Freiwillige

«Die Rennen kann ich hautnah verfolgen»

Jakob Steiner aus Schönenberg steht an der Ski-WM als einer der zahlreichen freiwilligen Helferim Einsatz. Der pensionierte Postangestellte ist bei seiner Arbeit rundum glücklich.

«Die Voluntaris sind eine Familie unter sich»: Jakob Steiner.

«Die Voluntaris sind eine Familie unter sich»: Jakob Steiner. Bild: zvg

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In St. Moritz sind Sie ein sogenannter Voluntari. Der Name ist bündnerisch gefärbt, richtig?
Jakob Steiner: Voluntari ist der männliche und Voluntaria der weibliche Singular für das, was wir hier in St. Moritz tun. Das ist ein Oberengadiner Romanisch-Idiom, wie wir im vergangenen Dezember in einem Vorbereitungskurs in Pontresina erfahren haben. Ein bisschen Dialekt zu lernen, schadet nichts. (lacht)

Bereits im April 2016 wurde die Onlineregistrierung aufgrund der grossen Nachfrage geschlossen. Sind Sie glücklich, sich rechtzeitig angemeldet zu haben?
Ich wusste, dass bald einmal keine weiteren Anmeldungen berücksichtigt würden. Kaum war das Portal offen, habe ich mich eingetragen. Was mich betrifft, kann ich sagen, ja, ich fühle mich glücklich da oben. Ich gehe gerne in die Berge und bin seit 26 Jahren Mitglied des Schweizerischen Alpenclubs Hoher Rohn. Als aktiver Sportler habe ich vor allem Bergläufe bestritten, so den Aletsch-Halbmarathon und mehrmals den Eigertrail in Grindelwald.

An der WM sind Sie der Sicherheitsabteilung zugeteilt. Sie unterstützen zurzeit die Zutrittskontrollen bei den Zeremonien an den Medaillenvergaben. Wie gross sind die Sicherheitsvorkehrungen?
Ich bin der Securitas Chur zugeteilt. Mal gibt es einen Notausgang zu bewachen, mal kontrollieren wir die Leute am Eingang. Um Gepäck wie Rucksäcke kümmert sich die Securitas. Wir wurden angewiesen, die Fans freundlich und zuvorkommend zu behandeln. Wir geben Auskunft oder leiten die Leute an jene Personen weiter, die spezielle Fragen beantworten können. Probleme gab es bisher keine, falls solche aufkämen, ist dafür die Polizei zuständig. Die Polizisten markieren schon Präsenz. Die Leute merken, aha, die sind da, die können jederzeit eingreifen.

Was hat Sie motiviert, sich als Voluntari zu melden?
Ich bin gerne bereit, vielseitig zu sein. Dazu gehört, sich zu melden, wenn freiwillige Arbeit gefragt ist. Zum ersten Mal half ich 2014 an der Leichtathletik-EM in Zürich beim Ticketing mit, ich war auch an der EM im Kunstturnen in Bern und dreimal am Lauberhornrennen in Wengen. Dort kontrollierte ich den VIP-Zugang und bekam eine besondere Begegnung mit Adolf Ogi mit.

Um was ging es genau beim Treffen mit dem Alt-Bundesrat?
Herr Ogi wollte partout seinen VIP-Ausweis nicht zeigen. Er trug ihn nicht auf sich. Er war verwundert, dass er ihn vorzeigen musste. Aber wir erklärten ihm, dass auch er sich ausweisen müsse. Er kramte schliesslich die Karte aus dem Hosensack hervor.

Ihre Dienstzeit an den Medaillenvergaben dauert ja nicht ewig. Wie sieht Ihr Tagesablauf noch aus?
Es gibt immer etwas zu entdecken, sei es im WM-Village im Dorf, wo die Skifans für viel Stimmung sorgen, oder auch im Public Village im Zielgelände Salastrains, dem sportlichen Zentrum der WM. Die Voluntaris sind eine Familie unter sich. Man trifft alte Bekannte und frischt Erinnerungen an frühere Sportanlässe auf.

Wie verfolgen Sie die Rennen?
Nächste Woche bin ich für die Zutrittskontrollen im Zielgelände aufgeboten. Ich kann die Rennen also hautnah verfolgen. Aber auch in dieser Woche fahre ich mit den Shuttle-Bussen zu den Rennen. Ich habe mich sehr über die Bronzemedaille von Lara Gut im Super-G gefreut. Schade, ist es Beat Feuz nicht besser gelaufen. Als gebürtiger Berner hätte ich dem Emmentaler auch eine Medaille gegönnt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.02.2017, 16:22 Uhr

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