Männedorf/Stäfa

Eine Uraufführung mit Jazzimpressionen

Die Zürcher Jazzsängerin Allegra Zumsteg hat eigens für die Singfrauen den Liederzyklus «Patchwork» geschrieben. Chor und Songwriterin treten mit einer Liveband erstmals am Samstag in Männedorf auf.

Allegra Zumsteg prägt mit ihren Songs die bevorstehende Uraufführung der Singfrauen.

Allegra Zumsteg prägt mit ihren Songs die bevorstehende Uraufführung der Singfrauen. Bild: Manuela Matt

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Die Singfrauen gibt es zwar schon seit 1929. Doch die aktuell 30 Sängerinnen sind stets offen für Neues, was die Musikprojekte angeht. So haben sie vor zwei Jahren einen Stummfilm präsentiert, für den sie die stimmliche Klangkulisse übernommen hatten.Und nun gibt es also wieder ein unorthodoxes Projekt. Angefeuert dazu werden die Singfrauen nicht zuletzt von der Chorleiterin Dela Hüttner, die den singenden Frauen seit 2010 vorsteht.

«Mit Jazz haben wir uns schon einmal befasst, doch diesmal hat es mich gereizt, eine junge Frau aus dieser Sparte zu berücksichtigen», begründet Hüttner die Wahl von Allegra Zumsteg. Die 29-jährige Zürcher Jazzmusikerin mit amerikanischen Wurzeln war sogleich bereit, am Projekt mitzuwirken, zumal ihr Lebenspartner und Pianist Thomas Goralski den Singfrauen bereits für den Stummfilm die Musik komponiert hatte.

Erstmals mit einem Chor

Allegra Zumsteg hat für das Konzert mit den Singfrauen ein Dutzend Lieder geschrieben, von denen der Grossteil Neukompositionen und auf den Chor zugeschnitten sind. Sie hat schon für Quartette komponiert, doch die Arbeit mit einem Chor sei so, «als hätte ich eine Bläsersektion, Hintergrundsänger und ein ganzes Orchester auf einmal zur Verfügung». Am Montagabend anlässlich der Probe im Männedörfler Gemeindesaal versucht die Sängerin, ihre Begeisterung in Worte zu fassen: «Dass mir so viele individuelle Stimmen zur Verfügung stehen, die ich zu einem unverwechselbaren Chorklang vereinen kann, ist für mich ganz neu.»

Ihre Texte und Melodien hat Thomas Goralski nicht nur für die Chorstimmen arrangiert, sondern auch die Noten geliefert für seinen Part am Klavier, für Stefanie Kunckler am E-Kontrabass und den Schlagzeuger Samir Böhringer. Zu Dritt sind sie die Liveband, die mal als Hauptmelodieträger, mal dezent im Hintergrund spielt. Allegra Zumsteg selber wird am Konzert ebenfalls zu hören sein und ihre Songs sowohl solistisch als auch in Begleitung der Singfrauen vortragen.

Geschmeidige Stimme

Nach Lockerungsübungen und dem Einstimmen sind die Singfrauen bereit für den ersten Song «Collector of Hearts». Das schwungvolle Lied gehört ganz ihnen, die Musiker umrahmen den gefühlvollen Text über einen Herzensbrecher, ohne den Gesang zu verdrängen. Für das nächste Lied tritt Allegra Zumsteg auf die Bühne und erzählt singend von leeren Seiten, die sie dank göttlicher Eingebung mit Textzeilen füllt. Ihre Stimme ist fest und geschmeidig zugleich und voller Klangfarben, die der Chor als Echo weiter trägt.

Die Songwriterin spielt mit Rhythmus und Harmonien, sie sind der Klangteppich, auf dem sie Bilder und Geschichten entstehen lässt. Es sind Geschichten aus der Fülle eines ganzen Lebens, aber auch verträumte Visionen, denen sie nachhängt. Sie nennt die Lieder «Patchwork», weil sie zusammen das Leben ausmachen.

Die Band lässt in ihren Interpretationen neben dem Jazz auch Einflüsse aus Pop, Soul und Blues zu, so dass die Melodien mal traditionell swingend, mal mitreissend poppig und auch mal als lyrische Balladen daher kommen. In «Seasons» erlaubt die Solistin jedem Musiker eine kurze Soloeinlage. Das «Will You Carry Me Through» ist ein sanfter Song, den Thomas Goralski einfühlsam am Klavier unterstreicht.

«Slow Down» fängt friedlich an, um in einen umso fetzigeren Sound überzugehen, dem der Chor als Backvoices gewachsen ist. Die Schmetterlinge im Bauch, von denen sich Allegra Zumsteg in einem swingenden Liebeslied forttragen lassen, haben Drive und einen herrlichen Groove. Und das Klaviersolo, das Goralski in diesem Song auf die Tasten schmettert, zeugt von grossartiger Virtuosität.

Samstag, 19. Januar, 20 Uhr, Gemeindesaal Männedorf, sowie Sonntag, 20. Januar, 17 Uhr, Kulturkarussell Rössli, Stäfa. Türöffnung und Bar jeweils eine Stunde vorher.

Erstellt: 15.01.2019, 15:16 Uhr

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