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Ehemalige Küsnachter Kantischüler laden zum Konzert

Über hundert ehemalige Schüler der Kantonsschule Küsnacht organisieren ein Konzert. Die Hobbymusiker haben zwei anspruchsvolle Werke erarbeitet. Gespielt werden das Klarinettenkonzert von Stamitz und die Messe Nr. 2 von Schubert.

Hat seine Musiker im Griff: Der Dirigent Felix Schudel gibt vor den ehemaligen Kantischülern den Takt an.
Hat seine Musiker im Griff: Der Dirigent Felix Schudel gibt vor den ehemaligen Kantischülern den Takt an.
Michael Trost

Musik war schon immer ein Schwerpunkt in der Kantonsschule Küsnacht, die regelmässig mit grossen Produktionen aufwartet. Meist steht da die Schülerschaft im Rampenlicht. Am Samstag treten für einmal die Ehemaligen in Aktion.

Für das Klarinettenkonzert in B-Dur von Johann Stamitz und die Messe Nr. 2 in G-Dur von Franz Schubert stehen ein 25-köpfiges Orchester und ein Chor mit 85 Sängerinnen und Sängern zwischen 19 und 80 Jahren auf der Bühne. Die zweitletzte Probe am Mittwoch zeigte, dass auch Hobbymusiker in kurzer Zeit, dafür mit viel Engagement und unter kundiger Leitung, Grosses zustande bringen können. Den Taktstock in der Hand hält Felix Schudel, der Leiter des Kirchen- und Oratorienchors Wädenswil.

In wenigen Wochen erarbeitet

Dass sich von den knapp tausend Mitgliedern des Vereins der Ehemaligen der Kantonsschule Küsnacht über hundert sofort bereit erklärten, an diesem Jubiläumskonzert mitzuwirken, ist höchstens für Aussenstehende erstaunlich. «Das ist alles eigentlich ein riesiger Fanclub», sagt Käthi Kurtz, Präsidentin des Vereins der Ehemaligen, die im Alt mitsingt. Vor zwei Jahren hatte sie die Idee für das Jubiläumskonzert und übernahm dann auch die Organisation.

Auch wenn ein Pianist kurzfristig auf Orgelpositiv, umgangssprachlich auch «Truhenorgel», umsatteln musste, gelang es dem Verein, fast alle Instrumente mit Mitgliedern zu besetzen. Dass der ehemalige Rektor Peter Ritzmann die erste Geige spielt, hat mit seiner früheren Funktion allerdings nichts zu tun.

«Falls es einen frenetischen Applaus gibt – was zu erwarten ist –, spielen wir noch einmal das Gloria.»

Felix Schudel, Dirigent

Auch Dirigent Felix Schudel und die Solisten Catriona Bühler (Sopran), Jean-Jacques Knutti (Tenor), Hubert Michael Saladin (Bariton) und Caroline Inderbitzin (Klarinette) besuchten die Kanti Küsnacht und unterrichten zum Teil heute dort. Diese fünf gehören zu den wenigen Berufsmusikern, die an der Aufführung mitwirken. Einige wenige ihrer Kollegen sitzen noch im Orchester, aber im Grossen und Ganzen sind es leidenschaftliche Hobbymusiker und nicht minder enthusiastische Ex-Kantischü­ler, die in ein paar Wochen zwei anspruchsvolle Werke erarbeitet haben.

Auf den Dirigenten achten

Bereits die vierte gemeinsame Probe von Orchester und Chor liess sich mehr als hören. Ein beeindruckendes Klangvolumen und mehr als nur ein Hauch Professionalität erfüllten die Kirche am Mittwochabend. Darüber staunte selbst Schudel. «Für mich ist es ein wunderbares Erlebnis», sagt er. «Da sind einfach die richtigen Leute zusammengekommen.»

Dass Orchester und Chor nur fünf- respektive achtmal zu proben brauchen, setzte natürlich intensives Üben zu Hause voraus. Trotzdem ist dieses beachtliche und in wenigen Wochen erzielte Ergebnis so leicht nicht zu toppen. Höchstens vom 18-jährigen Franz Schubert, der die Messe in nicht einmal einer Woche schrieb. «Versucht gar nicht erst, über das Ohr zusammen zu sein, sondern schaut genau, sonst seid ihr bereits hoffnungslos zu spät», erinnert Schudel den Chor daran, seine Aufmerksamkeit etwas weniger der Partitur, dafür umso mehr ihm zu schenken. Wie schnell seine Anweisungen jeweils Früchte tragen, wird auch dem Zuhörer sofort klar. Jede Stelle wird in der Wiederholung intensiver und stärker im Ausdruck.

Gewisse neuralgische Punkte bleiben trotzdem nicht aus. «Na ja, bei dieser Stelle brauchen wir eben einfach etwas Glück», meint Schudel. Humor, Spass und ernsthaftes Arbeiten lassen sich also durchaus mit Erfolg verbinden. «Falls es einen frenetischen Applaus gibt – was zu erwarten ist –, spielen wir noch einmal das Gloria», scherzt Schudel. Das könnte durchaus passieren.

Jubiläumskonzert, Samstag, 30.09., 19.30 Uhr. Reformierte Kirche Küsnacht. Eintritt frei, Kollekte.

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