Männedorf

Die Suche nach dem «Männedörfler-S»

In der Gemeinde soll eine Achse belebt werden, die s-förmig durch das Dorf verläuft. Dafür gibt es Ideen, das Gebiet um die Dammstrasse und das Oberdorf als kleinere Zentren aufzugeben.

Die Kugelgasse soll zu einem zentralen Bestandteil des «Männedörfler-S» werden.

Die Kugelgasse soll zu einem zentralen Bestandteil des «Männedörfler-S» werden. Bild: Patrick Gutenberg

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Monatelang und in mehreren Workshops haben rund 60 Männedörfler diskutiert und geknobelt, wie sich das Zentrum der Gemeinde künftig präsentieren könnte. Der Gemeinderat hatte ausgewählte Personen aus der Bevölkerung dazu eingeladen, gemeinsam mit den Behörden und Städteplanern die Entwicklung des Dorfes voranzutreiben. Nun liegt eine grobe Skizze vor, in welche Richtung sich Männedorf entwickeln könnte. Die wichtigsten Erkenntnisse:

Männedörfler-S: Neu soll sich das Zentrum s-förmig durch die Gemeinde ziehen, begonnen beim Zentrum Leue und dem heutigen Parkplatz Mittelwies nördlich des Bahngleises über die Bahnhofstrasse und die Kugelgasse hin zum Hafen. In diesem «S» soll gemäss Mitteilung der Gemeinde ein «neuer, attraktiver Freiraum mit lebendigen Erdgeschossnutzungen entstehen», sprich Läden, Gastronomie-Angebote und weiteres.

Mittelwies: Das Areal Mittelwies mit dem Parkplatz ist der Ausgangspunkt der Planung. Es befindet sich unterhalb des Zentrums Leue, in dem sich unter anderem die Migros-Filiale befindet. Im Fokus steht eine mögliche Bebauung des Parkplatzes. Die Parkplätze würden im Untergrund verschwinden. Es soll Platz haben für einen zweiten Detailhändler, auf dessen Dach der sogenannte Mittelwiespark vorgesehen ist. Er wird als urbaner Raum konzipiert. Gewerbe und Gastronomie sollen ihn beleben. Südwestlich davon, also oberhalb des Bahnhofs, soll neu ein sogenanntes «Stadtperron» anschliessen. Es ist autofrei, ebenerdig angelegt und dient quasi als Eingangstor zu den Einkaufsmöglichkeiten. Die Mittelwies soll zur Fussgängerzone werden. Vorgesehen ist zudem, die bestehende Begegnungszone mit Tempo 20 von der Bahnhofstrasse bis auf den südlichen Bereich des Mittelwiesarels auszuweiten.

Passerelle: Eine Passerelle für Fussgänger, die über das Bahngleis führt, verbindet den Mittelwiespark mit der Bahnhofstrasse.

Kugelgasse: Die Kugelgasse, in der heute Tempo 50 gilt, soll zur Tempo-30-Zone werden.

Hafen: Das Gebiet um den Hafen soll ein Raum bleiben, der vor allem für die Freizeitnutzung vorgesehen ist.

Übrige Zentren: Eine Erkenntnis aus den Workshops ist gemäss der Medienmitteilung, dass nicht alle kleinen Zentren in Männedorf überleben werden. Betroffen sind vor allem die Dammstrasse, in der sich heute die Coop-Filiale sowie einige kleinere Läden befinden, sowie das Oberdorf, in dem sich ebenfalls Gewerbe befindet. Eine solche mögliche Entwicklung könnte insbesondere für die dort ansässigen Gewerbler Zündstoff bergen. Sie sollen nach den Ideen der Arbeitsgruppe in die Mittelwies oder beispielsweise in die Kugelgasse umziehen.

Chilbi: Neue Entfaltungsmöglichkeiten könnten sich für die Chilbi geben. Sie findet heute in der Mittelwies statt und könnte künftig auf das Gebiet um den Bahnhof oder sogar auf das ganze «Männedörfler-S» ausgeweitet werden.

Bahnübergang: Der Bahnübergang an der Bergstrasse bleibt bestehen. Diskutiert worden war, stattdessen eine Unterführung zu bauen, was aber aus Kostengründen verworfen wurde. Gemäss Messungen eines Verkehrsexperten führt der Bahnübergang auch dann nicht zu grossen Staus, wenn auf der Mittelwies wie vorgesehen ein neues Zentrum gebaut würde, das Mehrverkehr zur Folge hätte. Rückstaus auf die Seestrasse seien weiterhin nicht zu erwarten - selbst dann nicht, wenn dereinst der Viertelstundentakt eingeführt werden sollte und die Barriere häufiger geschlossen wäre.

Lob und Kritik: In einer Umfrage haben sich rund 75 Prozent der Teilnehmer zufrieden mit dem Ergebnis der Workshops geäussert. Einige wünschen sich aber auf der Mittelwies mehr Freiraum. Zudem sind noch viele Fragen ungeklärt – beispielsweise, ob auf der Mittelwies ein zentrales Verwaltungsgebäude für die Gemeinde erstellt werden soll.

So geht es weiter: Der Gemeinderat will über den Sommer die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Ansätze des Konzepts prüfen. Die Anregungen aus den Workshops werden zudem für Folgeprojekte aufgenommen. Im Herbst wird der Gemeinderat an einer Informationsveranstaltung über die Ergebnisse de Verfahrens und die weitere Planung informieren.

Erstellt: 24.05.2019, 14:05 Uhr

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