Stäfa

Ein Ausbau für den FC und den Schwingklub

Am Montag stimmt Stäfa über die Erweiterung der Sportanlage Frohberg ab. Der Kreditantrag fällt wegen des Rückzugs Hombrechtikons um 600 000 Franken höher aus.

Am Montag entscheiden die Stäfner über die Zukunft der Sportanlage Frohberg.

Am Montag entscheiden die Stäfner über die Zukunft der Sportanlage Frohberg. Bild: Patrick Gutenberg

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Es war eigentlich anders vorgesehen: Die Stäfner Gemeindeversammlung von Montag hätte ursprünglich über einen Kredit von 1,2 Millionen Franken für die Erweiterung der Sportanlage Frohberg abstimmen sollen. Daraus sind 1,8 Millionen Franken geworden, weil sich Hombrechtikon aus finanziellen Überlegungen nicht am Ausbau beteiligt – und damit gegen einen bestehenden Vertrag verstösst (siehe Kasten).

Der Antrag zur Sportanlage enthält deshalb nicht nur das Kreditbegehren, sondern auch eine Ermächtigung. Mit dieser soll der Stäfner Gemeinderat beauftragt werden, mit der Gemeinde Hombrechtikon den Vertrag neu auszuhandeln. Angesichts des Rückzugs von Hombrechtikon müssen die Nachbargemeinden das bisherige Verhältnis für Ausbau und Betrieb neu ordnen. Für Hombrechtikons Sporttreibende wird die Anlage Frohberg wichtig bleiben. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 2,2 Millionen Franken. Die beiden involvierten Vereine FC Stäfa und Schwingklub Zürichsee rechtes Ufer steuern knapp 400 000 Franken bei.

Die Mannschaften brauchen mehr Platz

Die Erweiterung sieht zusätzliche Garderoben für Damenmannschaften sowie eine Schwinghalle vor. Das neue zweigeschossige Gebäude schliesst an der Nordseite des bestehenden Garderobengebäudes an und wird mit einem Durchgang an dieses angeschlossen. Im Untergeschoss sind vier Garderoben und Toiletten sowie Archiv- und Technikräume für den Fussballclub Stäfa geplant.

«Seit dem letzten Ausbau des Garderobengebäudes 2001 haben wir fast doppelt so viele Mannschaften», sag Roger Küng, Präsident des FC Stäfa. Für ihn hat die aktuelle Erweiterung höchste Priorität. Er hofft auf die Unterstützung der Stäfner Bevölkerung und auf eine gute Lösung mit Hombrechtikon für die Zukunft. Dafür, dass sich die Gemeinde aus finanziellen Überlegungen von diesem Ausbau zurückgezogen hat, zeigt er Verständnis. Die Gründe seien glaubwürdig, wenn auch die Absage etwas kurzfristig erfolgt sei, sagt Küng, der in Hombrechtikon wohnt.

Training auf Bauernhof

Neben dem FC würde auch der Schwingklub Zürichsee rechtes Ufer vom Ausbau profitieren. Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes sollen rund 100 Quadratmeter Schwingfläche, zwei Garderoben sowie Nasszellen und Toiletten entstehen. Hinzu kommt ein Vorplatz von 43 Quadratmetern, der vom Publikum und Trainingspersonal genutzt werden kann. Auch hier ist die Dringlichkeit hoch, wie Vereinspräsident Peter Salvisberg ausführt. Mit dem Neubau der Schulanlage Platten in Männedorf verlor der Club nach Jahrzehnten seine Trainingshalle. «Wir sind seit fünf Jahren auf der Suche nach einer Lösung», sagt Salvisberg. Seit drei Jahren wird in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Feldbach trainiert – in einem nicht zonenkonformen Provisorium.

Die finanzielle Beteiligung ist laut Salvisberg für den Verein «ein Hosenlupf». Der Zeitpunkt für eine definitive Lösung sei aber ideal. «Wir sind im Aufschwung und haben derzeit viele junge begabte Nachwuchssportler», sagt er. Dass 2021 das kantonale Schwingfest nach Stäfa komme, sei Zufall und habe keinen Einfluss auf den Neubau der Schwinghalle.

Unbestrittene Vorlage

Noch haben sich nicht alle Parteien zur Vorlage geäussert. Bekannt ist, dass sich FDP, SVP, CVP, GLP und SP für den Ausbau der Sportanlage Frohberg ausgesprochen haben. Der Rückzug Hombrechtikons hat zu reden gegeben (SVP), ist nicht ganz nachvollziehbar und dürfte noch viele Fragen aufwerfen (CVP) oder wird als störend (GLP) bezeichnet.

Montag, 17. Juni, 20 Uhr, reformierte Kirche Stäfa.

Erstellt: 15.06.2019, 10:40 Uhr

Für Hombrechtikon ist Ausbau ein «Wunschbedarf»

Für Homberchtikon handelt es sich beim Frohberg-Ausbau um einen «Wunschbedarf» (diese Zeitung berichtete). Die Prioritäten der Gemeinde liegen bei anderen, eigenen Projekten, die nicht mehr aufgeschoben werden können. Mit dem Rückzug verstösst Hombrechtikon gegen den seit 1981 bestehenden Vertrag, der von gut einem Drittel Sporttreibender aus Hombrechtikon ausging. Basierend auf diesem haben die beiden Gemeinden in der Vergangenheit mehrere Ausbauschritte gemeinsam realisiert. Hombrechtikon hat in den in den letzten Jahren nach eigenen Angaben jährlich insgesamt über 110 000 Franken für die Trainingsmöglichkeit auf dem Frohberg ausgegeben. (rli)

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