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Der Hosenlupf hat auf der Hochwacht Hochkonjunktur

1300 Zuschauer lockte die 58. Ausgabe des Pfannenstil-Schwinget auf die Hochwacht. Lokalmatadoren schnitten in einem starken Teilnehmerfeld ordentlich ab. Der Tagessieg ging aber an einen Auswärtigen.

Roman Schnurrenberger (Sternenberg) und Joel Kessler(Siebnen) sind in ihrem Element.
Roman Schnurrenberger (Sternenberg) und Joel Kessler(Siebnen) sind in ihrem Element.
Manuela Matt
In der Pause werden die Plätze gewässert.
In der Pause werden die Plätze gewässert.
Manuela Matt
Den verdienten Sieg nimmt Adrian Steinauer mit nach Hause.
Den verdienten Sieg nimmt Adrian Steinauer mit nach Hause.
Manuela Matt
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Zunächst noch leicht zögerlich packt der kleine Junge sein Gegenüber mit allen Fingern beider Hände an der Zwilchhose. Er reisst nach links, nach rechts und irgendwann purzeln beide Dreikäsehochs lachend ins Sägemehl. Ein gutes Dutzend Kinder tummelt sich um den kleinen Ring aus Spänen, der am Rand der Hochwacht-Wiese auf dem Pfannenstiel angelegt wurde.

«Nein, nicht mit den Händen an den Kopf des Gegners fassen, das zählt nicht», weist Nils Lattmann einer der Buben an. Der Jungschwinger des Schwingclubs rechtes Ufer instruiert die Knirpse bei ihren ersten Schwüngen. Entscheidend sei, dass man den Gang leicht gebückt respektive kniend beginne und seinen Gegner richtig an der Hose packe, um ihn im Griff zu haben, erklärt Lattmann. Die Buben befolgen seine Tipps. Eltern halten die ersten Hosenlupfe ihrer Sprösslinge derweil mit der Handykamera fest.

Hüte sind angesagt

Das traditionelle Pfannenstiel-Schwinget lockt auch dieses Jahr zahlreiche interessierte Zuschauer auf die Hochwacht. Rund 1300 Besucher sind es, die an dieser Auffahrt bei strahlendem Sonnenschein dem Fest des Schwingclubs rechtes Seeufer beiwohnen. Hauptsaison auf der Hochwacht haben auch Hüte, denn sie sind es, die bei Schwingfans als besondere Accessoires gelten. Dabei spielt es kaum eine Rolle ob man und frau einen Strohhut, einen Hut mit geflecktem Kuhmuster oder ein lässiges Cap trägt. Hüte gehören dazu wie das Sägemehl, die Zwilchhose oder der Kafi Luz im Festzelt.

Das Festzelt ist bereits zur frühen Mittagszeit rappelvoll. Die Besucher sitzen eng und gesellig zusammen an den Tischen, essen und lauschen den Klängen von Carlo Brunner und seiner Ländlerkapelle, die seit Jahren am Pfannstiel-Schwinget spielt. Andere tippen mit dem Zeigefinger auf der Zwischenrangliste herum, gönnen sich eine Prise Schnupftabak mit dem obligaten und manchmal derben Spruch dazu und fachsimpeln über die aktuelle Zwischenrangliste.

Innerschweizer trumpfen auf

Das Teilnehmerfeld der insgesamt 59 Schwinger, darunter drei eidgenössische Kranzschwinger, lichtet sich nach den ersten Gängen relativ rasch. Die Innerschweizer trumpfen an diesem Tag besonders stark auf. Mit Reto Nötzli (Pfäffikon) und Adrian Steinauer (Willerzell) stellen sie gleich beide Akteure des späteren Schlussgangs, in dem Steinauer seinen Kontrahenten nach einigen Minuten auf den Rücken legt.

Ins finale Duell schaffen es die Lokalmatadoren nicht. Der Feldbacher Shane Dändliker ist mit der Klassierung 3b der beste aus der Region. Der kantonale Kranzgewinner Nicola Wey (Stäfa) stellt früh und kommt nicht über den siebten Schlussrang hinaus. Mit Daniel Kunz (Wagen) und Michael Buchmann (Bubikon) erhalten zwei weitere Schwinger des regionalen Schwingklubs eine Auszeichnung.

Für die einheimischen Teilnehmer ist das Schwingfest auf der Hochwacht wie immer eine spezielle Geschichte. Am Morgen vor dem Wettkampf helfen sie noch beim Aufbau, ehe sie ins Sägemehl steigen. Der Vater von Nicola Wey leitet die Festwirtschaft. Dieses Jahr zum ersten Mal teilgenommen hat der 16-jährige Remo Käppeli, Sohn von OK-Präsident Roland Käppeli. Dieser ist stolz auf seine Schützlinge. «Sie haben in einem gut besetzten Teilnehmerfeld stark geschwungen.» Noch wichtiger sei für die Veranstalter jedoch, dass der lokale Schwinget nach wie vor zahlreiche Zuschauer anzieht – und dass Wetter und Stimmung ihren Teil zu einem gelungenen Volksfest beigetragen haben.

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