Männedorf

Spektakulärer Brücken-Transport in Männedorf

Die alte Brücke über dem Ententeich im Alma-Park wurde am Mittwoch ersetzt. Die neue Brücke ist ein Abbild der Originalbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Geliefert wurde die zwei Tonnen schwere Konstruktion von einem Heli.

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Noch vor wenigen Minuten war es spiegelglatt, das Wasser vor dem Alma-Park in Männedorf. Doch nun ist es aufgewühlt, und Gischt spritzt bis hinüber zur nahegelegenen Hafenmole des Seehafens. Grund dafür ist nicht etwa ein Sturm, sondern ein Helikopter, der sich an diesem Mittwochmorgen aus Richtung des Männedörfler Strandbads nähert. Allein schon durch seine Grösse und die Nähe zum Ufer spektakulär, trägt der Helikopter noch eine Brücke an 80 Meter langen Seilen unter sich.

Langsam senkt er sich und bringt die Brücke präzise in Position. Dort warten zirka zehn Leute mit Helmen und knallorangen Leuchtwesten. Geübt nehmen sie die Brücke in Empfang und setzen sie auf vier überdimensionale Metalldornen. Knapp fünf Minuten dauert die Aktion, dann verschwindet der Helikopter und das Wasser beruhigt sich wieder.

Historische Bilder als Vorlage

Dass eine neue Brücke durch einen Helikopter über dem Ententeich im Alma-Park abgeladen wird, hängt mit der Denkmalpflege zusammen. Diese wird im denkmalgeschützten Park in drei Etappen durchgeführt. In der letzten Etappe sind die Instandstellung der Ufermauer und der Geländer und das Ersetzen der Brücke vorgesehen.

Durchgeführt werden die Arbeiten von der kantonalen Denkmalpflege und der Gemeinde. «Die alte Brücke musste sowieso ersetzt werden», sagt Hansjörg Gilgen, Bauberater der kantonalen Denkmalpflege. «Deshalb schlugen wir der Gemeinde Männedorf vor, neu ein Abbild der ersten Brücke, die Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Teich überquerte, zu installieren.»

«Bei der Brücke handelt es sich um eine nachgebaute Version der Originalbrücke aus dem 19. Jahrhundert»


Hansjör Gilgen, Bauberater Denkmalpflege

So entschied sich die Gemeinde, eine Rekonstruktion der ersten Brücke zu bestellen. Wobei, eine Rekonstruktion ist es nicht wirklich, wie Gilgen sagt: «Eigentlich handelt es sich dabei um eine nachgebaute Version, die anhand historischer Bilder gemacht werden konnte.» Die Originalbrücke wurde damals von Joseph Monier, einem französichen Erfinder, entworfen. Wie ihr Vorbild soll die neue Brücke aussehen, als bestünde sie aus Holz, während sie eigentlich aus Zement und Eisen ist, sagt Gilgen. Damit die nachgebaute Brücke in ihrer Erscheinung möglichst nahe am Original sei, sei die Basler Firma Huber & Straub engagiert worden, welche unter anderem schon urzeitlich wirkende Felsen für den Zürcher Zoo entworfen habe. Von Basel habe man die Brücke mit einem Tieflader nach Männedorf transportiert, wo sie vom Helikopter abgeholt worden sei, sagt Gilgen.

Höhere Subvention

Doch weshalb wird die Brücke, die mit zwei Tonnen zwar schwer, aber nicht allzu sperrig ist, mit einem Helikopter und nicht einfach mit einem Bagger an die entsprechende Stelle gesetzt? «Beim Abladen der Brücke mit einem Bagger wären wir das Risiko eingegangen, Bäume und Wege im Park zu beschädigen», sagt Gilgen. Eine weitere Idee sei auch noch die Anlieferung mit einem Schiff gewesen, doch das hätte zu viel gekostet. Deshalb habe man sich für die Luftanlieferung entschieden, sagt Gilgen weiter. «Dadurch haben wir finanziell ein Nullsummenspiel.»

Für die Kosten der Brücke selbst erhielt die Gemeinde Gesamtsubvensionen im Umfang von 50 Prozent. Dies liege 20 Prozent über den üblichen Subventionen, sagt Gilgen. «Die gesamte 3. Etappe der Parkpflege wurde von der kantonalen Denkmalpflege mit 50 Prozent subventioniert, unter anderem weil die Gemeinde unseren Vorschlag mit dem Brückendesign unterstützt hat.» Mit dem Resultat zufrieden zeigt sich nicht nur Hansjörg Gilgen, sondern auch der Männedörfler Gemeindepräsident André Thouvenin (FDP). «Die Brücke ist ein schönes Element, das so in den Alma-Park gehört.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.10.2017, 17:31 Uhr

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