Uetikon

Hussong nimmt den Kochhut

Die Goldküste verliert eine Gourmetadresse: In einem Jahr hört Hans-Peter Hussong im Uetiker Wiesengrund auf. Ob dort auch nach seiner Ära gekocht wird, ist ungewiss.

Ines und Hans-Peter Hussong geben ihr Restaurant nach 28 Jahren auf.

Ines und Hans-Peter Hussong geben ihr Restaurant nach 28 Jahren auf. Bild: Archiv: Reto Schneider

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Seinen Gästen tischt er exquisite Kreationen auf wie Ochsenschwanzessenz mit gebratener Gänseleber und altem Sherry oder Langustine in Olivenöl gebraten auf weissem Spargel und Krustentiersauce. Selber isst Hans-Peter Hussong am liebsten «Bibbelsches Bohnensupp». Das ist so währschaft, wie es klingt: ein Eintopf aus Bohnen und Kartoffeln, zubereitet von seiner Mutter daheim im Saarland.

So jedenfalls gab es der Spitzenkoch vor zwei Jahren zu Protokoll, als die «Zürichsee-Zeitung» über sein 25-Jahr-Jubiläum in der Uetiker Wirtschaft zum Wiesengrund schrieb. Nun bleibt seinen Fans nur noch ein knappes Jahr Zeit, um dort einzukehren: Ines und Hans-Peter Hussong schliessen die Türen im Wiesengrund am 31. März 2018 für immer. Das schreibt das Paar seinen Gästen und Freunden in einem Brief, welcher der ZSZ vorliegt.

Wohn- und Gaststätte

Hussong wird nächstes Jahr 63, am Herd wird er dannzumal 49 Jahre lang gestanden haben. Jetzt sei die Zeit gekommen, einen Moment innezuhalten und für Treue, Freundschaft und Wertschätzung zu danken, schreiben die Hussongs in dem Brief. In der verbleibenden Zeit wollen sie weiterhin «mit grosser Freude» für ihre Gäste da sein. Persönlich war der Sternekoch am Montag nicht erreichbar. Somit liess sich auch die Frage nicht beantworten, ob Hussong nach Uetikon zu neuen Ufern aufbricht oder den vorgezogenen Ruhestand anpeilt. Und auch nicht, ob der Wiesengrund ab April 2018 ein weiteres Restaurant in der Zürichseeregion wird, das von Wohnungen abgelöst wird. Die Liegenschaft liegt mitten im Uetiker Wohnquartier und gehört den Hussongs selber, die auch darin wohnen.

In der höchsten Kochliga

Hans-Peter Hussong gehört zu den besten Köchen der Schweiz. Er wird seit Jahren vom Gourmetführer «Gault Millau» mit 18 Punkten geführt. Damit spielt er in derselben Liga wie Rico Zandonella (Rico’s, Küsnacht), Laurent Eperon (Baur au Lac, Zürich) und Heiko Nieder (Dolder Grand, Zürich). Keine anderen Köche sind im Kanton Zürich vom «Gault Millau» besser bewertet worden als diese vier. Auch im Guide Michelin konnte sich Hussong im Verlauf seiner Karriere zwei Sterne erkochen. Aktuell ist er mit einem bewertet.

Wiesengrund-Klassiker wie die Schmorbratenravioli dürften in den nächsten elf Monaten begehrt sein. Vom 21. Mai bis 7. Juni macht die Wirtschaft Sommerferien. (zsz.ch)

Erstellt: 24.04.2017, 16:46 Uhr

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