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Der letzte Schliff an der Seestrasse

Mit dem Einbau des Deckbelags geht die Sanierung der Seestrasse bei Küsnacht/Erlenbach in die letzte Runde. Ab dem 17. August wird die Strecke wieder beidseitig befahrbar sein.

Die Belagseinbaumaschine verteilt die heisse Teermischung passgenau auf der Strasse.
Die Belagseinbaumaschine verteilt die heisse Teermischung passgenau auf der Strasse.
Michael Trost

Der Geruch von heissem Asphalt liegt in der Luft. Der Boden vibriert, wenn die tonnenschweren Walzen darüberfahren. Hinter ihnen erstreckt sich eine spiegelglatte, schwarze Fläche. Zwischen Küsnacht und Erlenbach entstehen während dieser Tage die letzten Abschnitte der neuen Seestrasse.

Wenn am 17. August um fünf Uhr morgens die Strasse für den beidseitigen Verkehr geöffnet wird, geht eine Odyssee zu Ende. Seit Januar des vergangenen Jahres war ein rund 2 Kilometer langer Abschnitt der Seestrasse eine Grossbaustelle. Für Automobilisten war sie oftmals ein Ärgernis, für Rolf Vaqué vom kantonalen Tiefbauamt eine Herkulesaufgabe. «Jetzt, nach 18 Monaten Bauzeit ist das Ende in Sicht», sagt der Projektleiter der Baustelle. 240 Meter pro Stunde

An diesem Mittwoch Morgen wird der Deckbelag eingebaut. Das ist die drei Zentimeter dicke Belagsschicht, auf der bald wieder Autos rollen werden. Damit alles reibungslos abläuft, stehen mehrere Lastwagen bereit, alle beladen mit rund 25 Tonnen Belagsmaterial. Die Asphaltmischung wird anschliessend in den sogenannten Beschicker gekippt. «Diese Maschine erlaubt es uns, die Lastwagen zu wechseln, ohne dass wir den Prozess stoppen müssen», erklärt Vaqué. Über ein Förderband gelangt die über 150 Grad heisse Belagsmischung anschliessend in die Belagseinbaumaschine, welche den Deckbelag auf die gesamte Strassenbreite verteilt. Es geht schnell voran: «Pro Stunde kommen wir 240 Meter vorwärts», sagt Thomas Suter, Bauführer bei Hagedorn AG, welche die Arbeiten ausführt.

Auf den Tross aus Lastwagen, Beschicker und Belagseinbaumaschine folgen drei Walzen, die den frischen Belag verdichten. Zwei davon sind 12,5 Tonnen schwere Vibrationswalzen, eine ist eine statische Walze, die nicht vibriert, aber 2,5 Tonnen schwerer ist. Auf einem Bildschirm im Führerhäuschen lässt sich erkennen, ob der Belag genügend verdichtet ist oder ob noch eine zweite Fahrt nötig ist.

Die Strasse markieren

Eine Herausforderung stellen die kleinen Gas- und Wasseranschlüsse dar, die überall auf der Strasse vorkommen. Sobald die Belagseinbaumaschine durchgefahren ist, werden die runden Metallzylinder von Hand ausgegraben und mit der Strassenoberfläche auf eine Höhe gebracht und mittels der Walze festgedrückt. Ein ähnliches Verfahren wird später bei den rund 200 Schachtdeckeln für die Kanalisation angewandt werden.

Um das 1850 Meter lange Strassenstück mit Deckbelag zu versehen, brauchen die Arbeiter einen ganzen Tag. Dann ist die Strasse selbst eigentlich fertig. In den Tagen bis zum 17. August werden noch diverse kleinere Arbeiten erledigt. Dazu gehören das Anbringen der Strassenmarkierungen und der Signalisation sowie das Fertigstellen von Fussgängerinseln und Trottoirs. Des Weiteren müssen Induktionsschlaufen für die Steuerung der Lichtsignalanlagen angebracht werden. Zudem muss bis zum Schulanfang im August die Umleitungsroute wieder so aussehen wie vor Baubeginn. «Das ist mit der Schule und den Gemeinden so abgemacht», sagt Vaqué. «So können sich die Erstklässler an das Strassenbild gewöhnen.»

13,7 Millionen Franken

Rolf Vaqué ist stolz darauf, was in den 18 Monaten geschafft wurde. «Wir haben den Zeitplan auf den Tag genau eingehalten», sagt er. Das schwierigste sei gewesen, den Verkehr zu bewältigen. Die Variante mit der Umfahrungsstrasse durchs Dorf habe vieles erleichtert. «Ohne diese Lösung hätten die Bauarbeiten rund 60 Monate gedauert», erklärt er.

Beim Bau des neuen Seestrassenabschnitts haben mehrere Werke und Betriebe mitgearbeitet. Von der Kanalisation über Stromkabel bis zu Internet- und Telefonanschlüssen musste alles berücksichtigt werden. Auch die Müllabfuhr musste für die Anwohner sichergestellt sein. Diese seien sehr verständnisvoll gewesen, obwohl sie von der Baustelle direkt betroffen waren. meint Vaqué. «Viele der Anwohner haben uns gelobt», sagt er. Thomas Suter der Hagedorn AG ergänzt: «Auch die Wertschätzung gegenüber den Bauarbeitern war enorm. Bei jedem Wetter haben permanent 25 bis 30 Leute gearbeitet.» Das Grossprojekt auf der Kantonsstrasse hat insgesamt 13,7 Millionen Franken gekostet.

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