Küsnacht

Ein Konzert mit Chilbi-Atmosphäre

Der Chor «Funtastic» bereitet sich auf sein Jahreskonzert vor. Das Publikum erwartet der Duft von gebrannten Mandeln – denn das Konzert wird unter dem Motto «Mer gseht sich ade Chilbi» stattfinden.

Die jährlichen Konzerte des Jugendchors Funtastic haben Kultcharakter und füllen das Pfarreizentrum. Am Wochenende stehen die musikbegeisterten Jugendlichen wieder auf der Bühne.

Die jährlichen Konzerte des Jugendchors Funtastic haben Kultcharakter und füllen das Pfarreizentrum. Am Wochenende stehen die musikbegeisterten Jugendlichen wieder auf der Bühne. Bild: Michael Trost

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Im Saal des katholischen Pfarreizentrums erklingt eine E-Gitarre, bald kommt Bewegung in die Gruppe von Menschen, die vor der Band auf der Bühne stehen. Doch bereits nach dem zweiten «let me entertain you» ertönt ein lautes «Stopp». «So wie es jetzt läuft, höre ich nichts vom Chor», ruft Kantor Joachim Schwander. Er ist der Leiter des Chors. Also muss «Funtastic», der Jugendchor der katholischen Kirche Küsnacht, nochmals von vorne beginnen. Weit kommen Chor und Band an diesem Abend nicht ohne Unterbrechung. Sie befinden sich aber zum Glück ja auch noch in den Proben für ihren grossen Auftritt: Am 18. und 19. Januar werden sie Lieder zum Thema «Mer gseht sich ade Chilbi» zum Besten geben. Und: sie wollen den Saal füllen.

Marc Haltiner, der seit der Gründung von «Funtastic» als Schlagzeugspieler dabei ist, erklärt, wie sie auf das Motto «Chilbi» gekommen sind: «Wir wählen immer erst die Lieder aus und schreiben dann eine Geschichte rundherum.» Chilbis würden eine tolle Stimmung vermitteln – dies wollen sie nun auf die Bühne übertragen. Obwohl der Schwerpunkt des Konzerts der Chor ist, wird der Auftritt wie schon in anderen Jahren durch kurze Comedy-Szenen ergänzt. «Dadurch wird dem Publikum das Thema rübergebracht», so Haltiner. Diese Rolle übernimmt Vanessa Joy Wunderli, die ebenfalls schon seit den Anfängen von «Funtastic» dabei ist. «Als Gabi Keller, OK-Präsidentin des ‹Fun-Fair-Chors›, der von Chilbi zu Chilbi zieht, werde ich durch den Abend leiten», sagt Wunderli. Der Chor ist auch dieses Jahr in die Intermezzi mit eingebunden.

Madonna in der Kirche

Dafür werden wie gewohnt moderne Lieder wie «Aues klar» von Patent Ochsner, «Umbrella» von den Baseballs, oder «Like a Prayer» von Madonna zu hören sein. Das Team des Chors sieht aber keinen Widerspruch darin, dass etwa Madonnas zweideutiger Text von einem Chor der katholischen Kirche gesungen wird. «Der Bezug zur Kirche ist insofern da, als dass ich als Kirchenmusiker und Kantor die Gruppe coache», sagt Schwander. Zudem würden Infrastruktur und Geld von der katholischen Kirche zur Verfügung gestellt. Und selbst an den Auftritten im Gottesdienst dreimal im Jahr führt der Chor sein modernes Repertoire auf. «Das ist durchaus ein Versuch, junge Leute anzusprechen», erklärt Schwander weiter.

«Wir wollen als Chor in der Gemeinde verankert sein, nicht religiös berieseln.»Joachim Schwander, Kantor

Und dies mit Erfolg: Aktuell zählt der Chor rund zwanzig Mitglieder, zudem kommen für die Auftritte die sechs-köpfige Band und das vierköpfige Multimedia-Team dazu. Obwohl der Chor als Jugendchor gegründet wurde, ist das Alter sehr gemischt. «Bei Funtastic machen 16- bis 50-jährige mit», sagt Schwander. «Grundsätzlich können alle mitmachen, es gibt kein Casting», sagt Haltiner. Trotzdem stellt «Funtastic» hohe Anforderungen an seine Mitglieder: Zu den regelmässigen Gesangsproben kommen die Tanzchoreos dazu, die erlernt werden müssen. Das Ziel sei denn auch, ein breites Publikum anzusprechen. «Wir wollen als Chor in der Gemeinde verankert sein, nicht religiös berieseln», sagt Schwander. Die 21-jährige Leonie Kyburz und die 19-jährige Harriet Eckert etwa würden sich denn auch nicht als religiös bezeichnen. Als sie am Funtastic-Konzert vor einem Jahr im Publikum waren, entschlossen sie sich kurzerhand, beim Chor mitzumachen. «Das gemeinsame Singen macht Spass», sagt Kyburz.

Funtastic unplugged?

Während sich der Chor in die letzten Vorbereitungen für den Auftritt stürzt, steht die Setliste für das Jahreskonzert 2021 bereits fest. «Es wird in ähnlichem Stil weitergehen», verrät Haltiner. Zwar stehe die Idee von einem Unplugged-Konzert im Raum – aber nächstes Jahr werden bestimmt nochmals E-Gitarre und Schlagzeug zu hören sein. «Wir sind ein eingespieltes Team, da will man gar nicht zu viel ändern», findet Schwander. Auch die Idee, das Konzert aufgrund des wachsenden Publikums in die Heslihalle zu verlegen, sei schnell wieder verworfen worden. «Hier ist es einfacher zum Proben», erklärt Dominik Dozza, der in der Band E-Gitarre spielt. Zudem: «Der Chor ist stetig grösser geworden, aber irgendwann können wir nicht mehr weiterwachsen».

Unterdessen gehen die Proben auf der Bühne nach einer kurzen Pause weiter. Als nächstes steht «Like a Prayer an» - kein einfaches Lied. Schwander lässt den Chor das Intro mehrmals wiederholen. «Ich bin ganz brutal», sagt Schwander zum Chor. «Aber es ist so wichtig, dass das klappt.» Nach einigen Durchläufen zeigt er sich zufrieden. «Perfekt, super – jetzt machen wir das Ganze einmal durch, dann machen wir weiter. Versprochen.»

Mehr Infos unter: //www.musik-st-georg.ch/

Erstellt: 14.01.2020, 14:15 Uhr

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