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Die christliche Botschaft im Kern der «Star Wars»-Saga

Wer wissen wollte, was die «Star Wars»-Saga und der christliche Glaube für Gemeinsamkeiten haben, bekam bei einem entsprechenden Gottesdienst in Männedorf Antworten.

Auch eine Filmsequenz wurde gezeigt, allerdings aus Rücksicht auf die kleinsten Gottesdienstbesucher in einer harmlosen Trickfilmversion.
Auch eine Filmsequenz wurde gezeigt, allerdings aus Rücksicht auf die kleinsten Gottesdienstbesucher in einer harmlosen Trickfilmversion.
Moritz Hager

Wer mochte, durfte in einem Star Wars-Kostüm erscheinen. Eine Option, die der reformierte Pfarrer Achim Kuhn bereits am Sonntagmorgen in einem Interview mit Radio Zürisee erwähnte. Er selber hat auf den Talar verzichtet, aber ebenso auf Maske und Laserschwert. In bravem Anzug und Krawatte begrüsste er am frühen Sonntagabend etwa hundert Besucher im Männedörfler Kirchgemeindehaus, wo der so genannte JJJ-Gottesdienst stattfand. Ungewohnt viele Kinder mit ihren Eltern und Jugendliche, aber auch einige ältere Paare füllten die Reihen.

Als der Theologe wissen will, wer denn schon etwas von Star Wars, der seit 1977 bestehenden und bereits mit zehn Oscars ausgezeichneten Filmreihe gehört habe, streckte die Hälfte der Anwesenden die Arme in die Höhe. Auf das Besondere dieser Filme angesprochen, meint der als Jedi-Ritter verkleidete Mitorganisator Mario Bernasconi: «Bei Star Wars ist alles möglich, gerade weil es sich weit weg in der Galaxis abspielt.» Zudem sei es voller Symbolik für Gutes und Böses. Nicht zuletzt die weisen und heldenhaften Jedi-Ritter verkörpern in der Star Wars-Saga das Gute.

Parallelen zu Jesus

Wie wenn Achim Kuhn auf diese Stichworte gewartet hätte, nimmt er das «Star Wars-Phänomen» auf: «Es geht um den Kampf der Guten, oft in der Minderzahl, die sich gemeinsam gegen das böse Imperiale erheben.» Aktuelle Beispiele dafür gebe es reichlich.

Um diese Aussage zu bekräftigen, wird dem Publikum eine Schlüsselszene aus einer «entschärften» und kindergerechten Comic-Adaptation vorgeführt. Darin soll Darth Vader, der dem bösen Imperium angehört und Vater des Protagonisten Luke Skywalker ist, auf Befehl des bösen Imperators den Sohn töten. Luke Skywalker gehört den guten Rebellen an und ist nicht bereit, gegen den Vater anzutreten.

«Wie Jesus», kommentiert der Pfarrer, «verzichtet Luke auf Gewalt und ermöglicht so seinem Vater eine Umkehr, indem er ihn bittet, sich zum Guten zu bekehren.» Aus der Bibel zitiert Pfarrer Kuhn die Stelle «Überwinde das Böse mit Gutem» oder «vergeltet niemals Böses mit Bösem». Aussagen, die der Star Wars-Thematik zugrundeliegen. Zur Maske von Darth Vader meint er, «wir tragen oft auch eine Maske». Doch Gott helfe jedem, das Gute auch hinter einer Maske zu entdecken, wie Luke Skywalker hinter der Maske eben den eigenen Vater erkannt habe. Darth Vader besinnt sich schliesslich wieder auf das Gute und kehrt der dunklen Seite der Macht den Rücken, bevor er stirbt.

Im Anschluss an den Gottesdienst darauf angesprochen, meinte der pensionierte Arzt Arnold Hürlimann, der sonst regelmässig die morgendlichen Gottesdienste besucht: «Ich fand es lässig, wie der Pfarrer das Thema aus dem Film herausgeschält und in den Mittelpunkt gestellt hat.» Eine 76-jährige Männedörflerin, für die Star Wars gänzlich neu war und die darum mit gemischten Gefühlen gekommen war, zeigte sich ebenfalls begeistert: «Es ist gut verständlich rübergekommen, dass man für das Gute kämpfen soll.»

Raumschiff und Roboter

Die beiden 19-jährigen, Stefanie und Nadine aus Stäfa fanden: «Es ist doch cool, dass man probiert, den Glauben auf diese unkonventionelle Weise an Jüngere heranzutragen.» Zur dramatischen Stimmung im Gottesdienst beigetragen haben die Geschwister Janine und Roger Abegg mit filmischen Melodien und eigenen Improvisationen auf der Trompete und am Klavier.

Zur Unterhaltung danach dienten nebst dem Apéro und Häppchen diverse Stationen, wo man aus Lego ein Raumschiff bauen, ein Quiz zu Star Wars lösen oder mit einer Miniaturversion des Roboters C-3PO einen Parcours durchlaufen konnte. Zudem konnten die Star Wars Requisiten aus der Sammlung von Sozialdiakon Andreas Müller, ein bekennender Fan der Filmreihe, bewundert werden.

Und vielleicht fühlte sich der eine oder andere Besucher nach dem Gottesdienst sogar ein wenig wie ein Jedi-Ritter, stand das Motto der Veranstaltung doch unter dem abgewandelten Filmzitat «Die Macht Gottes möge mit Euch sein.»

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