Hombrechtikon

Drei Geschwister in einer Klasse

Die Primarschule Feldbach führt die ersten drei Stufen gemeinsam als Mehrklasse. Drei Geschwister aus Hombrechtikon sind alle in derselben Klasse.

Nora, Anja und Lars Fröhlich (von links) besuchen seit diesem Schuljahr alle dieselbe Mehrklasse in Feldbach.

Nora, Anja und Lars Fröhlich (von links) besuchen seit diesem Schuljahr alle dieselbe Mehrklasse in Feldbach. Bild: Michael Trost

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Die Mittagssonne brennt auf die Turngeräte vor der Primarschule Feldbach. Kurz vor zwölf laufen die Kinder aus dem kleinen Schulhaus. Darunter sind auch Lars (9), Anja (7) und Nora (6). Sie gehen seit diesem Jahr alle in dieselbe Mehrklasse - und sie sind Geschwister.

Das klingt vielleicht nach Konfliktpotenzial, aber die drei nehmen es gelassen. «Ich finde es lässig», findet Lars. «Wir sind nur zu viert in der dritten Klasse». Insgesamt sind es 22 Schülerinnen und Schüler, die die Mehrklasse in Feldbach besuchen. Erste bis dritte Primarstufe haben hier alle gemeinsamen Unterricht bei einer Lehrerin, die von einer Heilpädagogin unterstützt wird.

«Das Zeichnen macht mir am meisten Spass.» Für Nora war es der dritte Tag in der Schule, nervös sei sie nicht gewesen. «Ich kannte die meisten schon aus dem Kindergarten.» Auch Anja und Lars haben den Kindergarten Felsbach besucht, der ebenfalls in Feldbach liegt, und waren da schon, aufgrund von Geburtstagen und Stichdaten, immer eine Klasse versetzt. So kommt Nora dieses Jahr als eine der Jüngsten in dieselbe Klasse, die schon ihre Schwester in der zweiten und ihr Bruder in der dritten Klasse besuchen.

Stufenübergreifender Unterricht

Die Familie wohnt zwar in Hombrechtikon, aber so Nahe am Dorfrand zu Feldbach, dass der Schulweg nach gleich weit gewesen wäre. «Feldbach hatte das Mehrklassensystem schon als ich in Hombrechtikon zur Schule ging», erzählt Vater Roland Fröhlich. «Das System überzeugte uns.» Entsprechend stellte die Familie ein Gesuch an die Gemeinde, um die Kinder in Feldbach zur Schule schicken zu können. «Feldbach ist ländlicher und geborgener als Hombrechtikon», sagt Fröhlich. «Und für uns Eltern ist es praktisch, nur eine Kontaktperson zu haben und nicht zu drei verschiedenen Lehrpersonen und Schulen für Elterngespräche zu müssen.»

Es erstaune ihn aber, wie selbstständig die Kinder arbeiten. «Sie haben einen Tagesplan, an welchem sie arbeiten können», sagt er. «Ich stelle mir das manchmal ziemlich laut und wirr vor, wenn die einen eine Prüfung schreiben und die anderen an Matheaufgaben arbeiten.»

Lars erklärt, dass das gut aneinander vorbeigehe. Es gibt Gruppenräume und andere Rückzugsmöglichkeiten, wenn die Schüler Ruhe wollen. «Wir machen vieles zusammen», sagt er. «Beim Diktat ist der Text einfach für die Zweit- und Drittklässler länger als für die Erstklässler.» Auch gemeinsame Themen werden klassenübergreifend behandelt: «Gerade schauen wir uns alte Sachen an, wie Häuser und Autos.»

Gar kein Streit unter den Geschwistern

Die Geschwister finden es gut, zusammen in der Klasse zu sein. Auch Streit gäbe es nach eigenen Aussagen keinen. Der Vater muss etwas lächeln: «Gar nie?»

Die Verwandtschaft sei auch kein Grund, ständig nur aufeinander zu kleben. «Wir spielen in der Pause immer Bauernhof», erzählt Lars von seinen Freunden. «Ich will später mal Bauer werden. Seine Schwestern schütteln darüber den Kopf, sie turnen lieber. Beide gehen in ihrer Freizeit mit anderen Mitschülerinnen ins Geräteturnen.

Früher führte die Primarschule Feldbach zwei Mehrklassen. Die erste bis dritte Klasse wurde gemeinsam unterrichtet, genauso die fünfte bis sechste. Dieses Jahr ändert sich das, die vierte und fünfte Klasse ziehen nach Hombrechtikon. Nur noch die sechste bleibt im Schulhaus in Feldbach. Eltern haben Angst, dass die Schule ganz zugeht. «Aber die Hoffnung stirbt zuletzt», sagt Fröhlich. In diesem Jahrgang sind es zehn Erstklässler. Auch Lars würde gerne an der Schule bleiben. «Ich fände es doof, wenn ich nach Hombrechtikon müsste.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.08.2018, 14:56 Uhr

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