Stäfa

Eine verschobene Bushaltestelle sorgt für Verwunderung

Im Stäfner Ortsteil Kehlhof ist eine Bushaltestelle ohne Erklärung um einige Meter verschoben worden. Dort, wo das Wartehäuschen steht, hält jetzt kein Bus mehr. Das hat bei Ortsansässigen Stirnrunzeln ausgelöst.

Die Bushaltestelle im Kehlhof ist um wenige Meter Richtung Rapperswil verschoben worden.

Die Bushaltestelle im Kehlhof ist um wenige Meter Richtung Rapperswil verschoben worden. Bild: Moritz Hager

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein paradoxes Bild offenbart sich Verkehrsteilnehmern, die derzeit im Stäfner Kehlhof auf der Seestrasse unterwegs sind. Die seeseitige Bushaltestelle bei der Villa Sunneschy ist um einige Schritte Richtung Rapperswil verschoben worden. Seit einigen Tagen weist bei der bisherigen Haltestelle mit gelbem Wartehäuschen und Einbuchtung eine Informationstafel daraufhin, dass der Bus nicht mehr hier hält, sondern 50 Meter weiter vorn. Dort steht dann eine weitere Tafel, welche die neue Haltestelle signalisiert. Auf dem Strassenbelag ist sie bereits mit gelber Farbe eingezeichnet. Wer derzeit im Schneegestöber oder Regen auf den Bus wartet, wird nun entweder nass oder aber er bleibt im schützenden Wartehäuschen, bis der Bus heranfährt und spurtet dann zur neuen Haltestelle.

Über die Gründe für das eigenartig anmutende Verschiebemanöver erfahren Buspassagiere vor Ort nichts. Auf den Hinweistafeln heisst es lapidar, die Haltestelle sei «bis auf weiteres» verschoben worden. Wie ist das zu deuten? Die Frage beschäftigte auch einen Leser der ZSZ, der sich an die Redaktion wandte.

Viele brenzlige Situationen

Bedient wird die Haltestelle von der Buslinie 952, die zwischen den Bahnhöfen Stäfa und Ürikon verkehrt. Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland haben mit der Änderung aber nichts zu tun. «Die Bushaltestelle wurde nicht auf Anregung der VZO verschoben», teilt Direktor Werner Trachsel auf Anfrage mit. Auslöser sei ein Hinweis aus der Bevölkerung an die Gemeinde Stäfa gewesen. Die Verkehrssicherheit sei bemängelt worden, da der Fussgängerstreifen unmittelbar vor der Haltestelle liege. «Aussteigende Fahrgäste, die anschliessend die Fahrbahn über den vor dem Bus liegenden Fussgängerstreifen querten, wurden von den Autofahrern nicht gesehen.»

«Zu einem Unfall kam es dort unseres Wissens bisher nicht, aber zu diversen brenzligen Situationen.»Thomas Maag von der Kommunikationsstelle der Baudirektion

Zuständig für die Seestrasse ist der Kanton. «Zu einem Unfall kam es dort unseres Wissens bisher nicht, aber zu diversen brenzligen Situationen – so auch unmittelbar bei der Begehung der Vertreter von VZO, Gemeinde und Kanton», sagt Thomas Maag von der Kommunikationsstelle der Baudirektion. Fussgängerstreifen in unmittelbarer Nähe einer Bushaltestelle seien zwar nicht gefährlich, sondern wünschenswert - aber nur, wenn sich der Fussgängerstreifen mit einer Mittelinsel hinter dem Bus befinde. «So sind die Fussgänger für die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer gut sichtbar.»

Im Stäfner Kehlhof ist dies nicht der Fall: Der Fussgängerstreifen befindet sich in Fahrtrichtung gesehen nicht hinter, sondern vor der Haltestelle, und dies seit Jahren. Aktiv geworden sind die Behörden aber erst jetzt. Allerdings ist die Haltestelle nur provisorisch verschoben worden. «Das Verschieben der Bushaltestelle ist keine definitive Massnahme, sondern eine Sofortmassnahme im Sinne der Sicherheit» sagt Maag.

Streit um Tempolimit

Das wiederum hat einen anderen Grund, der weit zurückreicht. Anwohner fordern auf der Seestrasse schon lange eine Temporeduktion. Statt Tempo 60 soll aus ihrer Sicht Tempo 30 gelten. Sie erhoffen sich davon weniger Lärm. Zunächst sind die Anwohner mit dieser Forderung allerdings auf wenig Gehör gestossen. Vor dem Baurekursgericht haben sie dann aber einen Teilsieg errungen: Dieses wies nämlich den Kanton an, er müsse prüfen, inwieweit die Einführung von Tempo 30 den Strassenlärm reduzieren könnte.

«Erst wenn geklärt ist, wie schnell man auf diesem Abschnitt inskünftig fahren darf, kann das Betriebs- und Gestaltungskonzept definitiv ausgearbeitet und umgesetzt werden», sagt Maag. Das Konzept regelt unter anderem den definitiven Standort der Bushaltestelle. Passagiere müssen sich deshalb wohl noch eine Weile mit der provisorischen Haltestelle begnügen - «bis auf weiteres».

Erstellt: 01.02.2019, 15:24 Uhr

Artikel zum Thema

Kanton muss in Stäfa Tempo 30 auf der Seestrasse prüfen

Stäfa In Stäfa kämpfen Anwohner seit Jahren für eine Temporeduktion auf der Seestrasse. Ihr Rekurs beim Baurekursgericht hat nun gefruchtet: Der Kanton muss prüfen, ob Tempo 50 oder Tempo 30 den Stäfnern eine Lärmreduktion bringen. Mehr...

Zwei Kantonsräte befürchten Tempo-30-Zonen auf der Seestrasse

Stäfa Nach einem Urteil des Baurekursgerichtes prüft der Kanton eine Tempo-30-Zone in Stäfa auf der Seestrasse. Zwei Kantonsräte aus dem Bezirk Meilen wollen nun vom Regierungsrat wissen, wie er zu Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsachsen steht. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben