Meilen

Was Naturschützer mit neuem Weiher erreichen wollen

Im Gemeinschaftsgarten Minga plant das Naturnetz Pfannenstiel die Realisierung eines Amphibienweihers. Damit soll auf den nachhaltigen Umgang mit Wasser aufmerksam gemacht werden.

Auf dieser Wiese in Obermeilen soll der Amphibienweiher entstehen.

Auf dieser Wiese in Obermeilen soll der Amphibienweiher entstehen. Bild: Sabine Rock

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Aktuell befindet sich am Siedlungsrand Meilens zwischen dem Aebletenweg und der Bergstrasse eine Wiese, die an Landwirtschaftsflächen angrenzt. Bereits im kommenden Sommer soll sich dieses Erscheinungsbild jedoch ändern. Denn das Naturnetz Pfannenstiel plant in der Windung des Aebletenbachs und am Rand der Landschaftsterrasse den Bau eines Amphibienweihers sowie die Erstellung einer Feuchtwiese.

Das primäre Ziel: Ein neuer Lebensraum für die Flora und Fauna zu schaffen und dadurch mehr Biodiversität zu erreichen. Unter anderem sollen Bergmolche, Ringelnattern, Libellen und Zauneidechsen ihren Platz im und um den circa 8,5 Meter breiten und 17,5 Meter langen Weiher finden, umringt von Wildhecken, Kopfweiden und einer artenreiche Blumenwiese. «Ein wertvoller Biotopverbund», wie es im Bauprojekt genannt wird. Das dazugehörige Baugesuch liegt aktuell auf.

Wasser zurückhalten

Laut Michiel Hartman vom Naturnetz Pfannenstiel geht es beim Projekt aber nicht nur um die Natur selbst, sondern auch ihre Verträglichkeit mit der Landwirtschaft. Denn: Der Weiher befindet sich am oberen Rand des Gemeinschaftsgartens der Genossenschaft Minga. Dort werden Gemüse und Früchte kaum ohne Maschinen für Selbsternter angebaut. Gedüngt wird mit organischem Material wie Kompost und Mist anstatt mit Kunstdünger. Diese Art der Kreislandwirtschaft muss natürlich ebenfalls bewässert werden. Und hier käme der neue Weiher ins Spiel.

Dieser wird bei der Erstellung nämlich nicht befüllt, sondern mit Regenwasser vom Hang und vom Dach der anliegenden Scheune mittels unterirdischer Leitung gespiesen. Der rund einen Meter tiefe Weiher selbst wird zudem abgedichtet, sprich es gibt wenig Abfluss. «Ziel ist es, Bachwasser und Regen zurückzuhalten. Und das so lange wie möglich», erklärt Hartman. Stattdessen soll das Wasser im Weiher bleiben oder im Boden versickern und so auch der Vegetation zugute kommen.

Denke man an die Zukunft, sei eine solche Nutzung des Wassers enorm wichtig, betont Hartman. «Es wird immer heisser, immer trockener. Darum müssen wir sorgfältig mit Wasser, insbesondere dem Regenwasser, umgehen.» Umso wertvoller sei dabei auch die Zusammenarbeit mit den Selbsterntern – und die funktioniere mit der Genossenschaft Minga einwandfrei. Das Projekt in seiner Form ist denn auch eher neu: «Es soll zu einem bewussterem Umgang mit Wasser in Zeiten von zunehmenden Klimaextremen anregen.»

Das Baugesuch liegt noch bis 27. Februar zur Einsichtnahme auf dem Bauamt der Gemeinde Meilen auf. Verläuft alles nach Plan, wird der Bau Anfang Juli bewilligt und zwischen Juli und September soll der Weiher entstehen und die Fläche begrünt werden. Für den Unterhalt und Pflege verantwortlich ist dann der Besitzer der Parzelle, ein Mitgründer der Minga. Die Kosten werden auf 30 500 Franken geschätzt. Davon zahlt die Gemeinde 5500 Franken, der Rest setzt sich aus Beiträgen zur Förderung der Landwirtschaftsqualität, der Ernst-Göhner-Stiftung sowie des «Naturmade Star Fonds» zusammen.

Erstellt: 12.02.2020, 16:42 Uhr

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