Zumikon

Das «Rössli» in Zumikon stellt seinen Betrieb ein

Vor knapp drei Jahren sind neue Eigentümer angetreten, um den Gasthof Rössli in Zumikon auf Trab zu bringen. Doch damit ist Schluss: Der Betrieb des Restaurants wird per Ende Monat eingestellt – angeblich wegen Rechtsstreitigkeiten mit der früheren Wirtefamilie.

Wird geschlossen: Das Restaurant im Gasthof Rössli im Zentrum von Zumikon.

Wird geschlossen: Das Restaurant im Gasthof Rössli im Zentrum von Zumikon. Bild: Moritz Hager

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Das traditionsreiche «Rössli» im Dorfzentrum von Zumikon wird per Ende Februar geschlossen, der Restaurationsbetrieb eingestellt: Das teilte Dieter von Ziegler, Verwaltungsrat der Betriebsgesellschaft Garanova, mit, welcher der Gasthof gehört. Die Zukunft der meisten Mitarbeiter sei schon geregelt. Trotz der Schliessung des Restaurants soll der Saal weiterhin für Anlässe benutzt werden können. Das gilt auch für die sechs Gästezimmer, die vorerst wochen- oder monatsweise vermietet werden.

Das Ehepaar von Dieter und Esther von Ziegler hatte mit seiner Firmengruppe Azinova die Aktienmehrheit der Rössli-Betriebsgesellschaft im Juli 2015 von den damaligen Mehrheitsaktionären übernommen. Die Azinova mit Sitz in Murg ist unter anderem im Immobilien- und Gastrobereich tätig. Von den früheren Betreibern, zu denen das langjährige Wirtepaar Hans und Bea Büchi gehörte, blieb deren Sohn Dani Büchi als Mitbesitzer in der neuen Betriebsgesellschaft, mit einer Minderheit des Aktienkapitals.

Im Frühling 2016 gaben die von Zieglers die Übergabe der Restaurant-Führung an eine neues Team mit einem neuen Küchenchef bekannt – mit dem erklärten Ziel, das Lokal und die Gästezimmer zu modernisieren. Der Charakter des Rössli als Dorfbeiz und Treffpunkt von Vereinen sollte erhalten bleiben.

Mehrere Klagen hängig

Jetzt, knapp zwei Jahre später, stellt Dieter von Ziegler den Betrieb ein. Seine Begründung: Die Betriebsgesellschaft müsse sich seit zweieinhalb Jahren gegen mehr als ein halbes Dutzend Klagen vonseiten der Ex-Betreiber wehren. Dabei gehe es unter anderem um Forderungen in Millionenhöhe. Die Verfahren seien zum Teil noch hängig, und es könne lange dauern, bis sie abgeschlossen seien.

Unter diesen Umständen sei es nicht mehr möglich, so von Ziegler, den Gasthof zu führen und die geplante Weiterentwicklung umzusetzen. Es mache keinen Sinn mehr, weitere Investitionen zu tätigen. Die ständige Beschäftigung mit Klagen sei zudem sehr kostspielig und zeitintensiv – und habe auch das Personal verunsichert.

Wirtesohn noch beteiligt

Zur Frage, ob die Schliessung etwas mit einem schlechten Geschäftsgang zu tun habe, erklärte von Ziegler, dass auch das operative Geschäft unter den Klagen leide: «Das ist emotional und finanziell belastend und wirkt sich auf die Motivation aus.» Es sei auch zu Verlusten gekommen, erklärte er, «aus verschiedensten Gründen».

Tatsache ist, dass der Sohn des früheren Rössli-Wirtepaars nach wie vor Minderheitsaktionär der Betriebsgesellschaft ist. Sein Anteil beläuft sich laut von Ziegler auf acht Prozent. Eine Stellungnahme dazu war von Büchi auf Anfrage bislang ebenso wenig erhältlich wie zu den Rechtstreitigkeiten.

Zukunft bleibt offen

Doch wie geht es nun weiter? Wird das «Rössli» allenfalls wieder verkauft? «Das ist eine gute Frage», teilte von Ziegler mit, «wir prüfen verschiedene Optionen.» Die laufenden Streitigkeiten seien «natürlich hinderlich». Die Zukunft des Gasthofs bleibt also offen.

Für den Zumiker Gemeindepräsidenten Jürg Eberhard (FDP) wäre es «ein herber Verlust» für die Gemeinde, wenn das «Rössli» definitiv schliessen würde. Zu den rechtlichen Auseinandersetzungen könne sich die Gemeinde aber nicht äussern, erklärte Eberhard. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.02.2018, 15:19 Uhr

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