Küsnacht

«Lieber einmal zu viel Alarm schlagen»

Letzte Woche rückte die Feuerwehr aus, um ein Mädchen im Küsnachter Horn zu bergen, das in einem Baum feststeckte. Wer kommt in solchen Fällen für die Kosten auf?

Wieviel ein Einsatz kostet, ist im Katalog der jeweiligen Feuerwehr festgehalten.

Wieviel ein Einsatz kostet, ist im Katalog der jeweiligen Feuerwehr festgehalten. Bild: Symbolbild Manuela Matt

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Was wissen Sie über die Vorkomnisse vom letzten Donnerstag?
Hanspeter Nigg (Stv. Kommandant Feuerwehr Küsnacht): Das Mädchen war auf einem Ausflug mit der zweisprachigen Schule Terra Nova. Wie sich der Unfall ereignet hat nicht, ist mir nicht bekannt. Die Schule hat uns alarmiert.

War der Unfall weniger schlimm als befürchtet?
Ja, schlussendlich war es eine einfache Befreiung. Aber das weiss man im Vorfeld nicht. Die Verantwortlichen der Schule waren verunsichert. Sie hatten Angst, dass das Mädchen sich ernsthaft am Bein verletzt hat. Man muss bei der Feuerwehr generell von allem ausgehen, wenn ein Aufgebot kommt.

Wie viele Feuerwehrleute waren im Einsatz? Was für Kosten wurden dabei verursacht?
Von der Feuerwehr Küsnacht waren zwölf Personen im Einsatz.Dazu kamen noch acht Sanitäter. Die Kosten seitens Feuerwehr belaufen sich auf rund 800 Franken.

Wer bekommt die Rechnung für den Einsatz?
In diesem Fall geht die Rechnung an die Schule, weil sie den Alarm ausgelöst hat. Wenn es möglich ist, wird immer der Auftraggeber zur Rechenschaft gezogen. Ob die Schule dann noch mit den Eltern des Kindes verhandeln wird, weiss ich nicht.

Wo ist festgelegt, wer wann zu Rechenschaft gezogen werden kann?
Die Feuerwehr Küsnacht hat einen Katalog, in dem festgehalten ist, wer was in welchen Situationen bezahlen muss. Grundsätzlich ist jede Feuerwehr für die Festlegung ihres Kataloges selber zuständig. Die Kosten sind aber mehr oder weniger gleich.

«Im Zweifelsfall schlägt 
man lieber 
einmal zu viel Alarm.»
Hanspeter Nigg, Feuerwehr Küsnacht

Es gibt Fälle, bei denen es schwierig scheint, jemanden zu Rechenschaft zu ziehen. Was ist beispielsweise, wenn ein Baum von einem privaten Grundstück auf die Seestrasse fällt?
In diesem Fall bezahlt nicht die Privatperson. Der Baum hätte schliesslich genau so gut auf dem Grundstück landen können. Auch wenn ein Bienenschwarm einen Garten befällt, kann in diesem Fall keiner zur Rechenschaft gezogen werden. Man kann den Bienen ja keine Rechnung schicken. In solchen Ausnahmesituationen zahlt die Gemeinde.

Wer bezahlt für Katzen, die nicht mehr vom Baum runterkommen?
Oh, das ist mein Lieblingsthema! Eigentlich kommen Katzen irgendwann von alleine runter. Spätestens, wenn sie Hunger haben. Doch für Katzenhalter sind ihre Büsis eine wichtige Bezugsperson. Da kann man dem besorgten Eigentümer schlecht sagen, die Katze kommt dann schon irgendwann runter. Deshalb erledigen wir solche Einsätze einfach. Da wird auch keine Rechnung ausgestellt.

Sind solche verhältnismässig banalen Aufträge ein Ärgernis für die Feuerwehr?
Nein, banale Vorkomnisse gibt es nicht. Die Feuerwehr hilft gerne. Im Zweifelsfall schlägt man lieber einmal zu viel Alarm, als zu wenig. Die Feuerwehr hat das richtige Material und das Wissen, um die Lage einschätzen zu können und um zu helfen. Darum ist es für uns wichtig, dass wir jederzeit über genügend engagierte Feuerwehrleute verfügen. (zsz.ch)

Erstellt: 05.04.2016, 18:05 Uhr

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