Stäfa

Einblicke in eine aktive und attraktive Kunstszene

Die siebte Ausgabe der Stäfner Kunstage Stäfart ist vorbei. Neben alten Gesichtern gabs heuer auch interessante Neuentdeckungen.

Ursula Rentsch vor setzt auf farbintensive Bilder mit klaren Linien.

Ursula Rentsch vor setzt auf farbintensive Bilder mit klaren Linien. Bild: Michael Trost

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Rosa Zürcher empfängt am Ort des Geschehens. Ihr Atelier Rosarot im ehemaligen Mettler-Industrieareal ist ein Sammelsurium von Alltagsgegenständen, die sie zu witzigen Gegenständen und Bildern verwandelt, wobei die ausgefallenen Kleidungsstücke der Hingucker sind.

Das trägerlose Top etwa besteht aus lauter Gummihandschuhen und das dazu passende Röckchen aus Abwaschlappen – was denn sonst. Das Schuppenkleid ist aus lauter Rahmdeckelchen zusammengenäht und das weisse Oberteil aus Plastik-Joghurtdeckeln. In einem Kübel lagern unzählige drahtige Korkenhalter von Sektflaschen: «Die warten nur noch auf einen kreativen Funken von mir», meint sie mit einem Augenzwinkern.

Filigrane Gestalten

Pascal Pullis Werkstätte ist das Kellergeschoss seines Wohnhauses mitten im Dorfkern. Seine an eine Gottheit erinnernde Figur hat er aus Gips modelliert und mit roter Erde aus dem süditalienischen Lecce, woher sein Vater stammt, überzogen. Die filigranen Gestalten, auf einer horizontalen Stange platziert, hat er mit feinem Zement übergossen, so dass sie auf der Wand ein gespenstisches Schattenspiel verursachen. Der Steinbildhauer macht bereits zum dritten Mal an der Stäfart mit, offenbart aber erstmals mit seinen schmalen Skulpturen sein Vorbild Giacometti.

Zum ersten Mal dabei ist Piroska Schlag, die zum ersten Mal Werke aus ihrer zehnjährigen Schaffensperiode öffentlich präsentiert. Das Foyer des Gemeindehauses stellt sich als idealer Ort für die grossformatigen Bilder heraus. Als Grundmuster ihrer geometrischen Formen verwendet die Ürikerin Romben und Rauten, die sie so ineinander verwebt, dass daraus komplexe Flächen entstehen, die sie dann mit Farbstiften minutiös ausfüllt. Eine akribische Arbeit mit einer frappanten Wirkung, die einer Farbmeditation gleichkommt.

Kräftige Farben

Anita Holenstein gehört zu jenen Kunstschaffenden, die nicht in Stäfa wohnen, aber wegen ihres Ateliers in der Gemeinde an den Kulturtagen teilnehmen dürfen. Das Atelier der Oetwilerin befindet sich an der Seestrasse, wo Holensteins surreale Acrylbilder in kräftigen Farben entstehen. Daneben knetet sie aus Ton Figuren, die sie ebenfalls mit Acryl bemalt.

Farbintensiv, aber mit ganz klaren Linien reduziert Ursula Rentsch ihre Landschaften aufs Wesentliche. Als Beispiel: Ein Bild besteht aus einem Himmel in hellem Orange, den unteren Bildteil füllt ein kräftiges Orangerot. Dazwischen nur ein Strich, ein Haus neben einer Pinie. Doch das Bild lebt und fesselt gerade wegen der mutigen Farbgebung.

Diese plakativen Bilder, deren Ansichten die freischaffende Künstlerin zunächst im Freien auf dem Malhocker sitzend festhält, erhalten erst im Atelier in Männedorf den letzten Schliff. Zu sehen waren sie im Alterszentrum Lanzeln, das auch wegen den lustigen Holzfiguren – im Rollstuhl und am Rollator – von Richi Merk viele Besucher anzog.

Fotografisch dokumentiert

Damit haben wir nur einige der über 20 Ausstellenden näher vorgestellt. Alle beteiligten Künstler hat aber Gabriele Saputelli während der Dauer der diesjährigen Stäfart sozusagen als rasender Fotograf per Video an den betreffenden Ausstellungsorten aufgenommen. Trotz des Dauerregens am Wochenende, der dem Anlass aber in keiner Weise beeinträchtigt hat.

Saputelli, der mit seiner Kunst diesmal nicht mitmachte, hat im Einverständnis mit dem organisierenden Verein Stäfart dafür gesorgt, dass die Kulturtage 2016 erstmals fotografisch und filmisch dokumentiert wurden.

www.staefart.ch ()

Erstellt: 06.11.2016, 16:18 Uhr

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