Meilen

Einkaufszentrum könnte zu Verkehrschaos führen

Ein neues Einkaufszentrum wird der Industriebrache auf dem Beugenareal neues Leben einhauchen. Zugleich zunehmen wird der Vekehr. Wie dieser geregelt werden soll, sorgt bereits vor dem Baubeginn für Bedenken.

Auf dem Gelände der Firma Schneider in der Beugen wird ein Dienstleistungszentrum mit Fachmärkten der Migros gebaut. Die daraus resultierende Verkehrssituation wird jedoch knifflig.

Auf dem Gelände der Firma Schneider in der Beugen wird ein Dienstleistungszentrum mit Fachmärkten der Migros gebaut. Die daraus resultierende Verkehrssituation wird jedoch knifflig.

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Neu ist die Idee eines Dienstleistungszentrums auf dem Beugenareal nicht. Bereits im Frühling 2012 wurden Pläne für ein entsprechendes Grossprojekt öffentlich. Der Inhaber des Grundstücks, die Schneider Umweltservice AG, verlagerte ihren Hauptsitz in Folge weiter Richtung Uetikon. Vielmehr ist seither aber nicht passiert.

Entsprechend froh ist man bei der Firma Schneider, dass die Bauarbeiten in absehbarer Zeit losgehen dürften. «Wir sind natürlich glücklich, nach langer Planungszeit die Baubewilligung erhalten zu haben», sagt Rico Sommerhalder, stellvertretender Geschäftsführer bei der Schneider Umweltservice AG. Derzeit befindet sich die Sammelstelle Kunterbunt auf dem Beugenareal. Künftig können die Meilemer ihre Abfälle auf dem Rotholz-Areal recyclen.

Regionale Ausstrahlung

Den Zuschlag bekommen hat die Genossenschaft Migros Zürich. Beginnen werden die Bauarbeiten voraussichtlich im nächsten Jahr, heisst es bei der Medienstelle der Migros auf Anfrage. Neben einem 950 Quadratmeter grossen Supermarkt sollen auf dem Areal ein SportXX (1600 Quadratmeter), ein Do it + Garden (1350 Quadratmeter), ein Denner (450 Quadratmeter) sowie ein Activ Fitness-Studio (1200 Quaratmeter) entstehen. Zum Vergleich: Die Migros im Meilemer Zentrum hat eine Verkaufsfläche von 3450 Quadratmetern.

Das Grossprojekt wird der Industriebrache neues Leben einhauchen. Bedenken, dass am Zentrumsrand ein neues «Subzentrum» entstehen könnte, hat Hochbauvorstand Heini Bossert keine. «Wir erwarten, dass die Fachmärkte in der Beugen eine eher regionale Ausstrahlung haben, sprich dass zusätzliche Kunden angezogen werden.» Bei jedem derartigen Ladenkomplex werde ein kleines Angebot für den täglichen Bedarf eingeschlossen, was das Zentrum um den Bahnhof aber wenig beeinträchtigen werde.

Bedenken wegen Verkehr

Ausser Frage steht, dass mit dem neuen Einkaufszentrum auch der Verkehr zunehmen wird – sowohl bei den Personen- als auch bei den Lastwagen. Das ist nicht ganz unproblematisch, kommt es auf der Seestrasse doch schon jetzt regelmässig zu Stau.

Bereits im Vorfeld für Kritik sorgt die geplante Vekehrsregelung. Marcel Bussmann, Präsident des Handwerks- und Gewerbevereins, bedauert, dass der Verkehr in den Dorfkern geleitet wird. Da es sich bei der See- und Bergstrasse um Kantonsstrassen handelt, ist der Kanton für die neue Verkehrsführung zuständig.

«Die Anlieferung erfolgt über die Bergstrasse – entweder von der Seestrasse oder vom Pfannenstiel her», sagt Hochbauvorstand Bossert. Neu ist, dass die Wegfahrt der Lastwagen aus dem Beugenareal nur nach rechts in die Bergstrasse erfolgen darf – Linksabbiegen wird verboten. Der kürzeste Weg in die Seestrasse führt deshalb über die Dorf- und Rosengartenstrasse. Laut Bossert sei es nicht vorgesehen, die Alte Bergstrasse wieder zu öffnen.

Damit wird der Lastwagenverkehr auf der Dorfstrasse in Richtung Dorfkern geleitet. Das gleiche Wegfahrregime gilt für die Autos auf den Aussenparkplätzen. Der Grossteil der Kundenparkplätze soll sich aber in der Tiefgarage befinden. Deren Ausfahrt ist direkt auf die Seestrasse geplant.

Gemeinde anderer Meinung

Zugleich will der Gemeinderat den Vekehr auf der Dorfstrasse weiter beruhigen – insbesondere zwischen der Burg- und Bahnhofstrasse, wie aus dem Interview im Meilener Anzeiger hervorgeht. Ob die Rechnung aufgehen wird, scheint fraglich. «Die Gemeinde hätte ein Verkehrsregime bevorzugt, wie es bereits heute für die Sammelstelle Kunterbunt angewendet wird», sagt Heini Bossert auf Anfrage der ZSZ. «Die dafür zuständige Kantonspolizei hat dies aber als nicht bewilligungsfähig eingestuft.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.02.2018, 17:38 Uhr

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