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Ein schöner Schwumm von Ufer zu Ufer

Den Zürichsee schwimmend zu überqueren, gehört zu den beliebtesten sportlichen Aktivitäten in der Region. Die Strecke von Männedorf nach Wädenswil lockte 597 Teilnehmer ins angenehm warme Nass.

Die Seeüberquerung Männedorf–Wädenswil ist nicht nur die älteste Traversierung in der Region, sondern mit ihren 2,6 Kilometern auch die längste.
Die Seeüberquerung Männedorf–Wädenswil ist nicht nur die älteste Traversierung in der Region, sondern mit ihren 2,6 Kilometern auch die längste.
André Springer
Die Strecke, die es zu bewältigen gilt, ist vom Zielort aus gut zu sehen. Sie führt zwischen weit auseinanderliegenden Bojen schnurgerade über den See.
Die Strecke, die es zu bewältigen gilt, ist vom Zielort aus gut zu sehen. Sie führt zwischen weit auseinanderliegenden Bojen schnurgerade über den See.
André Springer
Die Seeüberquerung Männedorf–Wädenswil ist nicht nur die älteste Traversierung in der Region, sondern mit ihren 2,6 Kilometern auch die längste.
Die Seeüberquerung Männedorf–Wädenswil ist nicht nur die älteste Traversierung in der Region, sondern mit ihren 2,6 Kilometern auch die längste.
André Springer
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Am Sonntagmorgen um acht Uhr finden sich die Hobbyschwimmer in Scharen im Wädenswiler Strandbad Rietliau zur Seeüberquerung von Männedorf nach Wädenswil ein. Die meisten haben die Badesachen noch in Taschen verpackt, andere tragen Neoprenanzüge, wie sie auch Taucher und Surfer verwenden, ein paar verzichten auf jeglichen Ballast und machen ihre Aufwartung im Bikini und in Badehose. Alle füllen einen Talon aus und melden sich damit offiziell für die 61. Auflage der ältesten und mit der Schwimmstrecke von 2,6 Kilometern längsten Seetraversierung der Region an.

Zum Start bei der Schiffsstation in Männedorf führt die Bootsfahrt mit der MS Etzel, ein Schiff, das die gleichnamige Genossenschaft vermietet. «Extrafahrt» vermerkt ein Schild. Artig gehen die Schwimmerinnen und Schwimmer in Einerkolonne an Bord. Ein Besatzungsmitglied schaut nach dem Rechten und tippt jeden Neuankömmling auf einem Taschenrechner ein. «Jetzt sind wir voll», sagt er, als immer noch ein paar Nachzügler auf dem Schiffssteg stehen. Sie müssen sich noch gedulden. Die MS Etzel wird zurückkehren und auch sie zum Start abholen. «Macht nichts, wir warten gerne», heisst es aus den Reihen der trotz der Wartezeit weiterhin gut gelaunten Volkssportler.

Optimisten gewinnen Wette

Die Strecke, die es zu bewältigen gilt, ist vom Zielort aus gut zu sehen. Sie führt zwischen weit auseinanderliegenden Bojen schnurgerade über den See. Rund 30 kleinere Schiffe stehen Spalier. Es sind Boote, auf denen Vereinsmitglieder der Sektion Wädenswil der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft, des Organisators der Seeüberquerung, für die Sicherheit der Teilnehmer verantwortlich sind. OK-Präsident Roger Kälin ist guter Dinge. Er hat hochgerechnet, dass mehr als 300 Teilnehmer sich in Wädenswil eingeschrieben haben und rechnet mit einer ähnlichen Anzahl aus Männedorf. «Das ist erfreulich», stellt er fest. Denn eine Zeit lang sah es wegen der schlechten Wetterprognose nicht nach einer Beteiligung in dieser Grössenordnung aus, ja musste mit einer Absage gerechnet werden.

Doch nun hinterliess die Kaltfront in der Nacht auf Samstag keine widrigen Umstände. Der See lädt mit 23 Grad Celsius immer noch zum Bade, das Wasser ist ruhig, und die Aussentemperaturen klettern ebenfalls über 20 Grad, was zu den idealen Bedingungen beiträgt. «Im Vorfeld haben wir vereinsintern um ein Nachtessen gewettet», sagt Kälin. «Wer auf viele Teilnehmer setzte, hat gewonnen.» Seiner Meinung nach wird der Organisator dank den Sponsoren bei einem Budget im mittleren fünfstelligen Bereich eine schwarze Null schreiben. Wer Werbung bei einer Seeüberquerung betreibt, investiert in der Regel richtig. Immer mehr Sportler und Sportlerinnen reizt es, eine lange, gut gesicherte Strecke zu schwimmen.

Viel Applaus für Männedörfler

Kurz nach 9 Uhr ertönt im Ziel­gelände viel Applaus. Als Erster steigt Gabriele Perez aus dem Wasser. Mehr Anklang findet die Leistung des Bauingenieurs aus Männedorf nicht. Am Breitensportanlass wird keine Rangliste erstellt, es gibt keine Pokale, geschweige denn Preisgelder abzuholen. Marisa Bruderer aus Winterthur ist die schnellste Crawlerin. Sie stellt dem Organisator ein prima Zeugnis aus. «Es wurde sehr gut informiert, und es gab nirgends ein Gedränge.»

In kurzen Abständen schwimmen jetzt die nächsten Teilnehmer ins Ziel. Auch sie werden beklatscht und eilen mit sportlichem Elan aus dem Wasser. «Das war ein schöner Morgenschwumm», sagt einer zu seinem Mitschwimmer. OK-Präsident Kälin wird nun die offizielle Teilnehmerzahl mitgeteilt. Es sind deren 597. «Das ist wirklich erfreulich.»

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