Meilen

Ein grüner Faden zieht sich durch die neue Ortsplanung

Derzeit liegen in Meilen die Unterlagen zur kommunalen Nutzungsplanung, darunter die Bau- und Zonenordnung auf. Darin spielen ökologische Aspekte, etwa die Begrünung von Liegenschaften eine wichtige Rolle.

In der Nutzungsplanung geht es auch um den wachsenden Platzbedarf der Schule Allmend.

In der Nutzungsplanung geht es auch um den wachsenden Platzbedarf der Schule Allmend. Bild: Patrick Gutenberg

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Meilen schreitet auf seinem Weg zu einer neuen Nutzungsplanung voran. Die Unterlagen, die dereinst festlegen sollen, was die Grundeigentümer wo bauen und wie sie diese Gebäude nutzen dürfen, werden derzeit im Atrium des Gemeindehauses ausgestellt. Das Herzstück stellt die Bau- und Zonenordnung (BZO) dar. Neben den Kernzonenplänen gibt es neu für drei Gebiete auch Quartiererhaltungszonenpläne: Auf der Hürnen, Bahnhofstrasse, Im Tobel. Mithilfe dieser soll die Eigenart der Bebauung erhalten werden. Gebäude dürften unter Beachtung des Quartiercharakters aber auch ausgebaut oder ersetzt werden.

Fokus Siedlungsökologie

Bereits im Frühjahr wurde ein erster Entwurf der Nutzungsplanung in den Wachten der Bevölkerung vorgestellt. Die Gemeinde rief damals die Bevölkerung dazu auf, Inputs und Rückmeldungen zu geben. Hat sich inzwischen etwas geändert? «Die Grundsätze wurden beibehalten», sagt Hochbauvorsteher Heini Bossert (FDP). In der Zwischenzeit seien die oft noch generell formulierten Ziele in den Bestimmungen der BZO detailliert ausformuliert und die Pläne im Detail ausgearbeitet worden.

Auffällig ist, dass sich ökologische Neuerungen wie ein grüner Faden durch die BZO ziehen.«Die revidierte Bau- und Zonenordnung setzt ein deutliches Schwergewicht auf die ökologische Siedlungsentwicklung», sagt Hochbauvorsteher Heini Bossert (FDP). «Aus diesem Grund ist in der neuen BZO der Siedlungsökologie ein eigenes Kapitel gewidmet.» In diesem Kapitel sind etwa begrünte Flachdächer – solange diese nicht als Terrassen oder für das Gewinnen alternativer Energien gebraucht werden – vorgesehen. Aber es ist auch angedacht, dass in gewissen Wohnzonen mindestens 50 Prozent der nicht bebauten Grundfläche von Liegenschaften bepflanzt werden müssen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Grundsatz, dass der ökologischen Entwicklung ein hoher Stellenwert zukommt, sei im kommunalen Richtplan vorgegeben und sei auch explizit in einem Antrag an der Gemeindeversammlung formuliert und mit grossem Mehr gutgeheissen worden, betont der Gemeinderat. «Wir lesen daraus, dass die Bevölkerung die vom Kanton verlangte Verdichtung nur gutheisst, wenn sie mit entsprechenden Massnahmen zur Erhaltung und Förderung der Grün- und Freiräume im Siedlungsgebiet begleitet wird.»

Das «urbane» Verdichten in Zentrumszonen sowie das Verdichten mit Qualität in zentrumsnahen Zonen sind denn auch zwei von sieben Grundsätzen der Revision. Weiterhin sollen Regelungen wenn möglich, vereinfacht und Kernzonen flexibilisiert werden. Zusätzlich ist vorgesehen, die ökologische Siedlungsentwicklung sicherzustellen, Arbeitsplätze zu fördern und wann immer möglich gute Qualität einzufordern.

«Die revidierte Bau- und Zonenordnung setzt ein deutliches Schwergewicht auf die ökologische Siedlungsentwicklung.»Heini Bossert (FDP), Hochbauvorsteher Meilen

Nachhaltigkeit findet sich indes nicht nur im Kapitel Siedlungsökologie, sondern auch immer wieder in anderen Bereichen. So will der Gemeinderat etwa in durch den ÖV gut erschlossenen Gebiete die Option der so genannten «autoarmen Nutzung» offenhalten. Eine solche Nutzung hätte zur Folge, dass die Zahl der Parkplätze, die Hauseigentümer zur Verfügung stellen müssen, gesenkt werden könnte. Wie dies genau aussehen wird, bleibt noch zu regeln. «Die Details hierzu werden voraussichtlich nicht auf Stufe BZO geregelt», sagt Bossert dazu. «Die entsprechende Richtlinie zur Regelung der Anzahl Parkplätze des Kantons ist in Revision und noch nicht rechtskräftig.»

Planung für Schulen

Mit einer Bau- und Zonenordnung werden Leitplanken für die Planung gesetzt und keine konkreten Projekte geplant. Im Fall von Meilen berücksichtigt die Revision aber mögliche Vorhaben. So etwa im Fall des Areals Beugen, auf dem das Ansiedeln mehrerer Migros-Fachmärkte wegen Rekursen gescheitert war. Nun soll eine Gestaltungsplanpflicht Neues ermöglichen.

Aber auch bei den Schulen Allmend und Feldmeilen werden Grundlagen geschaffen. «Bei der Schule Feldmeilen wurde in den vergangenen Jahren ein Grundstück in der Wohnzone mit der reformierten Kirche abgetauscht», erklärt Bossert. «Dieses Grundstück dient der langfristigen Sicherung für die Entwicklung der Schule und wird nun umgezont in die Zone für öffentliche Bauten.»

Knapp dürfte der Platz zudem in der Schule Allmend werden. «In der Schule in der Allmend wurden in den vergangenen Jahren Leichtbauten als Übergangslösung erstellt, die mittelfristig abgelöst werden müssen», sagt Bossert. «Da die Schülerzahlen noch immer steigen, muss auch kurzfristig weiterer Schulraum zur Verfügung gestellt werden.» Um die langfristige Entwicklung auffangen zu können, seien weitere Flächen für die Schule notwendig. Dazu diene die vorgesehene Einzonung. Wie die Gesamtfläche genutzt werden soll, wird aktuell in einem Konzept bearbeitet.

Die Unterlagen zur Revision der Nutzungsplanung liegen noch bis zum 5. August im Atrium des Gemeindehauses auf. Am 26. Juli beantworten der Hochbauvorsteher sowie der Projektleiter zudem vor Ort Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Über die Nutzungsplanung entscheiden wird die Gemeindeversammlung – eventuell auch an mehreren Terminen – im Frühling 2020.

Fragestunden: Freitag, 26. Juli, 18 bis 20 Uhr, Atrium des Meilemer Gemeindehauses. Die Unterlagen zur Revision der kommunalen Nutzungsplanung sind unter www.meilen.ch oder im Gemeindehaus einsehbar.

Erstellt: 09.07.2019, 17:52 Uhr

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