Oetwil

Ein Oetwiler und sein Traum von einer Karriere als Rennfahrer

Gustavo Xavier hat sich an seinem 21. Geburtstag gleich selbst das grösste Geschenk gemacht: Zur Feier des Tages kam der Oetwiler zu seinem ersten Einsatz als Rennfahrer. Motorsportbegeistert ist er von klein auf.

Auf den Spuren Sennas: Gustavo Xavier (21) träumt von einer Karriere als Rennfahrer. Auf dem Nürburgring trug er einen Helm mit einem Design, das seinem grossen Idol, dem Brasilianischen Rennfahrer Ayrton Senna, gewidmet ist.

Auf den Spuren Sennas: Gustavo Xavier (21) träumt von einer Karriere als Rennfahrer. Auf dem Nürburgring trug er einen Helm mit einem Design, das seinem grossen Idol, dem Brasilianischen Rennfahrer Ayrton Senna, gewidmet ist. Bild: Sabine Rock

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Auf den privaten Parkplätzen vor der Häuserreihe in Oetwil steht ein Cabriolet. Der flotte Schlitten gehört Gustavo Xavier. Der kaufmännische Angestellte eines renommierten Prüfungs- und Beratungsunternehmens unternimmt im Zweisitzer auch mal längere Fahrten. Eine Reise führte kürzlich nach Deutschland, zum Nürburgring.

Auf der Rennstrecke, deren Betreiber auf eine Rückkehr in die Formel 1 hoffen, ging für ihn schon mal ein Traum in Erfüllung. Er bestritt sein erstes Rennen als Autofahrer in der TCR-Germany-Tourenwagenserie. TCR steht für Touring Car Championship. Der erste von zwei Läufen fand am 5. August statt, am Tag, an dem er seinen 21. Geburtstag feierte. «Ein schöneres Geschenk als dieses Erlebnis gab es für mich nicht.»

Glücksgefühle erlebt

Xavier sass am Steuer eines 350 PS starken Seat Leon Cup Racer. «Zeit, gross auf die Geschwindigkeit zu schauen, gab es keine. Denn es hatte überall Konkurrenten», beschreibt er seine rasanten Fahrten im Feld von 39 Fahrern. «Bremsen und Gas geben – das alles läuft intuitiv ab.»

Die übertragenen Messdaten ergaben schliesslich, dass er auf der Zielgeraden mit weit über 200 km/h unterwegs war. «Am meisten fasziniert hat mich, welch hohen Konzentrationslevel man während der Fahrt erreicht.» Er habe zudem Glücksgefühle erlebt, die ihm kein anderer Sport geben könne.

Xavier am Steuer des Seat Leon Cup Racer im Rahmen der TCR-Germany-Tourenwagenserie. Bild: zvg.

In Erinnerung an Senna

Einer der ganz Grossen des Automobilsports war Ayrton Senna, der am 1. Mai 1994, beim GP von San Marino in Imola im Alter von 34 Jahren tödlich verunglückte. Xavier ist in Brasilien geboren, und wie eine ganze Nation verehrt er heute noch den dreifachen Formel-1-Weltmeister. Auf dem Nürburgring trug er einen Helm mit einem Design, das Senna gewidmet ist. Auch Hals- und Nackenschutz sowie ein Überrollbügel im Auto gehörten zum Thema «Sicherheit». «Der Gefahr ist sich jeder Rennfahrer bewusst, aber Angst ist fehl am Platz», sagt er dazu.

Auch sein Vater verehrt Senna nach wie vor. Durch ihn kam er schon früh zum Automobilrennsport. Zusammen sind sie auch Stammgäste an Autosalons, so auch in diesem Frühjahr in Genf. An einem der Stände suchten Seat und der grösste Schweizer Online-Marktplatz für Autos Nachwuchsfahrer, die Interesse an einer Rennkarriere bekunden. Xavier schrieb sich ein, und so kam die Sache im wahrsten Sinn des Wortes ins Rollen. Über 1250 Teilnehmer mit Jahrgang 1996 und jünger starteten zur Young Drive Challenge, die ihren Anfang auf Kartpisten nahm.

Warten auf den Entscheid

Der Oetwiler war im Rennkart extrem schnell. Er schaffte den Cut unter die besten 35, besten Zehn und schliesslich besten Drei. Betreut von Fredy Barth und Nico Müller, erwarb er sich danach auf der Rennstrecke in Dijon die Lizenz für die TCR-Germany-Tourenwagenserie. Die beiden Rennprofis begleiteten ihn auch am Wochenende auf dem Nürburgring.

Xaviers verbleibende Konkurrenten, der Schwyzer Oliver Holdener und der Waadtländer Orhan Vouilloz, haben ihre Einsätze auf dem Sachsenring und dem Hockenheimring noch vor sich. Wer sich die Teilnahme an der kommenden TCR-Germany-Tourenwagenserie sichert, wird im November an der Ausstellung Auto Zürich bekanntgegeben. Im Feld der Profis musste sich Xavier auf dem Nürburgring mit Klassierungen in den hinteren Rängen zufriedengeben. «Ich konnte aber meine Betreuer von meinem Talent überzeugen.»

Auf Geldsuche

Das Ticket für den Einstieg in den Rennsport sichert sich aber nicht unbedingt der Schnellste. Die Initianten der Young Drive Challenge gaben Xavier und seinen beiden Mistreitern mit auf den Weg, sich auf Sponsorensuche zu begehen. Er muss also Geld für seine Rennkarriere mitbringen. «Auch dazu wurden wir geschult.» «Learning by Doing», nennt er den Prozess, in dem er sich befindet. Auch das gespannte Warten auf den Entscheid hat für ihn begonnen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.08.2017, 14:59 Uhr

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