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Weltpremiere an der Goldküste: Die Drohne als Lieferant

Ein Drohnensystementwickler und ein Autohersteller spannen zusammen, um den Kunden Produkte schneller liefern zu können. Ein Onlinemarktplatz im Raum Zürich ist für das Pilotprojekt auserkoren worden. Am Donnerstag wurde es vorgestellt – mit einer Lieferung Kaffee von Ebmatingen nach Zollikon.

Eine Drohne soll helfen, dass Kunden schneller zu ihren Produkten kommen.  Drei Unternehmen spannen für dieses neuartige Projekt zusammen und haben gestern in Zollikon ihre Vision vorgestellt. In den nächsten Wochen werden im Grossraum Zürich immer wieder Testflüge stattfinden.
Eine Drohne soll helfen, dass Kunden schneller zu ihren Produkten kommen. Drei Unternehmen spannen für dieses neuartige Projekt zusammen und haben gestern in Zollikon ihre Vision vorgestellt. In den nächsten Wochen werden im Grossraum Zürich immer wieder Testflüge stattfinden.
zvg / Daimler AG
Wenn in den nächsten Tagen wie hier in Zollikon eine Drohne über die Dächer fliegt, könnte das Teil eines Projekts sein, Waren auf diesem Weg zu Kunden zu bringen.
Wenn in den nächsten Tagen wie hier in Zollikon eine Drohne über die Dächer fliegt, könnte das Teil eines Projekts sein, Waren auf diesem Weg zu Kunden zu bringen.
Manuela Matt
Wenn in den nächsten Tagen wie hier in Zollikon eine Drohne über die Dächer fliegt, könnte das Teil eines Projekts sein, Waren auf diesem Weg zu Kunden zu bringen.
Wenn in den nächsten Tagen wie hier in Zollikon eine Drohne über die Dächer fliegt, könnte das Teil eines Projekts sein, Waren auf diesem Weg zu Kunden zu bringen.
Manuela Matt
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Mit ganz grosser Kelle rührten Mercedes-Benz und der amerikanische Drohnenhersteller Matternet an. Die Medien wurden nach Zollikon geladen, zur Seefeld-Garage. Matternet-CEO Andreas Raptopoulos war eigens aus dem Silicon Valley angereist.Grund für die grosse Präsentation ist ein mehrwöchiger Pilotversuch im Raum Zürich, derzusammen mit dem Schweizer Onlinemarktplatz Siroop, einer Tochter von Swisscom und Coop, durchgeführt wird. Das Konzept klingt simpel, ist aber doch neu, eine Weltpremiere, wie die Verantwortlichen sagten. Eine Drohne liefert kleinere Produkte, bis zu zwei Kilogramm, an den nächsten Lieferwagen. Dieser bringt das Produkt dann direkt zum Kunden.

Peter Rohn, operativer Geschäftsführer von Siroop, demonstrierte das sogleich, um die Anwesenden mit Kaffee zu versorgen. Per Smartphone bestellte er den Kaffee bei einer Lieferantin in Ebmatingen. Dort wurde das Produkt verpackt und an einer Drohne befestigt. Nachdem geprüft worden war, ob der Luftraum frei war, flog die Drohne mit ihrer Fracht los. Ihr Ziel war ein Lieferwagen bei der Seefeld-Garage, der ein Signal aussandte. Über Zollikerberg flog die Drohne rund acht Kilometer mit einem Tempo von 70 Kilometern pro Stunde Richtung Rotfluhstrasse in Zollikon. Schon nach wenigen Minuten war das Fluggerät zwischen den Dächern zu sehen und kurz danach zu hören. In etwa 80 Metern Höhe fliegen die Drohnen. Als sich die Drohne näherte, wurde sie langsamer, suchte das Dach des Lieferwagens und setzte langsam, aber mit erstaunlicher Präzision auf.

Jetzt sind Kunden gefragt

Es ist durchaus möglich, dass Passanten in den nächsten Tagen weitere solche Flüge im Raum Zürich bemerken. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat den Unternehmen die Erlaubnis für den Pilotversuch erteilt. Siroop-Kunden erhalten die Gelegenheit, ihre Ware auf diesem Weg zu bestellen. Noch ist das Ganze aber weit weg von einer breiten kommerziellen Nutzung. Zwar sei die Technologie in etwa zwei Jahren so weit, sagte Andreas Raptopoulos. Doch müsse erstgetestet werden, ob die Kunden überhaupt auf diese Art der Lieferung ansprechen. Falls die Akzeptanz da ist, wäre beispielsweise auch denkbar, dass die Drohnen von den Lieferwagen zu den Kunden fliegen. Momentan können die Drohnen auch erst Pakete, die bis zu zwei Kilogramm schwer sind, tragen. Die Reichweite beträgt höchstens 20 Kilometer.

Problematisch bei dieser Art von Lieferung ist der dicht besetzte Luftraum. Zwar kommen die Drohnen der Fliegerei nicht in die Quere, doch gibt es auf 80 Metern Höhe viele weitere Hindernisse. Die genutzte Drohne ist intelligent, das heisst, sie erkennt Hindernisse und kann sie umfliegen. Den «Fluglärm» wollen die Hersteller mit technischen Mitteln niedrig halten oder die Lieferwagen und Drohnen in Gewerbezonen zusammenbringen. Reine Drohnenflüge vom Lieferanten zum Kunden stehen zurzeit nicht im Vordergrund. Einerseits, weil Mercedes finanziell für das Projekt sorgt. Andererseits meinte Mercedes-Vertreter Stefan Maurer, dass die Drohnen sichere Landeplätze brauchen, die gerade in urbanen Gebieten nicht immer einfach zu finden seien.

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