Männedorf

Das neue Gesicht der Männedörfler Reformierten

Lida Panov ist seit kurzem die neue Pfarrerin der reformierten Kirchgemeinde Männedorf. Für ihre Doktorarbeit verbrachte die 32-jährige Theologin einige Jahre in Israel.

Die neue Pfarrerin Lida Panov im Raum der Stille, wo sie manchmal auch mit ihren Konfirmanden singt und betet.

Die neue Pfarrerin Lida Panov im Raum der Stille, wo sie manchmal auch mit ihren Konfirmanden singt und betet. Bild: Sabine Rock

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Schon als junge Erwachsene wusste Lida Panov, dass sie Theologin werden wollte. «Mir war klar, dass ich diesen Weg gehen wollte», erzählt sie in ihrem Büro im reformierten Kirchgemeindehaus von Männedorf. Ihr Interesse habe schon immer den geistlichen Denkern wie einem Karl Barth gegolten. «Ich wollte erfahren, was sie gesagt haben und wie sie die Menschen und die Geschichte beeinflusst haben.»

Vor einem sitzt eine gepflegt aussehende Frau in einem rosaroten Wolljäckchen mit flauschigem Kragen und glockigem schwarzen Jupe, die als Theologin bereits den Doktortitel in der Tasche hat. Im Gespräch wirkt die neue und jüngste Pfarrerin im Dreiergremium der Reformierten etwas schüchtern, überdenkt ihre Antworten sorgfältig, bevor sie spricht. Die Mutter einer bald dreijährigen Tochter, die mit ihrer Familie in Uetikon wohnt, feiert im Januar ihren 33. Geburtstag.

Die biblischen Orte bereist

Die Stelle als reformierte Pfarrerin in Männedorf, die sie mit einem 50-Prozent-Pensum angetreten hat, ist zugleich Lida Panovs erste Anstellung als Seelsorgerin. Davor absolvierte die im sanktgallischen Wil Aufgewachsene das einjährige Vikariat in Meilen.

Nach dem Theologiestudium, während dem Lida Panov ein Jahr in Jerusalem verbrachte, entschied sie sich, eine Doktorarbeit im Fachbereich Altes Testament zum Thema «Innerbiblische Schriftauslegung im Jesajabuch» zu schreiben. Die 300-seitige Arbeit wird derzeit im Theologischen Verlag Zürich gedruckt und kommt demnächst heraus. Für diese Forschung am Jesajabuch verschaffte ihr Doktorvater ihr den Zugang zum Archäologischen Department der Universität in Tel Aviv, weshalb sie für weitere zweieinhalb Jahre nach Israel zog.

 «Es geht darum, Hoffnung ins Leben der Menschen zu bringen.»Lida Panov

Lida Panov ging es zudem darum, zu verstehen, wie und wo die Texte entstanden sind und wie sie die Nachwelt beeinflusst haben. Dazu hat sie das ganze Land bereist. «Ich kenne alle Orte aus der Bibel wie Megiddo oder Hebron», erzählt sie. Zudem hat sie auch das Judentum, wie sie bekennt, begeistert, hat sie doch auch ihren Mann in Israel kennengelernt.

Zwischen liberal und evangelikal

Für ihre Arbeit als Pfarrerin kommt Panov ihre intellektuelle Erfahrung zugute, wie ein Bibeltext auszulegen ist. Auf ihren Glauben und ihre Botschaften angesprochen meint sie: «Es geht darum, Hoffnung ins Leben der Menschen zu bringen.» Denn sie ist sehr am Leben der anderen interessiert. Von sich sagt sie, ihr Glaube gründe tief.

Dennoch stellt sie ihre Position klar: Sie stehe eigentlich in der Mitte zwischen liberal und evangelikal und lege dabei keine aufdringliche Frömmigkeit an den Tag. Eher schaut die neue Pfarrerin, dass sie das spirituelle Interesse im Gegenüber wecken könne, ohne ständig aufs Beten oder Gott hinzuweisen.

So liebt Lida Panov sowohl die Gottesdienste als auch den Unterricht mit Konfirmanden. Nach ihrer Wahl am 9. September folgte am 28. Oktober ihr erster Gottesdienst in der Gemeinde als eingesetzte Pfarrerin.

Im Raum der Stille mit den Konfirmanden

Seit August betreut sie auch die 18 Konfirmanden. «Diese Arbeit ist eine grosse Freude, aber auch mit Aufwand verbunden», nickt sie und zeigt auf einen dicken Ordner im Büchergestell, doch sie spüre, wie es den Jugendlichen gefalle. Etwa, als sie sich Gedanken zur eigenen Identität oder zum Glauben machen mussten. Manchmal gehe sie mit ihnen in den Raum der Stille, um zu singen und zu beten, was die Konfirmanden positiv aufgenommen hätten. Dabei begibt sie sich als relativ junge Lehrperson nicht auf das Niveau der 16-Jährigen, um sich anzubiedern, «sondern ich bleibe mich selber». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.01.2019, 15:01 Uhr

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