Herrliberg

Der FC Herrliberg will gegen Lärmklage protestieren

Nachdem zwei Nachbarn die Lärmklage gegen die Sportanlage Langacker vor das Bundesgericht gezogen haben, wird der FC Herrliberg aktiv. Er organisiert einen Protestmarsch mit all seinen Mitgliedern.

Der Stein des Anstosses: Die Sportanlage Langacker in Herrliberg. Dass Anwohner eine Lärmklage bis ans Bundesgericht weiterziehen, lässt der FC Herrliberg nicht auf sich sitzen.

Der Stein des Anstosses: Die Sportanlage Langacker in Herrliberg. Dass Anwohner eine Lärmklage bis ans Bundesgericht weiterziehen, lässt der FC Herrliberg nicht auf sich sitzen. Bild: Moritz Hager

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Statt mit Fussball bringt man die Herrliberger Sportanlage Langacker zurzeit mit einem Gerichtsfall in Verbindung. Kürzlich haben zwei Nachbarn der Anlage ihre Klage gegen Lärm und Licht auf dem Sportplatz an das Bundesgericht weitergezogen, nachdem sie bei den kantonalen Instanzen abgewiesen wurden. Dies bewegt den FC Herrliberg, der sich bis anhin nicht zu der Geschichte geäussert hat, dazu, selbst aktiv zu werden.

Keinen Präzedenzfall schaffen

In einem Brief fordert der Vorstand alle Mitglieder auf, am 13. Dezember an einem Protestmarsch teilzunehmen. Weshalb sich der Verein entschieden hat, nun ein Ausrufezeichen zu setzen, erklärt FC-Geschäftsführer Benjamin Benz so: «Sollte das Bundesgericht den Klägern recht geben, müssten wir unseren Trainings- und Spielbetrieb enorm einschränken.» Dies würde zu Trainingsausfällen führen und schlussendlich dazu, dass viele Kinder ihrem Hobby in Herrliberg nicht mehr nachgehen könnten. Zudem wäre ein Präzedenzfall geschaffen für all jene, die sich an den Geräuschen eines Sportplatzes stören.

«Es sollen vor allem unsere Junioren dabei sein, denn sie wären hauptsächlich von einem Urteil betroffen»Benjamin Benz, FCH-Geschäftsführer

Vorgesehen ist der Marsch für den Nachmittag des 13. Dezembers. «Geplant ist, beim Sportplatz zu starten und via Bergstrasse zum ehemaligen Restaurant Frohe Aussicht zu marschieren», sagt Benz. Dort gebe es Punsch und Wienerli für die erwarteten rund 300 Kinder.

Dass der Marsch gerade an einem Mittwochnachmittag durchgeführt wird, hat einen einfachen Grund: «Es sollen vor allem unsere Juniorinnen und Junioren dabei sein, denn sie wären hauptsächlich von einem Urteil betroffen», sagt der Geschäftsführer. Hinzu komme, dass die Aktion friedlich verlaufen soll, was bei Tageslicht einfacher sicherzustellen sei. «Mit der Polizei stehen wir bereits in Kontakt. Sie wird selbst vor Ort sein», sagt er.

Beim Protestmarsch gehe es ihnen in erster Linie darum, ein symbolisches Zeichen zu setzen, sagt Benz. «Wir wollen mit dem Marsch nicht die beiden Kläger erreichen.» Vielmehr hoffen sie, dadurch die Öffentlichkeit auf die Thematik aufmerksam zu machen. «Denn dies betrifft nicht nur den Fussball in Herrliberg, sondern in der ganzen Schweiz.»

Pfeifverbot reichte nicht

Benjamin Benz bedauert, dass es soweit kommen muss. Insbesondere, weil die Gemeinde den Klägern vor zwei Jahren mit Lärmschutzmassnahmen wie einem Pfeifverbot nach 20 Uhr oder einer Spielpause am Sonntagmittag entgegenkam. Genützt hat es nichts, die Klage wurde weitergezogen, weshalb die Massnahmen offiziell nie in Kraft getreten sind. Trotzdem halte sich der FC Herrliberg aus Goodwill daran, sagt Benz.

Erstellt: 16.11.2017, 16:29 Uhr

Der FC Bülach als Vorbild?

Im Zürcher Unterland kam es vor einigen Wochen zu einer ähnlichen Protestaktion. Anstelle von Lärmemissionen ging es in Bülach aber um neue Garderoben. (Video: Michael Caplazi)

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