Hombrechtikon

Ein Musikalischer Höhenflug

Das Trio Ginfis mit der stimmgewaltigen Frontfrau Simone Rieger hat mit «Det und Det» ein Programm voller Musik und Comedy gezeigt.

Das Trio Ginfis – Charles Mori am Piano, Simone Rieger (Gesang) und Perkussionist Simon Luger (v.l.) – traten in, Hombrechtikon auf.

Das Trio Ginfis – Charles Mori am Piano, Simone Rieger (Gesang) und Perkussionist Simon Luger (v.l.) – traten in, Hombrechtikon auf. Bild: Moritz Hager

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Restaurant Arcade’s Schürli hat sich am Wochenende für zwei Stunden in eine Abflughalle, ein Flugzeug, einen Strand und sogar in eine heile Alpenidylle verwandelt. Nicht etwa mit aufwendigen Bühnenbildern, sondern einzig und allein mit dem Auftritt des Stäfner Trios Ginfis. Dahinter verbirgt sich das Multitalent Simone Rieger mit starker Stimme und Schalk in den Augen, die auch Posaune spielt und Alphorn bläst. Der Pianist Charles Mori, der auch sein Saxofon und die Klarinette dabei hat, gehört ebenso zum Team wie Simon Luger mit seinem Cajon und Perkussionsspiel.

Ihr Programm «Det und Det» handelt vom Koffer packen, Verreisen, Davonfliegen, Ankommen und sogar von Heimweh. Um diese Themen herum haben Rieger und Mori in den letzten anderthalb Jahren - sie am Mikrofon und er am Klavier - nicht nur Lieder einstudiert, sondern auch witzige Geschichten erfunden, die dem Geschehen den nötigen Rahmen geben. Simone Luger ist auf dieser Reise zu ihnen gestossen: Als mitreissender Rhythmusmacher erweist er sich als unentbehrliche Zutat in diesem «Ginfis».

Wandelbare Frontfrau

Während die rund 50 Gäste an den Tischen plaudernd auf die Show warten, kommt Unruhe auf. Da zwängt sich eine Frau mit ihrem Trolley im Schlepptau durch die engen Reihen und klönt lautstark über die verspätete S7, gefolgt von einem Backpacker mit riesigem Rucksack. Auf der kleinen Bühne hat sich derweil ein Mechaniker an Kabeln zu schaffen gemacht, bevor er sich in seiner Latzhose hinter das Klavier setzt und die ersten Takte anschlägt.

Simone Rieger wird in den nächsten zwei Stunden in verschiedene Rollen schlüpfen, vorerst ist sie die Weltenbummlerin, die vom Reisen träumt, «wenn nur das Packen nicht wäre». Sagt’s und besingt in einem Mix aus Züritüütsch und Englisch die unsägliche Packerei, bei der sie nie weiss, was in den Koffer gehört. Simon Luger hat inzwischen sein Cajon aus dem Rucksack geholt, sich drauf gesetzt und liefert mit seinen Besen und dem Schlegel den Takt zum Song.

Sicherheit mit Witz

Während Charles Mori am Piano seine solistische Musikalität unter Beweis stellen kann, hat Simone Rieger sich umgezogen und erscheint in hellblauer Uniform mitsamt Hütchen, auf einem Tablett gefüllte Schämpisgläser balancierend. Als unverkennbare Stewardess verteilt sie sie unter den Passagieren, wie sie die Gäste anspricht. Dabei palavert sie unentwegt mit so viel Komik in Gestik und Mimik, dass dies die Lachmuskeln arg strapaziert. Wie sie darauf theatralisch die Sicherheitsvorschriften vorführt, ist pures Vergnügen. Es ist diese Prise Humor, mit der sie ihre Einlagen würzt und die ihre Auftritte auszeichnen. «Det und Det» ist ihr drittes abendfüllendes Bühnenprogramm.

Simone Rieger, die im wahren Leben Kindergärtnerin ist und sechs Sprachen beherrscht, singt auch in mehreren davon. Es sind altbekannte und neu arrangierte Hits darunter, die von der Jazzballade und Schnulzen über Canzoni bis zum schmelzenden Countrysong im Stil eines John Denver reichen. Die 52-Jährige hat eine gewaltige Stimme, deren Timbre die ganze Tonleiter umfasst.

Höhepunkt mit Alphorn

Der Höhepunkt folgt nach der Pause. Simon Luger tritt als Wüstensohn in langem Gewand auf, der nun mit den Händen perkussiv auf kleinen Trommeln schlägt. Charles Mori mit Panamahut und Hawaii-Hemd mimt im Liegestuhl Herrn Bünzli am Strand. Und Simone Rieger steht in Pluderhosen und Trägertop da. Der Hit des Abends heisst «Det und Det», bei dem sie aufzählt, wo sie überall schon war und mit jeder Liedstrophe die Stimme bis zur Orkanstärke erhebt. Und als zuletzt noch das Heimweh zur Sprache kommt, zieht die singende Komödiantin tatsächlich noch ihr Alphorn hervor. Zu Dritt breiten «Ginfis» ein melancholisches Klangmuster aus, gekrönt von Kuhglockengeläut.

Das Trio „Ginfis“ tritt am Sonntag, 7. Juli um 19 Uhr mit «Det und Det» im Statttheater in Stäfa auf www.ginfis.ch.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.04.2019, 16:36 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!