Feldmeilen

Eine neue Brücke für den Bahnverkehr

Die SBB haben am Wochenende in Feldmeilen eine 60 Tonnen schwere Hilfsbrücke erstellt. Sie ist Teil des Projekts für das Wendegleis beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen, das die Einführung der Linie S20 ermöglicht.

Ein spannender Moment: Die Arbeiter beobachten, wie der Gleisbaukran eines der beiden Brückenelemente über die Lücke schiebt.

Ein spannender Moment: Die Arbeiter beobachten, wie der Gleisbaukran eines der beiden Brückenelemente über die Lücke schiebt. Bild: Manuela Matt

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Der Kranführer manövriert die Hilfsbrücke vorsichtig in die Lücke, die zwischenzeitlich in der Bahnlinie am rechten Zürichseeufer klafft. Von der ehemaligen Unterführung an der Bodenackerstrasse und beim Feldgüetliweg sind nur noch Trümmer übrig. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde sie abgerissen.

Grund dafür sind die Arbeiten für das neue Wendegleis beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen. Auf diesem soll künftig jeweils die S16 abgestellt werden, bevor sie wieder ihre Rückreise nach Zürich antritt. Das zusätzliche Gleis ermöglicht es, dass zu den Spitzenzeiten eine weitere S-Bahnlinie durch den Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen verkehrt. die neue S20, die von Stäfa nach Zürich fährt, mit Halten in Männedorf, Meilen, Küsnacht, Stadelhofen und Hauptbahnhof. Im Juni 2019 soll diese Linie in Betrieb gehen. Bis zu diesem Termin wird in Feldmeilen gebaut.

Die Funken stieben: Die Schiene wird auf die richtige Länge geschnitten. Bild: Manuela Matt.

Lärmige Arbeiten in der Nacht

Am vergangenen Wochenende waren die Arbeiten besonders intensiv. Bis zu 50 Bauarbeiter sind im Dreischichtbetrieb im Einsatz. Die neue Brücke braucht es deshalb, weil sich der Schienenverlauf leicht ändert. «Die bisherige Unterführung hätte ihre Lebenszeit aber ohnehin bald erreicht», sagt Oberbauleiter Pascal Aerni. Dass sie mitten in der Nacht abgerissen wurde, die lärmige Arbeit zur Schlafenszeit stattfand, sei aufgrund des Zeitplans nicht anders möglich gewesen. «Das war sicher unangenehm für die Anwohner», räumt Aerni ein, er fügt aber an: «Wie immer informieren wir aber die Anwohner rechtzeitig, damit sie wissen, was auf sie zukommt.».»

Jetzt, am Samstagmittag, ist es ruhiger. Der Gleisbaukran setzt das erste der beiden Brückenelemente sanft auf den Sockel. Jedes ist rund 30 Tonnenschwer, hat also das Gewicht von sechs ausgewachsenen Afrikanischen Elefanten.

Die Schiene ist bereits in der Brücke montiert. Bevor sie aber mit jener auf dem Bahntrassee verschweisst werden kann, muss sie auf die richtige Länge zugeschnitten werden. Funken stieben. Anschliessend wird das Brückenelement nochmals justiert, um alles genau einzupassen. Dann wiederholt sich das Prozedere für das zweite Brückenelement.

Augenmass ist gefragt: Ein Arbeiter prüft, ob die Schiene richtig liegt. Bild: Manuela Matt.

Gleise wurden verschoben

Die Hilfsbrücke ist nur als Übergangslösung gedacht. Bis im Herbst stellt sie Bahnverkehr sicherstellen, dann wird sie wieder demontiert. Unter ihr wird in der Zwischenzeit die eigentliche Unterführung aus Stahlbeton erstellt, die unwesentlich tiefer liegen wird als die heutigen Stahlträger.

Die Brücke an der Bodenackerstrasse ist nur ein Puzzleteil im 30 Millionen Franken teuren Projekt. Um Platz zu schaffen für das neue Wendegleis ist über das Wochenende auch ein rund 300 Meter langes Gleisstück bei der Rebbergstrasse verschwenkt worden, wie es im Fachjargon heisst. Die Arbeiter haben also einen Teil der Gleise verschoben. «Wir haben 15 Stück à 20 Meter herausgeschnitten», sagt Oberbauleiter Aerni.

Nun werden die Gleisjoche wieder verlegt und verschweisst. Bis heute Morgen werden alle Funken verflogen sein, und auch der Staub, den die Arbeiten im Trassee aufgewirbelt haben, wird sich bis dann wieder gelegt haben: Denn um fünf Uhr Morgen soll die S-Bahn ihren Betrieb wieder aufnehmen – nach einer 55-stündigen Operation am offenen Herzen der Bahnlinie.

Erstellt: 29.04.2018, 15:13 Uhr

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