Herrliberg

Die Blochers bauen ihre Residenz in Herrliberg aus

Silvia und Christoph Blocher erweitern und ergänzen ihr stattliches Anwesen in Herrliberg: Sie haben das angrenzende Grundstück gekauft, um Lagerräume für Kunst, ein weiteres Wohnhaus und grössere Gartenanlagen zu erstellen. Dafür investieren sie über 11 Millionen Franken.

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Wer mit dem Auto am Anwesen von Christoph und Silvia Blocher am Herrliberger Wängirain vorbeifährt, bekommt wenig zu sehen: Die Villa mit ihrem grossen Umschwung und Swimmingpool ist hinter Eingangstor, Hecken und Bäumen verborgen und für Gaffer nicht ergiebig. Das wird sich auch mit den Erweiterungsbauten nicht ändern, welche der SVP-Politiker und Ex-Bundesrat und seine Ehefrau jetzt planen – und zwar auf dem benachbarten Grundstück, das sie erworben haben.

Das Baugesuch, das noch bis Mitte Februar bei der Gemeindeverwaltung aufliegt, sieht die Zusammenlegung des gekauften Grundstücks mit der bisherigen Liegenschaft der Blochers vor. Gegen die Strasse hin soll es von einer rund zwei Meter hohen, begrünten Stützmauer sowie Hecken und Bäumen abgeschirmt werden.

Das von Zürcher Architekten ausgearbeitete Projekt sieht anstelle des bisherigen Wohnhauses der früheren Besitzer einen eingeschossigen Neubau mit zwei Wohnungen vor. Diese sind laut dem Baugesuch der als Grundeigentümerin eingetragenen Silvia Blocher für einen Gärtner und anderes Personal vorgesehen. Das Haus soll einen direkten Zugang von der Strasse her haben.

Unterirdisches Kunstlager

Imposanter sind die sogenannten Annexbauten, welche die Blochers erstellen lassen: Es handelt sich um einen unterirdischen Raumkomplex, der sich unter einer Wiese befindet – mit Fensterfronten zur Seeseite hin. Die Räumlichkeiten umfassen neben einer Bibliothek, einer Lounge, einem Empfangsraum und Sitzungszimmern auch grosse Lagerräume für Kunstwerke. Christoph Blocher, der als Kunstsammler bekannt ist und unter anderem Gemälde von Albert Anker und Ferdinand Hodler besitzt, wird diese Lagerräume privat nutzen. Eine öffentlich zugängliche Galerie oder gar ein Museum – wie die Handelszeitung spekulierte – ist definitiv kein Thema, wie Silvia Blocher gegenüber der «ZSZ» erklärte. Hingegen wollen die Blochers am Wängirain noch fünf private Parkplätze erstellen, wie aus dem Baugesuch ersichtlich ist.

Stattlich sind auch die Pläne für die Gartenanlagen, die mit den neuen Grünflächen um über 2000 Quadratmeter erweitert werden. Hier sollen laut Projektbeschrieb neben durchmischten Baumkulturen und Wiesen auch Blumenrabatten, Hecken oder begrünte Mäuerchen und Pergolas aus Stahl entstehen. Zudem wird das Netz von Wegen auf das neue Areal ausgedehnt – und zwar rollstuhlgängig, wie es im Beschrieb heisst.

Ansonsten soll der Garten «von aussen nicht einsehbar sein und als Ort der Ruhe und Erholung dienen». Die Kosten für das ganze Bauprojekt belaufen sich auf 11,3 Millionen Franken, wie Christoph Blocher bestätigte. Darin sei der nicht kommentierte Kaufpreis für das Grundstück nicht enthalten. Wenn alles nach Plan verläuft und keine Einsprachen erfolgen, beginnen die Bauarbeiten im Oktober - und sollen im April 2020 beendet sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.01.2018, 14:45 Uhr

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