Weihnachten

Ein Christbaum aus der Region soll es sein

Christbäume aus lokaler Produktion werden immer beliebter. Sie sind nachhaltiger als Importe aus dem Norden. Die Gemeinde Küsnacht ruft daher zum Kauf von regionalen Tannen auf.

Der Doppelmeter sagt, ob der schöne Baum auch in die Stube passt.

Der Doppelmeter sagt, ob der schöne Baum auch in die Stube passt. Bild: Andre Springer

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Weihnachten steht trotz aller Besinnlichkeit auch im Zeichen des Konsums. Dieser Konsum soll aber wenigstens so nachhaltig wie möglich ausfallen, findet die Gemeinde Küsnacht und ruft dazu auf, einen Christbaum aus der Region zu kaufen. Bäume aus dem Ausland würden für einen grossen Energieverbrauch sorgen, da sie lange Zeit kühl gelagert und über weite Strecken transportiert werden. «Ein Christbaum aus der Region dagegen ist dank der kurzen Transportwege und der naturnahen Produktion viel umweltfreundlicher» heisst es auf der Gemeindewebseite.

Darum solle man doch einen Christbaum aus dem Küsnachter Wald kaufen. «Im Wald darf man keine Christbäume zum Verkauf anpflanzen», stellt der Küsnachter Förster Manuel Peterhans zunächst klar. Das käme einer Umnutzung des Waldes gleich, was gesetzlich verboten sei. Stattdessen werden die Küsnachter Christbäume auf Landwirtschaftsflächen angebaut. Es sind insgesamt vier in Küsnacht. Diese decken aber nur etwa die Hälfte des Bedarfes ab. Daher werden noch Bäume aus dem Aargau importiert, erklärt Peterhans.

Pestizide werden in Küsnacht keine angewendet. «Wir pflanzen den Baum ein und fällen ihn etwa zehn Jahre später wieder.» So kurz und bündig beschreibt Peterhans die Produktion der Tannenbäume.

Die Dänen sind schöner

Ernst Hottinger aus Richterswil pflanzt keine eigenen Bäume an, sondern kauft sie an verschiedenen Orten in der Schweiz. Etwa die Hälfte seiner Christbäume kommt aber aus Dänemark. «Es gibt zu wenige Bäume aus Schweizer Produktion, um die Nachfrage zu decken.» Er schätzt, dass schweizweit nur gerade 30 bis 40 Prozent der Bäume aus heimischer Produktion stammen.

Der auserwählte Baum wird eingepackt und mit nach Hause gekommen.

Hottinger, der die meisten seiner Bäume an Weiterverkäufer wie Bauern oder Gärtnereien verkauft, hat auf seinem Hof in Samstagern immer wieder Kunden, die spezifisch einen Schweizer Baum kaufen wollen. «Die meisten entscheiden sich dann aber doch für eine dänische Tanne, weil diese schöner sind.»

Grund dafür seien die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Dänemark und der Schweiz. Die Vegetationszeit sei in der Schweiz länger, daher würden die Bäume pro Jahr mehr wachsen. Dadurch seien die Kränze weiter auseinander. Die dänischen Nordmanntannen würden hingegen dichter wirken. «Das Auge kauft», meint Hottinger.

Unterschlupf für Wildtiere

Auch bei den Grossverteilern sind die Nordmanntannen am beliebtesten. Die Bäume, die in den Migros Supermärkten im Gebiet Zürich verkauft werden, stammen gemäss der Genossenschaft Zürich allesamt aus Urdorf. In den «Do it und Garden» Fachmärkten hingegen stammen etwa 80 Prozent der Tannen aus Dänemark.

«Die Gewissheit, dass der Baum aus der Region stammt, wird für Kundinnen und Kunden immer wichtiger», erklärt Mediensprecher Francesco Laratta. Die regionalen Bäume würden gemäss den Richtlinien der integierten Produktion (IP) produziert. Der Herbizidverbrauch wird möglichst tief gehalten und es werden auch Laubbäume angebaut. Wildtiere und Insekten würden in den Bäumen Unterschlupf finden.

Bei Coop klingt es ähnlich: Über 80 Prozent der Christbäume in den Geschäften stammten aus der Schweiz, heisst es auf Anfrage. Zehn Prozent dieser Tannen seien mit dem Oecoplan-Label als besonders nachhaltig ausgezeichnet.

Christbäume binden CO2

Weihnachtsbäume werden oftmals nur wenige Wochen genutzt, bis sie wieder entsorgt werden. Kann da überhaupt von Nachhaltigkeit gesprochen werden? Eine Lösung sind eingetopfte Bäumchen, die mehrere Jahre lang genutzt werden können. Die Migros bestätigt, dass das Interesse an solchen Bäumen von Jahr zu Jahr wachse. Coop hingegen bietet gemäss Mediensprecher Patrick Häfliger keine eingetopften Bäume an.

Förster Manuel Peterhans ist der Meinung, Nachhaltigkeit bestehe auch darin, dass nur so viel abgeholzt wird, wie in einem Jahr wieder nachwachsen kann. Zudem würden die Bäume in der Wachstumsphase Stickstoffe binden und Sauerstoff abgeben. Gemäss Angaben der Migros bindet ein Hektar Tannenbäume pro Jahr circa 14 Tonnen CO2.

Erstellt: 14.12.2018, 15:36 Uhr

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