Verkehr

E-Trottis stranden in den Seegemeinden

Mit in Zürich gemieteten E-Scootern erreicht man Gemeinden wie Küsnacht und Rüschlikon im Nu. Probleme werden in den Seegemeinden vor allem in punkto Verkehrssicherheit geortet.

Ein E-Trottinett des Anbieters Lime in Zollikon.

Ein E-Trottinett des Anbieters Lime in Zollikon. Bild: Manuela Matt

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Vermehrt trifft man in stadtnahen Gemeinden auf E-Scooter, die herumstehen. Mit Miet-Trottinetts kann man mittlerweile für ungefähr einen Franken pro Fahrt und 30 Rappen pro Fahrtminute von Zürich bis nach Küsnacht oder Rüschlikon fahren. Gemietet und bezahlt werden die Scooter über eine App des jeweiligen Anbieters.

Während man in der Stadt gefühlt an jeder Strassenecke über ein herumstehendes Trotti stolpert, ist dies in den Seegemeinden noch eher eine Seltenheit. Albi Thrier, Leiter Tiefbau von Küsnacht, gibt an, dass die Gemeinde bisher keine Probleme mit abgestellten E-Scootern gehabt habe. In Zollikon gebe es zwar manchmal abgestellte Scooter, diese haben aber nie von der Gemeinde eingesammelt werden müssen, sagt Gemeindeschreiber Markus Gossweiler.

In Kilchberg gebe es insbesondere in den Sommermonaten abgestellte Miet-Trottis, sagt Gemeindeschreiber Daniel Nehmer. Das Ausmass habe aber auch hier noch keinen störenden oder sicherheitsrelevanten Charakter angenommen. In Rüschlikon präsentiert sich die Situation ähnlich. Wenn dort Trottinetts herumstehen, kontaktiere die Gemeindepolizei den Anbieter, sagt Gemeindeschreiber Benno Albisser. Denn die Mikromobilitätsanbieter sind selbst dafür zuständig, ihre Trottis einzusammeln und die Batterien aufzuladen. Hierbei handle es sich aber nur um Einzelfälle.

Vier Anbieter

Dennoch: Die E-Trottis boomen, insbesondere in Schweizer Städten. Der Mikromobilitätsanbieter Lime beispielsweise startete im Oktober 2018 in Zürich als erster Anbieter in Europa mit 60 E-Scootern, mittlerweile sind es in Basel und Zürich über 500. Seither sind drei weitere Anbieter in der Limmatstadt dazugekommen, namentlich Circ, Bird und Tier. Ziel der Hersteller ist es, die Scooter möglichst langlebig, stabil und sicher zu machen. Dadurch können die Mieter die E-Scooter über längere Zeit benutzen und, wie das Beispiel der Seegemeinden zeigt, auch längere Distanzen zurücklegen.

Offiziell herrscht beim Gebrauch von E-Trottis keine Helmtragepflicht.

Das Problem: Mit einem E-Scooter vom Bellevue auf der Seestrasse nach Küsnacht zu düsen, birgt einige Gefahren. Auf den Websites und Apps der Anbieter hat es mehrere Sicherheitshinweise. So heisst es auf der Lime-Website: «Dein Kopf ist dein Kapital». Ein Helm ist keine Pflicht, aber empfohlen. Denn die bis zu 24 km/h schnellen Trottis werden im Verkehr genau gleich wie Velos gehandhabt: Fahren ist nur auf der Strasse erlaubt, am besten auf einem Velostreifen. Fahren zu zweit oder unter Alkoholeinfluss ist strafbar.

Sensibilisierung auch für Autofahrer

Kompliziert wird die Situation mit den Autofahrern. Diese wüssten teilweise gar nicht, dass die Scooter auf der Strasse gefahren werden müssen, wie Daniel Scherrer, Head Public Affairs Schweiz bei Circ, erklärt. «Manchmal hupen Autos dann die E-Scooter-Fahrer an.» Dementsprechend sei noch viel Sensibilisierung nötig. Lime führt diese Woche das erste E-Scooter-Fahrsicherheitstrainings durch, um ein rücksichtsvolles und regelkonformes Verhalten im Strassenverkehr zu fördern.

Auch Parkieren darf man seinen gemieteten E-Scooter nicht überall. Er darf nur auf einem Trottoir abgestellt werden, wenn dieses mindestens 1.5 Meter breit ist. Auf der Lime-App sind stark frequentierte Zonen, in denen man nicht parkieren darf, rot markiert. Als Fahrer sieht man auf der App und dem Display des Scooters dann eine «No Parking»-Meldung. Solche Zonen wurden für die Seegemeinden noch nicht definiert. Trifft man dort also auf ein ungünstig parkiertes Trotti, stellt man es am besten selbst an einen anderen Ort.

Erstellt: 22.10.2019, 11:12 Uhr

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