Küsnacht

Eltern kämpfen für Erhalt ihres Kindergartens

In Küsnacht soll ein Kindergarten geschlossen und die Kinder neu in der Schulanlage Dorf unterrichtet werden. Grund sind unter anderem kantonale Vorgaben, die Strategie der Schule und die Kosten. Doch die Eltern wehren sich.

Auch im kommenden Schuljahr werden an der Weinmanngasse Kinder in den Kindergarten gehen: Ab 2019/20 soll sich dies aber ändern.

Auch im kommenden Schuljahr werden an der Weinmanngasse Kinder in den Kindergarten gehen: Ab 2019/20 soll sich dies aber ändern. Bild: Michael Trost

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Die Vorstellung, dass ihr Kind bereits im Alter von vier Jahren das Küsnachter Dorfzentrum durchqueren muss, um zum Kindergarten zu gelangen, bereitet Rahel Fierz schlaflose Nächte. Zusammen mit anderen Müttern und Vätern sammelt sie Unterschriften gegen den Umzug des Küsnachter Kindergartens Weinmanngasse in die Schulanlage Dorf – der Schulweg würde sich dadurch erheblich verlängern und durch den Dorfkern führen.

200 Unterschriften haben die Eltern gegen die Schliessung auf das Schuljahr 2019 hin schon zusammen, wie Fierz berichtet. Der Umzug des Quartierkindergartens ist Teil einer grösseren Strategie der Schule Küsnacht, die dezentrale Gesamtschulen fördern will. «Aussenwachten und Quartierkindergärten erschweren diese Ausrichtung», steht in einem Brief an die protestierenden Eltern, der von Schulpräsidentin Danièle Glarner (FDP) und mehreren Mitgliedern der Schulverwaltung unterschrieben ist. Hintergrund der Umwälzungen beim Schulraum sind auch die steigenden Schülerzahlen und damit einhergehend der Versuch, neuen Platz zu gewinnen.

Kindergarten überbelegt

Auf Anfrage nennt Glarner noch weitere Gründe: Derzeit ist der Kindergarten mit 21 Kindern überbelegt. Ein interner Richtwert geht von 18 Kindern für die Grösse der Räumlichkeiten aus. Im Brief an die Eltern steht denn auch: «Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, hätte die Lokalität der Weinmanngasse ausgebaut werden müssen.» Da es sich um ein befristetes Mietobjekt handle, sei ein solches Ansinnen wenig zielführend.

Nicht ursächlich für das Ende des Kindergartens ist eine Kündigung vonseiten des Vermieters, wie sie im Dezember noch kolportiert wurde. Inzwischen ist klar, dass die Schule zuerst den Mietvertrag hat auslaufen lassen. Während die Behörden an einem flexiblen Mietvertrag interessiert sind, wünscht sich der Hauseigentümer aus Gründen der Planungssicherheit ein Mietverhältnis, das auf fünf Jahre ausgelegt ist.

Zum Wunsch der Eltern sagt Danièle Glarner: «Wir berücksichtigen nach Möglichkeit die Interessen einzelner Eltern oder Elterngruppen», sagt Glarner. «Massgebend sind aber immer auch die Gesamtinteressen aller Schulkinder und Schulbeteiligten und die Verantwortung für eine zeitgemässe Schulentwicklung.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.01.2018, 09:19 Uhr

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