Küsnacht

Drei Gemeinden stimmen zu Ausbau von Kläranlage ab

Für Küsnacht, Erlenbach und Zumikon stehen zwei Entscheide zum Ausbau ihrer gemeinsamen Abwasserreinigungsanlage bevor. Es geht um die Absenkung der neuen Klärbecken und um die Voraussetzungen für eine Heizzentrale.

Auf diesem Areal soll der neue Beckenblock der Küsnachter ARA entstehen und darüber die Heizzentrale eines Wärmeverbunds.

Auf diesem Areal soll der neue Beckenblock der Küsnachter ARA entstehen und darüber die Heizzentrale eines Wärmeverbunds. Bild: Kurt Heuberger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es gab etliche Verzögerungen. Jetzt stehen wieder zwei Schritte Richtung Ziel bevor. Zweimal ist die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Küsnacht-Erlenbach zur ARA Küsnacht-Erlenbach-Zumikon (ARA KEZ) ein Thema in Abstimmungen der drei Gemeinden. Zuerst am 22. November an der Urne und danach an den Gemeindeversammlungen. An der Urne geht es um einen Zusatzkredit von total 1,4 Millionen. So viel mehr kostet es, wenn die neu zu erstellenden Klärbecken vier Meter in den Boden versenkt werden, statt dass sie oberirdisch sind.

Damit erfüllt das Projekt ein Begehren von Anwohnern. Diese fürchteten Gerüche und hatten verlangt, dass der geplante neue Beckenblock nicht im Freien steht, sondern eingehaust wird. So war es ursprünglich auch vorgesehen gewesen, später strich der Zweckverband die Einhausung aus den Plänen.

Baurecht für Heizzentrale

Die Anwohner bekamen mit ihrem Rekurs teilweise recht. Der Beckenblock muss in einem Gebäude zu stehen kommen oder eben versenkt werden, wie das der Zweckverband jetzt vorschlägt. Er sieht die bodenebene Einhausung als zweckmässigste Variante an, schreibt die Gemeinde Küsnacht in einer Mitteilung.

An den 1,4 Millionen für die Absenkung beteiligt sich Küsnacht mit 58 Prozent oder 881 000 Franken, Erlenbach mit rund 23 Prozent oder 346 000 Franken und Zumikon mit rund 19 Prozent oder 292 000 Franken.

Die Gemeindeversammlungen vom 23. November (Erlenbach) und vom 7. Dezember (Küsnacht und Zumikon) haben über eine Änderung der Statuten des Zweckverbands zu befinden. Diese soll ermöglichen, dass der Verband die Fläche über den neuen Klärbecken den Werken am Zürichsee im Baurecht zur Verfügung stellt. Die Werke wollen dort eine Heizzentrale erstellen. Wärmepumpen sollen dem gereinigten Abwasser Wärme entziehen, die in einen neuen Wärmeverbund eingespeist wird.

Nach den ersten Zeitplänen hätte die ARA KEZ vor rund zwei Jahren in Betrieb gehen sollen. Schon 2007 bewilligten die drei Gemeinden zusammen 26 Millionen Franken für das Projekt. Aber die Rekurse gegen die neuen Becken blieben nicht die einzigen. Dass das Abwasser auf seinem Weg talwärts ein Kleinkraftwerk antreiben soll, freute ebenso nicht alle. Anwohner gingen – erfolglos – bis vor Bundesgericht gegen das Projekt vor.

Kredit für erste Etappe

Später stellte auch die Geologie dem Vorhaben Hindernisse in den Weg – das Bohrloch für die Leitung, welche das Zumiker Abwasser nach Küsnacht bringen wird, stürzte ein und wird jetzt für 1,5 Millionen Franken neu gebohrt.

Die Küsnachter Stimmberechtigten werden sich neben den Abstimmungen aller drei Gemeinden zweimal speziell zum Fernwärmeprojekt zu äussern haben. Am 22. November geht es um mehr Formales: Damit die Netzanstalt nicht nur Strom, Gas und Wasser, sondern neu auch Fernwärme liefern oder liefern lassen darf, muss die Gemeindeordnung geändert werden. Dafür braucht es eine Urnenabstimmung.

An der Gemeindeversammlung im Dezember sollen die Küsnachter dann über einen Kredit von 12 Millionen Franken für die erste Etappe des Wärmeverbunds befinden. Sie umfasst Heizzentrale, Hauptnetz und Hausanschlüsse und soll in fünf Jahren gebaut sein.

Fünfte Stufe erst später

Bis 2035 muss die ARA KEZ gemäss gesetzlichen Vorgaben eine fünfte Reinigungsstufe einbauen. Diese kann Mikroverunreinigungen wie Spurenelemente oder Hormone aus dem Wasser eliminieren. Die erneute Erweiterung will man in Küsnacht aber nicht auch noch auf das laufende Projekt draufpacken. Die Kosten, sagt dazu Tiefbauvorstand Walter Matti (parteilos), seien «bei einem jetzigen Einbau oder erst zu einem späteren Zeitpunkt etwa gleich hoch».

Erstellt: 03.11.2015, 08:05 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles