Küsnacht/Männedorf

Zwei junge Blitzdenker vom Zürichsee

Der neunjährige Mark Mihaljevic und der zwölfjährige Sinan Deveci haben in ihren Alterskategorien den ersten Platz an den Schweizer Meisterschaften im Schnellschach geholt.

Die jungen Schachspieler?Sinan Deveci (links) und Mark Mihaljevic (rechts) haben an der Schweizermeisterschaft im Schnellschach gewonnen.

Die jungen Schachspieler?Sinan Deveci (links) und Mark Mihaljevic (rechts) haben an der Schweizermeisterschaft im Schnellschach gewonnen. Bild: David Baer

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Zwei junge Schachspieler vom rech­ten Zürichseeufer haben am 10. April an der Schweizer Meis­ter­schaft im Schnellschach in So­lo­thurn teilgenommen ­– und den ersten Preis gewonnen. In insgesamt sieben Runden mussten Sinan Deveci aus Männedorf und Mark Mihaljevic aus Küsnacht an der Schweizer Meisterschaft ihr Geschick unter Beweis stellen.

Der neunjährige Mark hat in der Kategorie der unter Zehnjährigen (U10), der drei Jahre ältere Sinan in der U14-Kategorie gewonnen. Dies war für beide eine grosse Überraschung. «Wir gehörten nicht zu den Favoriten», sagt Sinan. Trotzdem konnte der Männedörfler einen spannenden Stichkampf für sich entscheiden. Auch in der U10-Kategorie war der Kampf um den ersten Platz nervenaufreibend. Mark musste gegen den topgesetzten Deyan Samuil Kostov aus Commugny VD antreten und gewann zur Überraschung vieler trotz des Unentschiedens. Ein Punktevorsprung verhalf ihm zum Sieg.

Für Sinan war es das zwan­zigs­te, für Mark erst das zweite Turnier. Im soge­nannten Schnellschach wird pro Spieler und Partie mit 10 Minuten und 10 Sekunden pro Zug gespielt. «Bei einer normalen Partie Schach kann es zum Teil vorkommen, dass man eine halbe Stunde lang auf den Zug seines Gegners warten muss», sagt Sinan. Dies sei vor ­allem für die Zuschauer nicht spannend.

Schach ist ein Kopfsport

Mark hat das Brettspiel vor fünf Jahren durch einen Schulfreund für sich entdeckt. Sinan lernte die Regeln als Sechsjähriger von seinem Grossvater. Seither haben die jungen Schachbegeisterten unzählige Stunden geübt, an ­Zügen herumstudiert und Bücher über die verschiedensten Strategien verschlungen. Wenn die eher schüchternen Jungen von ihrem Lieblings­hobby sprechen, leuchten ihre Augen. Privat kannten sich Mark und Sinan bis zum Turnier noch nicht. Man merkt jedoch schnell, dass ihr grosses Wissen über ihre Passion sie verbindet. «Es gefällt mir, dass es so viele Möglichkeiten gibt, wie man das Spiel für sich gewinnen kann», sagt Sinan. Mark bevorzugt strategische Denk­spiele gegenüber dem Glücksspiel. «Ich muss immer überlegen, was das Gegenüber denkt, und dabei auch noch einen eigenen Plan verfolgen.»

Es verwundert nicht, dass die Lieblingsfächer der beiden Schach­spieler Mathematik und Sport sind. Der ewige Streit um die Frage, ob Schach denn nun wirklich eine Sportaktivität sei, ist jedoch auch für Mark und ­Sinan nicht geklärt. Der neunjährige Mark denkt angestrengt nach und kommt zum Schluss, dass Schach ein «Kopfsport» sei. «Eine Studie hat belegt, dass Schachspieler bei einer Partie einen genauso hohen Blutdruck haben wie zum Beispiel Leichtathleten», bestätigt Sinan.

Logisches Denken

Um sich weiter zu verbessern, besucht Mark zweimal in der Woche die Schachschule Regez in Küsnacht. Dort schauen sich die Schüler gemeinsam Strategien an, lesen Schachhefte oder spielen gegeneinander. Sinan ist Mitglied der Schachgesellschaft Zürich und übt dort einmal wöchent­lich. Die Schach-Fans verfolgen auf You­tube gerne Partien der Grossmeister mit. Ganz ehrfürchtig nennen Mark und Sinan den WM-Gewinner Magnus Carlsen aus Norwegen als ihr Vorbild. «Den Titel Grossmeister bekommt man ab 2500 gesammelten ELO-Punkten», erklärt Mark. Die ELO-Zahl ­werte die Spielstärke der Schach­spieler. An Turnieren hat Sinan bereits 1657 und Mark 1801 Punkte gesammelt.

Der Küsnachter möchte künftig als erfolgreicher Schach- und Fussballspieler durchstarten. Sinans Wunsch ist es, als Quanten- und Astrophysiker Theorien zu erarbeiten und somit auch beim logischen Denken zu bleiben. Bis es so weit ist, studieren die beiden weiterhin fleissig ihre Schach­bücher und Knobelaufgaben. Partien spielen sie aber lieber in ihren Schachklubs. «Gegen die Eltern zu spielen, wäre mittlerweile langweilig», sagt Mark und schmunzelt. ()

Erstellt: 26.04.2016, 17:37 Uhr

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