.

«Unser Umleitungskonzept für den Verkehr hat sich bewährt.»Roman Rüegg, Projektleiter beim kantonalen Tiefbauamt

Ihr Arbeitsplatz auf der 330 Meter langen Baustelle befindet sich zurzeit im Bereich der Einmündung Kohlrainstrasse, für die während der aktuellen Bauetappe ein Fahrverbot besteht. Fussgänger müssen dort auf das seeseitige Trottoir ausweichen. «Unser Umleitungskonzept für den Verkehr hat sich bewährt», sagt Roman Rüegg, Projektleiter beim kantonalen Tiefbauamt. Die Velofahrer würden sich allerdings nicht immer an die für sie speziell ausgeschilderten Umfahrungen halten.

Keine Ruhepausen

Einzig Lastwagen haben freie Fahrt und laden Beton ab. Ein Raupenbagger verteilt die noch nicht getrocknete Mischung aus Zement, Wasser und Kiesgemisch auf Dumper, auf Vorderkipper, welche die Ladung auf holpriger Fahrt zu den Bauarbeitern transportieren, die den Beton mit Schaufeln verteilen. Ruhepausen gibt es keine. Kaum ist eine Ladung verteilt, kommt schon die nächste.

Viel Baumaterial hat sich angesammelt, so auch Rohre, die beim Kusenbach deponiert sind. «Den Beton verteilen wir auf die Rohre, welche für die Elektroleitungen gebraucht werden und am Schluss rund einen Meter unter den Boden kommen», sagt Bauleiter Luca Nicolosi von der Stäfner HTB Ingenieure AG, dem Unternehmen, das vom Kanton mit der Leitung der Bauarbeiten beauftragt worden ist. «Eine externe Bauleitung beizuziehen, wie die HTB Ingenieure AG, ist bei Sanierungen der Seestrasse im Bezirk Meilen Usanz», fügt Rüegg an. Da die Seestrasse fast ausschliesslich in besiedeltem Gebiet verläuft, ist sie nicht nur eine Verkehrsachse, sondern auch ein Träger von Werkleitungen. Sanierungen von Strassen werden deshalb immer dazu genutzt, die Werkleitungen zu ersetzen. Im Fall von Küsnacht kümmern sich die Werke am Zürichsee, denen nebst Küsnacht, auch Zollikon, Zollikerberg und Erlenbach angeschlossen sind, ums Trinkwasser, Gas, Strom und die Kommunikationsdienste – darunter sind die Kabelanschlüsse zu verstehen.

Die Aufgabenverteilung sieht im Teilstück zwischen Oberwachtstrasse und dem Kusenbach weiter vor: Der Kanton erneuert den Fahrbahnbelag, die Randsteine, die Entwässerungsleitungen, die Strassenbeleuchtung sowie die Lichtsignalanlage beim Höchhuus. Die Gemeinde Küsnacht ist als weiterer Bauherr für die Kanalisation zuständig. «Wir schaffen eng miteinander zusammen. Die Bedürfnisse und Anregungen der einzelnen Bauherrschaften wurden durch die HTB-Ingenieure zusammengetragen und zu einem Gesamtprojekt verarbeitet», hält Rüegg fest. Zu den Kosten sagt er: «Budgetiert sind insgesamt rund 3 Millionen Franken.»

Dem Zeitplan voraus

Über das Gelingen der Instandsetzung der Seestrasse in Küsnacht entscheidet nicht zuletzt die Bauunternehmung, die, was auf dem Reissbrett entstanden ist, baulich umsetzt. Die Verantwortung in Küsnacht trägt die Uetiker Firma Toller & Loher AG. Deren Personal leistet ganze Arbeit, sodass Rüegg prognostiziert: «Wir sind dem Zeitplan voraus und rechnen damit, vor Ende November, dem ursprünglich geplanten Schluss der Bauarbeiten, bereits fertig zu sein.»

Noch ist nicht Spätherbst, vielmehr steht die Sonne nun hoch am Himmel. Robin Frei, Gruppenführer der Arbeiter am Kusenbach und somit Polier genannt, nimmt es gelassen, obwohl er seit vier Stunden im Einsatz ist. «Wir arbeiten immer, auch bei 37 Grad», sagt er. Vielleicht würden sie bei solchen Temperaturen nicht mehr hundert Prozent Leistung erbringen, die Konzentration lasse aber nicht nach. «An die Hitze gewöhnt man sich schliesslich», fährt er fort und fügt noch bei: «Wir wollen für uns und für unser Bauunternehmen eine gute Visitenkarte abgeben.»

Erstellt: 13.08.2019, 09:21 Uhr

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