Hombrechtikon

Denkmalpreis krönt die Sanierung des Menzihauses

Das Menzihaus in Hombrechtikon ist mit dem Schweizer Denkmalpreis ausgezeichnet worden. An der Preisverleihung strichen die Redner die massvolle Restaurierung hervor.

<b>Der Zürcher Baudirektor Markus Kägi (links)</b> erhält von Denkmalpfleger Peter Omachen die Auszeichnung für die gelungene Sanierung des Menzihauses.

Der Zürcher Baudirektor Markus Kägi (links) erhält von Denkmalpfleger Peter Omachen die Auszeichnung für die gelungene Sanierung des Menzihauses. Bild: Sabine Rock

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Das Hombrechtiker Menzihaus ist nicht zu übersehen. Auf einer Anhöhe im Schutzgebiet des Lützelsees gelegen, hebt sich das rote Fachwerk von der weissen Fassade ab. Seit Freitag ist die 2014 abgeschlossene Sanierung der Liegenschaft preisgekrönt, was das Haus weit über die Region hinaus bekannt machen dürfte.

Peter Omachen, Vertreter der Konferenz der Schweizer Denkmalpfleger, übergab den symbolischen Preis vor einer illustren Gästeschar. Vor Ort waren neben Regierungsrat Markus Kägi (SVP) und Hombrechtikons Gemeindepräsident Rainer Odermatt (FDP) zahlreiche Vertreter der Baudirektion und der kantonalen Denkmalpflege.

Kanton als Preisträger

Markus Kägi nahm den Preis als Repräsentant des Kantons, der Besitzerin der Liegenschaft, entgegen. «Die Instandsetzung des Menzihauses war ein Projekt, das die faszinierende Vielfalt der Aufgaben der Baudirektion aufzeigt», sagte er. Dass diese in­terdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Denkmalpreis ausgezeichnet werde, freue ihn sehr.

Der Kanton als Preisträger eines Gremiums, das seinerseits aus Denkmalpflegern, also aus Beamten besteht? Jurypräsident Omachen wies darauf hin, dass dies zu zahlreichen Diskussionen Anlass gegeben habe. «Aber es ist nicht selbstverständlich, dass Behörden in Zeiten des Spardrucks Sanierungsprojekte so vorbildhaft realisieren.» Dass es sich beim Menzihaus um eine aussergewöhnliche Liegenschaft handelt, zeigten die Ausführungen von Markus Vogel vom Architekturbüro VVMV. Er sprach von zwei Elementen, die sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit zogen: dem Rokoko aus der Entstehungszeit und den Attributen eines Bürgerhauses, die dem Gebäude 1914 etwas Erhabenes verliehen hatte.

Wohnkomfort nicht hoch

Bei der Sanierung der histo­rischen Liegenschaft wurde bewusst nur eine zurückhaltende Steigerung des Wohnkomforts und damit geringe Eingriffe in die Bausubstanz angestrebt. Es sei wichtig, bei Schutzobjekten mit Augenmass vorzugehen und die Reparatur und Instandsetzung vor den einfachen Ersatz zu stellen, sagte Roger Strub, zuständiger Bauberater bei der kantonalen Denkmalpflege.

So wurde die traditionelle Beheizung mit Kachelöfen in den beiden Stuben beibehalten und mit einem modernen Heizsystem in einem der Öfen ergänzt. Die Gebäudehülle isolierten Fachleute mit Rücksicht auf denkmalpflegerisch wertvolle Teile nach, die Fenster blieben erhalten. Das beheizte und isolierte Volumen ist auf die zwei Wohngeschosse konzentriert, Kellergeschosse und Dachgeschoss bleiben kalt.

Moderne Technik auf Dach

Die Sanierung des Menzihauses ist auch in energietechnischer Hinsicht erfreulich: Der südöstliche, nicht einsehbare Dachteil des Stallanbaus erwies sich als geeignet für eine Fotovoltaikanlage. «Ob und wie Solaranlagen auf Schutzobjekten und in schützenswerten Ortsbildern möglich sind, muss für jeden Fall individuell angeschaut werden», erklärte Mathias Rosskopf, zuständig für den Natur- und Heimatschutzfonds.

Mit einem Teil des damit erzeugten Stroms kann der Warmwasserspeicher elektrisch erwärmt werden, was die Eingriffe für haustechnische Installationen reduzierte. Der dazugehörende Gutsbetrieb ist damit teilweise energieautark.

Besichtigung des Wohnhauses

Das Menzihaus war vor über 40 Jahren letztmals umfassend saniert worden. Es gilt als besonders wertvolles und charakteristisches Beispiel eines eindrücklichen Bauernhauses im Zürcher Oberland. Zum Weiler Lützelsee gehörend, liegt es in einer Umgebung, die im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz erfasst ist. Zudem liegen die Gebäude in einer Landschaftsschutzzone.

Ein Ort, der auch an die Pächter einige Anforderungen stellt. Lina Ott und Nico Scacchi leben mit ihren fünf Kindern seit Februar 2015 im Menzihaus und betreiben auf dem Pachtland biologische Landwirtschaft. «Für uns ist die sorgfältige Pflege eines historischen Hauses und der nachhaltige Umgang mit Kulturland und Tieren eine Einheit», sagte Sca­cchi. Für die Teilnehmer der Preisverleihung öffnete die Familie am Freitag exklusiv die Türe zu ihrem schönen Wohnhaus.

Erstellt: 04.06.2016, 08:57 Uhr

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