Stäfa

Der Bahnhof Stäfa dient neu als Garage

Seit dem Fahrplanwechsel «parkiert» in Stäfa tagsüber ein leerer Zug. Laut SBB handelt es sich dabei aber nicht um eine Alternative zum blockierten Wendegleis in Herrliberg.

Der Zug, der aus dem Nebel kam: Eine S-Bahn, die ausserhalb der Stosszeiten nicht benötigt wird, wartet im Bahnhof Stäfa.

Der Zug, der aus dem Nebel kam: Eine S-Bahn, die ausserhalb der Stosszeiten nicht benötigt wird, wartet im Bahnhof Stäfa. Bild: Conradin Knabenhans

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Wäre alles nach Plan gegangen, könnten die Bahnpendler vom oberen rechten Zürichseeufer heute im Viertelstundentakt nach Zürich fahren – jedenfalls zu den Stosszeiten. Auf den Fahrplanwechsel vom 13. Dezember hätte die neue S-Bahn-Linie S20 eingeführt werden sollen, die in Stadelhofen, Küsnacht, Meilen, Männedorf und Stäfa hält. Doch der Bau des dazu benötigten Abstellgleises im Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen verzögert sich wegen Einsprachen von Anwohnern.

Dass seit kurzem täglich eine geschlossene Zugkomposition im Bahnhof Stäfa steht, hat vor diesem Hintergrund zu Spekulationen geführt. «Üben» die SBB womöglich für den Betrieb der S20 ohne das geplante Wendegleis in Feldmeilen? Genährt wird diese Vermutung dadurch, dass – wie gestern Morgen beobachtet – der leere Zug etwa um 8.20 Uhr von Zürich her kommend in Stäfa eintrifft. Dies entspricht just dem Zeitpunkt, zu dem gemäss künftigem Fahrplan die S20 in Stäfa einfahren wird.

Kein Platz in Herrliberg

SBB-Mediensprecher Christian Ginsig bestätigt, dass das Abstellen eines Zuges seit dem Fahrplanwechsel vor zwei Wochen erfolgt. Es handelt sich um eine S16, die am Morgen bis Herrliberg-Feldmeilen fährt und anschliessend leer mit drei Zugsteilen nach Stäfa weiterrollt. Zwei davon – sie sind jeweils 100 Meter lang – warten im Bahnhof Stäfa, bis sie am Abend einen anderen Zug wieder in Richtung Herrliberg verstärken. «In Herrliberg hat es keinen Platz, die Fahrzeuge einen Tag lang abzustellen», sagt Ginsig.

Im Fachjargon spricht man von einer «Garagierung». Die SBB wollen damit verhindern, dass nicht benötigte Fahrzeuge tagsüber Leerkilometer absolvieren. Ausserdem können die Züge bei dieser Gelegenheit gereinigt werden. Dass ein Zusammenhang mit der geplanten S20 besteht, kann die SBB-Medienstelle auf Anfrage nicht bestätigen. Laut Ginsig erfolgt die Garagierung nach rein logistischen Kriterien.

Die letzte Instanz

Der Rekurs gegen das Wendegleis ist derzeit am Bundesgericht hängig. Im Februar hatten die Anwohner vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Niederlage einstecken müssen. Das Gericht bestätigte, dass das Gleis, so wie es die SBB vorsehen, für den Fahrplanausbau nötig ist. Damit die S20 vorbeifahren kann, muss die in Herrliberg wendende S16 weggestellt werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.12.2015, 09:47 Uhr

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