Uetikon

Direkte S-Bahnlinie an den Flughafen abschaffen? Das rechte Ufer wehrt sich

Beim nächsten Ausbauschritt der Bahn verliert die Goldküste den Direktzug zum Flughafen. Drei Kantonsräte versuchen, die Weichen anders zu stellen.

Mit dem nächsten Ausbauschritt der S-Bahn ist die S-16 gefährdet und damit die direkte Verbindung zum Flughafen.

Mit dem nächsten Ausbauschritt der S-Bahn ist die S-16 gefährdet und damit die direkte Verbindung zum Flughafen. Bild: Archivbild Sabine Rock

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«Wenn man den öffentlichen Verkehr qualitativ abbaut, dann fahren die Leute wieder mehr mit dem Auto», sagt Christian Schucan. Und das entspräche nun wirklich nicht dem Zeitgeist. Der FDP-Kantonsrat aus Uetikon hat als Erstunterzeichner zusammen mit Hanspeter Göldi (SP, Meilen) und Claudia Hollenstein (GLP, Stäfa) eine Anfrage an den Regierungsrat formuliert.

Der Titel: «Qualitative Weiterentwicklung des S-Bahn Netzes am rechten Zürichsee.» Der Inhalt: Mit der nächsten Ausbauetappe der Bahn, die auf 2035 angesetzt ist, wird die Infrastruktur an der Goldküste stark ausgebaut. Beispielsweise wird bis Stäfa ein durchgehender Viertelstundentakt möglich sein (diese Zeitung berichtete). Die Kritik: Mit dem Ausbau der Kapazität finde ein Abbau des Komforts statt.

Schlechte Verbindung nach Oerlikon

«Die heutige S-16-Linie geht verloren und die direkte Verbindung zum Flughafen ebenfalls», heisst es in der Anfrage. Ausserdem wird es in Zukunft vier Linien geben, die nach Zürich führen. Aber drei davon fahren weiter nach Altstetten und ins Limmattal. «Nur eine fährt nach Oerlikon und weiter nach Niederweningen», schreiben die Kantonsräte.

Mit dieser Aussicht ist man am rechten Seeufer nicht glücklich. Claudia Hollenstein, Präsidentin der regionalen Verkehrskonferenz (RVK) Pfannenstil, kennt die Probleme aus erster Hand. Sie sagt: «Die delegierten Gemeinderäte in der RVK Pfannenstil äusserten sich durchweg unzufrieden mit dieser Situation.» Sei sei daher sofort dabei gewesen, als Christian Schucan sie wegen der Anfrage ansprach.

Frühzeitig wissen, was man tun könnte

Schucan ist mit dem Vorschlag für die neuen S-Bahnlinien unzufrieden. Er hat sich mit den Ausbauplänen beschäftigt. Die S16 quert heute im Bahnhof Oerlikon alle Gleise, um zum Flughafen weiterfahren zu können. Das sieht der ZVV als Problem für den zukünftigen Betrieb: Wegen der S16 würden andere Züge aufgehalten (diese Zeitung berichtete).

Doch Schucan fragt: «Heute geht es ja. Und wenn künftig die S16 zweimal in der Stunde in Oerlikon alle Gleise quert - wäre das so tragisch?» Immerhin hätten Erhebungen der ZVV gezeigt, dass fast jeder fünfte Reisende von der Goldküste bis nach Oerlikon fährt. Müsse man künftig dafür am Zürcher Hauptbahnhof umsteigen, sei das mühsam, meint Schucan: «Die Gleise der betreffenden Züge liegen weit auseinander.»

Vom Regierungsrat wollen die drei Unterzeichnenden unter anderem wissen, ob sich nicht doch an der S16 festhalten liesse und ob dafür weitere Massnahmen in der Infrastruktur nötig wären, zum Beispiel ein weiteres Viadukt. «Wir wollen wissen, ob man etwas tun kann», sagt Schucan, «und das früh genug, denn solche Massnahmen sind nicht schnell umgesetzt.»

Erstellt: 10.02.2020, 12:16 Uhr

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