Männedorf

Eine Doppelhelix lädt zum Spielen ein

Direkt am See in Männedorf ist eine neue Holzskulptur aufgebaut worden. Ein identisches Objekt steht im norwegischen Oslo.

Die Holzskulptur Climbslide wurde am Mittwochmorgen aufgebaut.
Video: Martin Steinegger

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Hunde sind wie Kinder: Wasser und Schnee verzücken sie. Trifft die Gemeinsamkeit auch auf Spielgeräte zu, dann hat Männedorfs neue Holzskulptur den ersten Praxistest bestanden: Die beiden Hunde zweier Passantinnen nehmen die Climbslide, wie das Objekt heisst, freudig in Beschlag und klettern darauf herum.

Eine Stunde zuvor liegt das Objekt am Mittwoch-Morgen noch auf der Ladefläche des Lastwagens, der sich seinen Weg über die Wiese bei der Pfruenderhaab zwischen dem Jugendhaus und dem Fischerhüsli in Männedorf bahnt. Mit etwas Fantasie lässt sich erahnen, wie die Climbslide fertig montiert aussehen wird. Jetzt besteht sie noch aus drei Einzelteilen.

Geschaffen wurde die Climbslide vom in der Schweiz wohnhaften polnischen Künstler Norbert Roztocki. Sämtliche Holzobjekte seiner Firma Moveart sind aus einer einzigen Form hervorgegangen – der sogenannten Doppelhelix, die als DNA-Kette allem Leben zugrunde liegt.

Robustes Holz

Seitens der Gemeinde anwesend ist Natalie Vescoli aus dem Fachbereich Jugend und Familie. «Das Holz hat eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren», sagt sie. Kai Falke von der Firma Moveart preist ebenfalls das Material: «Das Holz ist sehr feinfasrig, weshalb man sich keine Splitter zuzieht, wenn man sich draufsetzt.»

Das gleiche Holz, es nennt sich Accoya und stammt aus Norwegen, werde auch für den Bau der Grachten in Amsterdam verwendet. Es sei 100 Prozent ökologisch und nachhaltig. «Die Climbslide soll zum Verweilen und Spielen einladen», sagt Vescoli. Weltweit gibt es aktuell nur ein installiertes identisches Exemplar. Dieses steht im Hafen des norwegischen Oslo.

So sieht die fast fertig montierte Holzskulptur Climbslide in Männedorf aus. Foto: Moritz Hager

Der Lastwagen ist nun sicher parkiert, seine Stützen sind ausgefahren. Am ersten der drei Teile werden Gurten angelegt. Vorsichtig hievt der Fahrer des Kranauslegers seine Fracht per Fernbedienung in die Höhe. Zu viert bugsieren die Männer das Stück Holz an seinen Platz. Fünf Betonfundamente zeigen ihnen, wo die Stütze hinmuss. Der Chauffeur senkt das Element ab, gemeinsam justieren es seine Helfer, so dass einer von ihnen es am Fundament festschrauben kann. Geschafft. Teil eins von drei ist montiert.

Es folgen Teil zwei und drei. Nun ist Genauigkeit gefragt: Es gilt Zapfen in Schienen zu führen, mit denen die Einzelteile fest ineinander verankert werden. Nach einigem Hin- und Her-, Rauf und Runter ist die Climbslide fertig zusammenmontiert, die Zapfen passen millimetergenau. Festgeschraubt wird sie vorerst noch nicht mit allen Schrauben, denn: «Wir schauen, wie sie sich an dem Standort bewährt», sagt Natalie Vescoli. «Ob sie hier stehen bleibt, entscheiden wir in einem Jahr.»

1200 Kilo schwer

Möglich wurde die Anschaffung des Holzobjekts dank einer Schenkung der verstorbenen Männedörflerin Verena Engeler. In ihrem Nachlass hat sie vermerkt, dass ein Betrag von 147'000 Franken für Spielplätze- und Objekte eingesetzt werden soll. Die erste Anschaffung ist die 1200 Kilo schwere Climbslide. Sie hat mit Montage rund 35'000 Franken gekostet.

Am Donnerstagabend lädt der Gemeinderat Kinder und Erwachsene zur offiziellen Einweihung der Climbslide ein. Dann wird sich zeigen, ob Hunde und Kinder tatsächlich vieles gemeinsam haben – und letztere gleich begeistert auf der Spielskulptur rumturnen werden.

Eröffnung der Climbslide am Donnerstag, 18. Juli, von 16.30 bis 18 Uhr bei der Pfruenderhaab in Männedorf.

Erstellt: 17.07.2019, 15:21 Uhr

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