Küsnacht

Die Macherinnen aus dem Hintergrund

Die Idee hat schon länger bestanden, nun ist es so weit: Kommissionsmitglieder der Küsnachter Galerie Höchhuus geben für einmal Einblick in ihr eigenes Kunstschaffen. Am Donnerstag ist die Vernissage der facettenreichen Ausstellung.

Die vier Künstlerinnen Silvia Strobos, Doris Schmid, Arian Zeller und Martina Peyer (von links) stellen ihre Werke in der gemeindeeigenen Galerie Höchhuus aus.

Die vier Künstlerinnen Silvia Strobos, Doris Schmid, Arian Zeller und Martina Peyer (von links) stellen ihre Werke in der gemeindeeigenen Galerie Höchhuus aus. Bild: Sabine Rock

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Die Ankündigung klingt wie ein Versprechen für vielseitige Eindrücke und Einsichten: Vier Künstlerinnen bestreiten ab Donnerstag die Ausstellung in der Küsnachter Galerie Höch­huus. Schon der Weg durch das Treppenhaus des Riegelbaus aus dem 16. Jahrhundert in die Ausstellungsräume offenbart: Die Ankündigung klingt nicht nur so – sie löst das Versprechen auch ein. So zeigt sich die Leuchtkraft von Öl- und Acrylfarbe neben den Naturtönen von Stein und Holz. Malerei, Fotografie und Collage verweisen auf unterschiedliche Techniken. Grossformatiges und Minibilder, Gegenständliches und Abstraktes erweitern das Spek­trum.

Es sind dies Werke von Mar­tina Peyer, Doris Schmid-Rymann, Silvia Strobos und Arian Zeller. Keine Unbekannten für das Küsnachter Höch­huus. Denn die vier Frauen wirkten schon mehrfach in daselbst stattfindenden Ausstellungen mit – nur eben im Hintergrund. Als Kommissionsmitglieder sind sie, nebst anderen, für die Organisation der jährlich bis zu sechs Ausstellungen zuständig. Doch zudem sind die vier, von denen drei in Küsnacht wohnen, auch selber künstlerisch tätig, teils hauptberuflich. «Schon länger hatten wir die Idee, gemeinsam im Höch­huus unsere Werke zu präsentieren», sagt Zeller. Denn: Kunst sei etwas Verbindendes, was sie mit der Gruppenschau zeigen wollten.

Bilder beeinflussen einander

So heterogen die Ausstellung auf den ersten Blick wirken mag und es in Anbetracht der verschiedenen Stile und Macharten auch ist – die Exponate fördern auch Parallelen zutage. Augenfällig wird dies, da die Künstlerinnen auf je eigene Räume verzichtet haben. Die Bilder hängen stattdessen scheinbar willkürlich neben­ein­an­der. Eine Herausforderung, wie Zeller sagt. Denn es habe ausgelotet werden müssen, welche Werke einander positiv beeinflussten und welche allenfalls zu dominant wirkten.

Nun aber zeigt sich eine Harmonie zwischen einzelnen Bildern, die fast schon von den Künstlerinnen abge­sprochen wirkt. «Wir waren selber überrascht und erfreut», erinnert sich Peyer an den Effekt beim Einrichten. So findet die gelbliche Flechte auf einer ihrer Fotografien frappanten farblichen Widerhall in zwei Exponaten ihrer Kolleginnen.

Was aber sieht man nun auf den Bildern der vier Frauen? Wie erwähnt, sehr verschiedenes. Peyers Beitrag zeichnet sich durch Fotografien aus – ausschliesslich von der Küsnachter Hafen­mole. Die Makroaufnahmen schälen neue Ansichten aus dem für die meisten Ausstellungsbesucher bekannten Anblick – so etwa in den Winterbildern.

Social Media beschäftigen

Genaues Hinsehen lohnt sich ­also – wie etwa auch bei den Malereien von Silvia Strobos. Die gebür­tige Holländerin befasst sich mit der Vernetzung in unserer Zeit. Ihre grossformatigen Öl- und Acrylwerke stellen zahllose Menschen dar – klein und in der Masse sich auflösend. Aus der Nähe offenbaren sich enge und lockere Bindungen zwischen den Gestalten: Zum einen seien dies die Kerngruppen – Familien und Freunde. Zum andern die Menschen, die sich gar nicht bewusst seien, dass sie miteinander vernetzt seien. «Heutzutage sind wir, etwa durch Social Media, doch alle irgendwie mit­ein­an­der verbunden», erklärt Strobos.

Arian Zeller beschäftigt sich ebenfalls damit, was die sozialen Netzwerke mit dem Menschen anstellen. Und wie Strobos berichtet auch sie davon, dass ihre Bilder mitunter immer wieder überarbeitet würden. Zeller übersetzt damit das Flüch­tige, sich stets Ändernde, das Facebook, Instagram & Co. innewohnt. Ihre Herangehens­weise ist vielschichtig; so dienen ihr auch Statusmeldungen als Inspiration. Genauso vielschichtig ist ihre Technik, die von Ölbildern bis zu grossformatigen Collagen reicht.

Collagen trifft der Betrachter auch in Doris Schmids Kunst. Die Erlenbacherin, die in Küsnacht aufgewachsen ist, hat auf die Ausstellung hin Kleinformate geschaffen. Dies mit Sandpaste, Foto­grafien, Zeitungsschnipseln, Steinen und Acrylfarbe. Um an ihre ansonsten grossformatige Arbeit anzuknüpfen, schuf sie aus jeweils mehreren Minibildern ein grösseres Bild.

«Das hat mehr Zeit gebraucht als das eigentliche Malen der Einzel­bilder», sagt Schmid. Ihre Werke wirken ruhig, doch sie laden­ nicht minder ein zum Entdecken von Details – in der Relief­struktur, im Glanz der Farbe­ oder in überraschenden Sujets der Collagenelemente.

Vernissage: Donnerstag, 18 bis 20 Uhr, Künstlerapéro: Freitag, 25. Mai, 18 bis 20 Uhr. Ausstellung bis 2. Juni. Öffnungszeiten: Freitag 17 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr. Galerie im Höchhuus, See­strasse 123, Küsnacht. www.kulturelle-vereinigung-kuesnacht.ch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.05.2018, 10:43 Uhr

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