Meilen

Dirigentin der Meilemer Kirchenchöre droht Kündigung

In der Reformierten Kirchgemeinde Meilen schwelt ein Personalkonflikt. Über 80 Chormitglieder machen sich in einer Petition dafür stark, dass ihre Dirigentin im Amt verbleiben kann. Nun wird das Thema an der Kirchgemeindeversammlung publik.

In einer Petition fordern über 80 Chormitglieder der Kantorei Meilen, dass ihre Dirigentin im Amt verbleiben kann.

In einer Petition fordern über 80 Chormitglieder der Kantorei Meilen, dass ihre Dirigentin im Amt verbleiben kann. Bild: André Springer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die drei Chöre der Kantorei Meilen sind eigentlich für den Wohlklang in der Reformierten Kirchgemeinde besorgt. Doch jetzt werden Misstöne aus dem Kreis der 86 Sängerinnen und Sänger laut. In einer Petition machen sie sich für ihre «langjährige, kom­petente und beliebte Kantorin» Aure­lia Weinmann-Pollak stark. Ihr werde von der Kirchenpflege «mit fadenscheinigen Gründen ohne vorherige Gespräche» die Kündigung ihrer heutigen Anstellung angedroht. So steht es in der Petition, die der ZSZ vorliegt.Der Konflikt schwelt schon län­ger, wird aber an der Kirchgemeindeversammlung vom Dienstagabend erstmals öffentlich thematisiert. Dies aufgrund einer Anfrage, die ein Meilemer Reformierter – der selber nicht in der Kantorei singt – bei der Kirchenpflege eingereicht hat. Er will unter anderem wissen, ob die ­Behörde sich bewusst sei, dass eine Entlassung der Chorleiterin das Gemeindeleben schwer stören würde.

Mehrere Engagements

Zur Kantorei Meilen gehören der Motettenchor, der Gospelchor und der Musikkreis. Die in Männedorf wohnhafte Pianistin und Dirigentin Aurelia Weinmann-Pollak leitet diese seit 2003. Wie Präsident Ernst Mäder auf Anfrage sagt, ist die Kantorei mit ihrem Wirken «sehr zufrieden». Auf die Frage nach möglichen Versäumnissen räumt er ein, dass ein Fehler passiert sei bei der Dekla­ration weiterer Tätigkeiten. Die Musikerin hat in Meilen ein 50-Prozent-Pensum inne und leitet daneben ein Orchester und erteilt Klavierunterricht.

Der Präsident der Kantorei ist der Meinung, dass die Kirchenpflege bei der Abklärung dieser Nebenbeschäftigungen ungenau vorgegangen ist. Die angedrohte Kündigung widerspreche ausserdem einer schriftlichen Vereinbarung von 1999. Diese halte fest, dass die Anstellung eines Kantors oder einer Kantorin durch die Kirchgemeinde erfolge. In deren Auswahl sei jedoch die Kantorei federführend. «Das heisst für mich», sagt Mäder, «dass auch keine eigenmächtige Entlassung durch die Behörde erfolgen darf.»

«Unglückliche Konstellation»

Ruedi Schwarzenbach, Präsident der reformierten Kirchenpflege Meilen, bestätigt die Absicht einer Trennung von Weinmann-Pollak nicht. Wegen der Schweigepflicht dürfe er zum laufenden personalrechtlichen Verfahren nichts sagen. Schwarzenbach ­erwähnt, dass unter der Leitung der Bezirkskirchenpflege ein Vermittlungsprozess im Gang sei. Dieser sei auf Bitten der Kantorei zustande gekommen. Er wolle diesem Verfahren nicht vorgreifen. «Sobald es abgeschlossen ist, werden wir die Kirchgemeinde informieren», sagt der Präsident. Die erwähnte Vereinbarung mit der Kirchenpflege als anstellender Behörde und der Kantorei als fachlicher Aufsicht über die Kantorin nennt er eine «unglückliche Konstellation». Aurelia Weinmann-Pollak war gestern nicht erreichbar.

Erstellt: 14.06.2016, 08:29 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare