Küsnacht

Der Gemeinderatssitz bliebe in der Familie

Die SP Küsnacht stellt eine bekannte Politikerin für den Gemeinderat auf. Lucia Hegglin war bereits von 2006 bis 2010 im Gremium – damals mit Unterstützung des Bürgerforums.

Neuer alter Wind im Küsnachter Gemeindehaus? Lucia Hegglin wurde von der SP für den freiwerdenden Gemeinderatssitz nominiert. Ein Amt, dass die 55-Jährige bereits zwischen 2006 und 2010 bekleidete – damals als Vertreterin des Bürgerforums.

Neuer alter Wind im Küsnachter Gemeindehaus? Lucia Hegglin wurde von der SP für den freiwerdenden Gemeinderatssitz nominiert. Ein Amt, dass die 55-Jährige bereits zwischen 2006 und 2010 bekleidete – damals als Vertreterin des Bürgerforums. Bild: Michael Trost

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Bislang war unklar, wer Gerhard Fritschi, den einzigen Vertreter der SP, im Küsnachter Gemeinderat, beerben soll. Nun teilt die Partei mit, dass sie Lucia Hegglin als Kandidatin aufstellt. Die 55-Jährige wurde bereits 2006 in den Gemeinderat gewählt, trat aber nach einer Legislaturperiode aus beruflichen und privaten Gründen nicht zur Wiederwahl an. 1994 bis 1998 war sie zudem CVP-Gemeinderätin in Erlenbach. Auch während ihrer Amtszeit als Küsnachter Gemeinderätin hat Lucia Hegglin nicht für die SP politisiert. Vielmehr wurde sie vom Bürgerforum unterstützt. «Das Bürgerforum hat sich verändert, es ist jetzt stärker ein Forum, das den Dialog im Dorf fördern will als eine Partei.

Im Bürgerforum finden sich denn auch die unterschiedlichsten Parteizugehörigkeiten», erklärt Hegglin, die nach wie vor Mitglied im Bürgerforum ist, ihren Wechsel zur SP. Ihr eigenes Wertesystem sei gleich geblieben. «Ausgeprägter als andere Denkrichtungen betont die SP, dass wir nicht nur für das eigene Glück, sondern auch für das Wohlergehen unserer Mitmenschen und der Umwelt sorgen müssen», sagt sie. Der Gedanke der Solidarität sei eine ihrer zentralen Leitideen.

«Freude am Dialog»

Dass die Psychologin und Betriebswirtin, die als Personalleiterin der sozialen Dienste der Stadt Zürich arbeitet, gerade jetzt wieder antritt, ist kein Zufall. «Ich habe mein Arbeitspensum auf 80 Prozent reduziert», sagt sie und fügt hinzu, dass auch ihre beiden Kinder inzwischen erwachsen seien.

Nicht nur der Wechsel zur SP, auch ihr Bezug zum jetzigen SP-Gemeinderat Gerhard Fritschi, der nach 16 Jahren zurücktritt, ist aussergewöhnlich. Die beiden sind nämlich verheiratet. Diese Beziehung sei für sie 2010 denn auch ein Grund gewesen aus dem Gemeinderat auszuscheiden, sagt Hegglin. Sie war damals zur gleichen Zeit wie ihr heutiger Ehemann in der Exekutive.

«Natürlich habe ich durch die Partnerschaft in den letzten Jahren verstärkt mitbekommen, was im Gemeinderat passiert», betont sie. Sie sei aber eine eigenständige Persönlichkeit. Als Kandidatin mit vorzüglichen Führungsqualitäten, eigenständigem Urteilsvermögen und Freude am Dialog mit den Menschen im Dorf, charakterisiert die SP in ihrer Mitteilung Lucia Hegglin. Das Netzwerk Rotgrünplus Küsnacht, welchem auch die SP angehört, will zu einem späteren Zeitpunkt weitere Kandidaten für die Kommunalwahlen vom 22. April präsentieren.

Ein Kandidat zu viel

Nachdem bereits die SVP und die FDP ihre Kandidaten für den Küsnachter Gemeinderat präsentiert haben, wird ein spannungsreicher Wahlkampf immer wahrscheinlicher, denn die Bürgerlichen wollen nicht nur all ihre Gemeinderatssitze verteidigen, die FDP möchte noch einen dazugewinnen. Beim Parteilosen Walter Matti und GLP-Gemeinderätin Susanna Schubiger ist noch nicht klar, ob sie wieder antreten. Insbesondere letztere ist aber noch nicht lange dabei, weswegen ein Rücktritt unwahrscheinlich ist.

Verschärft wird die Konkurrenzsituation dadurch, dass – zumindest wenn die Einheitsgemeinde kommt – der Schulpräsident neu Einsitz im Gremium nehmen wird. Obwohl die Zahl der Gemeinderäte gleich bleibt, fällt dadurch faktisch einer der heutigen Sitz weg. Es dürften wohl nicht alle Küsnachter Kandidaten in den Gemeinderat einziehen, wäre doch bereits jetzt bei diesem Szenario einer überzählig. Die Frist für die Behördenkandidaturen läuft noch bis zum 15. Januar. Es ist zudem gut möglich, dass auch noch weitere, insbesondere parteilose Kandidaten antreten.

Erstellt: 24.11.2017, 14:14 Uhr

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