Verkehr

Unterwegs mit Muskelkraft und Elektromotoren

Am Sonntag findet der 16. Slow-up am Zürichsee statt. Rund 30'000 Besucher werden die autofreie Strasse zwischen Meilen und Schmerikon befahren. Darunter hat es auch immer mehr E-Bike-Fahrer, für die besondere Regeln gelten.

Am kommenden Sonntag gehört die Seestrasse zwischen Meilen und Schmerikon wieder den Velofahrern und Inline-Skatern.

Am kommenden Sonntag gehört die Seestrasse zwischen Meilen und Schmerikon wieder den Velofahrern und Inline-Skatern. Bild: Archiv Reto Schneider

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Fertig lustig für Raser und Stressköpfe: Bald werden die Seestrasse zwischen Meilen und Schmerikon und weitere Strassen in Rapperswil leer von Autos dafür voller Velofahrer, Inlineskater und Fussgänger sein. Am Sonntag, 22. September findet der 16. Slow-up am Zürichsee statt. Von 9 bis 18 Uhr wird die 28km lange Route entlang des Sees für den motorisierten Verkehr gesperrt, während alle Teilnehmer freie Bahn von 10 bis 17 Uhr haben.

Immer mehr E-Bikes

Zumindest fast alle. Viele Leute kommen mit E-Bikes. Diejenigen mit einer Leistung von 500 bis 1000 Watt oder einer Tretunterstützung auch bei Tempo 25 bis 45 km/h gelten als Motorfahrräder und sind verboten. Auf der offiziellen Webseite des Anlasses steht zwar: «Für einen Tag gehört die Strasse der Gemächlichkeit, frei von Leistungssport und motorisiertem Verkehr.» Doch Leicht-Motorfahrräder mit einer Leistung von bis zu 500 Watt sind zugelassen. Auf Nachfrage beim Veranstalter bestätigt Helene Tobler von der Geschäftsstelle, dass die Zahl der E-Bikes am Slow-up in den letzten Jahren zugenommen habe . Bussen für E-Bikes, die zu schnell fahren oder die man am gelben Kontrollschild als nicht zulässiges Motorfahrrad erkennt, gäbe es keine.

Fahrer, die andere gefährden, würden aber von der Polizei oder OK-Mitgliedern gestoppt werden. Für E-Trottinetts gäbe es noch keine Regelung. «Sie könnten sich durchaus als Problem herausstellen», sagt Tobler. Gerade in Zürich stehen viele E-Trottinetts, die man via einer App ausleihen kann. Das OK habe die Situation noch nicht einschätzen können und wolle aufgrund der Ergebnisse dieses Jahres eine Regelung für nächstes Jahr aufstellen. OK-Präsident Hans Länzlinger sagt dazu: «Die Slow-up-Idee basiert ja grundsätzlich auf dem Gesundheitsgedanken. Das bedeutet, dass die Fortbewegung aus eigener Muskelkraft im Vordergrund steht. Darin hat ein E-Trottinett alleine schon aus ideologischen Überlegungen keinen Platz.»

Die diesjährige Eröffnungsfeier findet in Schmerikon statt. Der St. Galler Regierungsrat Bruno Damann (CVP) ist als Redner zu Gast und es gibt eine Begrüssung durch Gemeindepräsident Felix Brunschweiler und OK-Präsident Hans Länzlinger. Um 10 Uhr findet dieoffizielle Routenfreigabe mit Banddurchschnitt beim slowUp-Torbogen in Schmerikon statt.Entlang der Strecke findet man viele weitere Attraktionen. Egal ob Minigolf, ein virtueller Veloparcours, eine Riesenrutschbahn, Fisch-Chnusperli aus dem Zürichsee, Mexikanisches Essen oder Zuckerwatte; für jeden ist etwas dabei.

Sicherheit geht vor

Zum ersten Mal gibt es dieses Jahr eine schweizweite Kampagne des Slow-ups mit Präventionstafeln. Diese mahnen zur gegenseitigen Rücksichtnahme und einem gemässigten Tempo. Für fünf Franken kann man bei den Festplätzen in Meilen und Rapperswil einen Velohelm mieten. Bei schönem Wetter werden rund 30 0000 Besucher erwartet. Da Gegenverkehr herrscht, ist es wichtig, dass alle Teilnehmer auf der rechten Fahrbahn bleiben. Zudem sollten sie vorausschauend fahren und genügend Abstand halten, um Stürze zu vermeiden. Falls doch ein Unfall passieren sollte, sind an verschiedenen Orten Samariter stationiert und an mehreren Ständen bringen Profis das Velo kostenlos wieder auf Trab. Als kleinen Trost fürs aufgeschürfte Knie gibt es Luftballons und ein Glücksrad.

www.slowup.ch/zuerichsee

Erstellt: 16.09.2019, 17:12 Uhr

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