Hombrechtikon

Die wohl unbeliebteste Kreuzung in der Region

Letzte Woche ist ein Kind bei der Kronenkreuzung angefahren worden. Der neuralgische Punkt ist selbst für erfahrene Autofahrer ein Problem. Doch das soll sich ändern.

Für alle Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung: Die Kronenkreuzung in Hombrechtikon ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Gemeinde.

Für alle Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung: Die Kronenkreuzung in Hombrechtikon ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt der Gemeinde.

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Wenn es so etwas wie eine Beliebtheitsskala für Kreuzungen gäbe, würde die Hombrechtiker Kronenkreuzung schlecht abschneiden. «Ich fühle mich jedes Mal unwohl», sagt ein routinierter Autofahrer, der die Stelle regelmässig passiert. Sie sei sehr unübersichtlich, egal von welcher Richtung man herkomme.

Die Kritiker fühlen sich durch einen Vorfall von letztem Donnerstag in ihrer Wahrnehmung bestärkt. Am frühen Abend kollidierte der Lenker eines Lieferwagens, der von der Feldbachstrasse Richtung Grüningen unterwegs war, mit einem 11-Jährigen. Der Bub war mit dem Velo über den Fussgängerstreifen auf der Grüningerstrasse gefahren. Er zog sich mittelschwere Verletzungen zu und musste ins Kinderspital gebracht werden.

Kein Unfallschwerpunkt

«Wenn man die eingedrückte Front und die Windschutzscheibe des Lieferwagens gesehen hat, ist man erleichtert und überrascht, dass der Unfall nicht schlimmer ausgegangen ist», schreibt ein ZSZ-Leser, und: «Wann unternimmt der Kanton endlich etwas, um die Kreuzung zu sanieren?»

«Wann unternimmt der Kanton endlich etwas, um die Kreuzung zu sanieren?»ZSZ-Leser

Auf Facebook wird die Polizeimeldung mit den Worten «eine sehr gefährliche Kreuzung!» und «aber Änderungen sind wohl nicht vorgesehen» kommentiert. Eine Frau schreibt, dass schon lange ein Lichtsignal an die Kronenkreuzung gehöre. Aufgeworfen wird auch die Frage nach der Zahl der Unfälle.

Laut Kantonspolizei Zürich handelt es sich bei der Kreuzung nicht um einen Unfallschwerpunkt. Mediensprecher Florian Frei betont zudem, dass der Unfall sich nicht im Kreuzungsbereich, sondern auf der Grüningerstrasse ereignet habe. Zum Unfallhergang kann er nichts Weiteres sagen.

Gescheiterte Planung

Die Politik hat die Gefährlichkeit der Kronenkreuzung, benannt nach dem Restaurant Krone an der Ecke Feldbach-/Lächlerstrasse, längst anerkannt. Sie steht seit mehr als einem Jahrzehnt auf der Agenda des Gemeinderats. 2012 plante dieser unter der Führung des damaligen Gemeindepräsidenten Max Baur (FDP), den Knotenpunkt in eine T-Kreuzung umzugestalten. Sie sollte das Kernstück der Zentrumsplanung werden.

Doch der neue Verkehrsplan, der die Rütistrasse zur Gemeindestrasse hätte herabstufen und stattdessen die Holflüestrasse zur Kantonsstrasse machen sollen, stiess auf Opposition. Als das vorgesehene Verkehrsregime auch vom Kantonalen Amt für Raumentwicklung kritisiert wurde, zog der Gemeinderat die Vorlage zurück.

Ein nachgelagertes Projekt

Die Erhöhung der Attraktivität des Dorfkerns und damit die Verbesserung der Verkehrssituation bei der Kronenkreuzung hat sich auch der aktuelle Gemeinderat als Legislaturziel vorgenommen. Diesem kommt er nun möglicherweise dank dem privaten Bauprojekt der Landi ein Stück näher – auch wenn die Neugestaltung der Kreuzung nicht direkt damit verknüpft ist. Die Landi plant auf ihrem Gelände an der Rütistrasse eine Zentrumsüberbauung. Über den öffentlichen Gestaltungsplan zum Projekt stimmt die Gemeindeversammlung voraussichtlich im nächsten Frühling ab.

Bei der Neugestaltung der Rütistrasse und der Kreuzung handelt es sich um ein nachgelagertes Projekt. Die Kronenkreuzung sei in der Vernehmlassung des Gestaltungsplans kein Thema gewesen, sagt Gemeindepräsident Rainer Odermatt (FDP). Die Federführung für die Neugestaltung der Kreuzung liegt beim Kanton, weil es sich bei der Rüti- und der Feldbachstrasse um Kantonsstrassen handelt. Der Kanton hat laut Odermatt von Verkehrsplanern eine Studie erarbeiten lassen. Über den Inhalt dieser Studie wurde aber bis zum Redaktionsschluss nichts bekannt.

Erstellt: 09.09.2019, 21:02 Uhr

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