Küsnacht

Ein zweites Leben für einen Adventskalender

Im Dezember dienten 24 Weinkisten im Schaufenster der Küsnachter Ateliergemeinschaft Barbella als Adventskalender. Am Samstag können Interessierte nun die Kunstwerke ersteigern.

Ein Kunstwerk kommt unter den Hammer: Bis am Samstag sollen alle Kisten einen Käufer gefunden haben.

Ein Kunstwerk kommt unter den Hammer: Bis am Samstag sollen alle Kisten einen Käufer gefunden haben. Bild: Sabine Rock

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Sie sind etwa 30 auf 25 Zentimeter gross, die ausgedienten Weinkisten. Und sie wurden von 24 kreativen Personen aus und um Küsnacht individuell mit Leben ausgefüllt. Eri Székelys Werk etwa zeigt farbige und zu einem Haufen zusammengetragene Glas- und Kera­mikstücke, darüber schwebt eine Wolke aus Wattenbausch.

Carmen Rothmayr hat ihr Kistchen mit rotem Samt überzogen und darin auf lauter getrockneten Rosenblüten einen Froschkönig platziert. Maya Schnurrenberger hat mehrere Kartonschichten in Form und Farbe von Eiszapfen hin­ter­einander aufgereiht und schafft mit dieser aufwendigen Konstruktion eine faszinierende Tiefenwirkung, zumal sie ihr Werk raffiniert ausleuchtet.

Anfänglich verschlossen

Simpler, doch nicht minder effekt­voll, sind da die glitzernden und ebenfalls mit Lichtgirlanden dekorierten Tannenbäumchen von Seraina Hearing. Das Thema der Drei Könige hat sich Regula Ziegler mit Recyclingmaterial angenommen, und für den 6. Dezember hat Sonja Gross einen schmucken Sami­chlaus aus Keramik inmitten eines Papierwaldes hingestellt.

Die Initiative zu diesem etwas ungewohnten Adventskalender hat Mariska Wieland ergriffen. Die gebürtige Holländerin lebt seit 2007 mit ihrer Familie in Küsnacht und sprüht nur so vor Ideen. Mit ihrer Flechtkunst, die von Taschen bis zu Vogelfutternestern reicht, sowie Dekorationsobjekten aus Naturmaterialien hat sich die 53-Jäh­rige einen Namen gemacht und gehört seit knapp einem Jahr zur Atelier­ge­mein­schaft Barbella, wo sie ihre Werke verkauft.

In deren Schaufenster im roten Haus an der Unteren Heslibachstrasse hat sie die anfänglich verschlossenen Weinkisten zu einem Tannenbaum aufgetürmt. Was sich darin verbarg, offenbarte sich den Passanten mit jedem Tag bis zum 24. Dezember. Nicht mal Wie­land wusste, wie die Macher ihre Kisten ausgefüllt hatten.

«Die Idee dieses Adventskalenders war es, den Leuten eine Freude zu machen und ihre Neugierde zu wecken, aber auch kreatives Schaffen ins Dorfzentrum zu brin­gen», begründet Wieland ihr Engagement. Da sie schon Märkte und allerhand kreative Projekte auf die Beine gestellt hat, kannte sie eine Menge Leute. Sie hat dieses Umfeld animiert mitzumachen. Zu den Gestaltenden gehören Hausfrauen und Berufsmänner genauso wie eine Goldschmiedin, eine Werbefachfrau, eine Künstlerin und eine 14-Jährige. Allen gemein ist die geballte Ladung an Kreativität.

Für einen guten Zweck

Von Anfang an klar war Mariska Wieland, dass sie Kisten nach der Adventszeit versteigern und sie so zu einem zweiten Leben zu­führen wollte. Der Erlös soll der sucht­therapeutischen Einrichtung Freihof Küsnacht zugutekommen. Interessierte können bis Samstag, 12. Januar, ihre Lieblingskiste ersteigern, indem sie ihr Ersteigerungsgebot bei Barbella hinterlassen. Mariska Wieland wird bis zu diesem Datum die eingegangenen Gebote sortieren, die Meistbietenden erküren und ab 16 Uhr die Versteigerungsresultate den Bietenden bei Glühwein­ und Marroni bekannt geben

Samstag, 12. Januar, ab 16 Uhr im Atelier Barbella an der Unteren Heslibach­strasse 19 in Küsnacht. Die Weinkisten können angeschaut werden auf www.pinnula.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.01.2019, 11:51 Uhr

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