Stäfa

Der bürgerliche Plan ist in Stäfa nicht aufgegangen

Die SP verteidigt im Stäfner Gemeinderat ihren zweiten Sitz, der mit dem Rücktritt von Verena Niedermann gefährdet war. Sie bringt neu Jeannette Dietziker in die Behörde. Das Nachsehen hat die CVP, obwohl SVP und FDP sie unterstützten.

Jeannette Dietziker hat in Stäfa den zweiten Sitz der SP verteidigt.

Jeannette Dietziker hat in Stäfa den zweiten Sitz der SP verteidigt. Bild: David Baer

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In Stäfa sind am Wahlsonntag alle bisherigen Gemeinderäte problemlos bestätigt worden, inklusive Schulpräsidentin Cristina Würsten-Wirz (FDP), die von Amtes wegen Mitglied des Gemeinderats ist.

Nebst ihr sind Gemeindepräsident Christian Haltner, Finanzvorsteher Simon Hämmerli, Sozialvorsteher David Dubach (alle FDP), Tiefbauvorsteherin Claudia Hollenstein , Hochbauvorsteher Andreas Utz (beide GLP), Sicherheitsvorsteherin Ursula Traber (CVP) sowie Werkvorsteher Christoph Portmann (SP) für eine weitere Legislatur gewählt. Sie erzielten zwischen 1930 und 2277 Stimmen, lagen also alle nahe beieinander.

Knappes Rennen um einen Sitz

Für mehr Spannung hat der Ausgang um das Rennen für das neunte Mitglied des Gemeinderats gesorgt. Die SVP hat im Vorfeld ihren Kandidaten zurückgezogen, um die Wahlchancen von CVP-Mann Philip Hänggi zu verbessern. Die SVP, FDP und CVP, die hierfür einen Pakt schlossen, befürchteten nämlich, dass sich die beiden bürgerlichen Neukandidierenden sonst gegenseitig Stimmen weggenommen hätten. Sie wollten verhindern, dass stattdessen SP-Kandidatin Jeannette Dietziker Gadola den Sitz ihrer zurücktretenden Parteikollegin Verena Niedermann verteidigen kann.

Nach den Wahlen, an denen 32 Prozent der Stimmberechtigten teilnahmen, zeigt sich nun: Die Strategie der Bürgerlichen hat nichts genützt. Die SP-Kandidatin hat 1626 Stimmen geholt, 70 mehr als ihr Herausforderer von der CVP. Sie freue sich über dieses Resultat, auch wenn es knapp sei, sagt Jeannette Dietziker, die von 2010 bis 2014 Schulpflegerin in Stäfa war. Darüber, was ausschlaggebend für ihre Wahl war, kann sie nur mutmassen. «Die SP hat traditionell zwei Sitze im Stäfner Gemeinderat», sagt sie. Da sei es für die Stäfner wohl nur naheliegend gewesen, dass man für eine abtretende SP-Frau eine neue SP-Frau wähle.

Zum zweiten Mal gescheitert

Auch Philip Hänggi glaubt, dass dies ausschlaggebend gewesen sein könnte. «Die SP-Wähler sind sehr diszipliniert. Gerade wenn die Wahlbeteiligung eher tief ist, ist das ein Plus für die Partei.» Der CVP-Kandidat ist enttäuscht, dass es erneut nicht geklappt hat. Schon vor vier Jahren war er angetreten. Damals wie heute erreichte er zwar das absolute Mehr, schied aber als Überzähliger aus. «Das fuchst mich schon etwas. Wenn das Resultat klar ist, ist das Verdikt einfacher hinzunehmen.»

Hänggi will sich trotz der Niederlage weiterhin im Dorf engagieren. So bleibt er Präsident des Verkehrsvereins. Zudem ist er in den Organisationskomitees für die Stäfner Gewerbeausstellung Expo 2018 und für das Herbstfest 2020. Schon 2015 war er als OK-Chef federführend für die Organisation des Herbstfests.

SVP nicht in Schulpflege

In der Schulpflege setzten sich nebst Präsidentin Cristina Würsten-Wirz auch die übrigen Bisherigen durch: Wiedergewählt sind somit Martin Kelterborn (FDP), Peter Märki und Thomas Rilke (GLP) sowie Rudolf Meier (Grüne). Hinzu kommen als neue Mitglieder Barbara Schmid von der SP und Daniela Bahnmüller von der FDP. Die Gewählten erreichten zwischen 1707 und 2156 Stimmen. Abgeschlagen auf dem letzten Platz landete SVP-Kandidat Kaspar Burkhard. Er erreichte zwar mit 1243 Stimmen das absolute Mehr von 1024 Stimmen, schied aber als Überzähliger aus. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.04.2018, 21:14 Uhr

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