Pfannenstiel

Das Bangen um die Loipen beginnt

Seit Jahresbeginn ist die Loipe zwischen der Guldenen und dem Pfannenstiel, die Paradestrecke für Langläufer vom rechten Zürichsee-Ufer, geöffnet. Am Wochenende aber droht Ungemach.

Das Langlaufgebiet Guldenen-Pfannenstiel umfasst gut 30 Kilometer.

Das Langlaufgebiet Guldenen-Pfannenstiel umfasst gut 30 Kilometer. Bild: Moritz Hager

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Wer die Nummer des Loipen-Telefons der Zürcher Kantonalbank wählt, hört ab Band den Zustandsbericht sämtlicher Loipen am rechten Zürichseeufer. Dieses erstreckt sich über 30 Kilometer von der Guldenen unterhalb des Pfannenstiels bis nach Hombrechtikon.

Im Bulletin vom Donnerstagmorgen heisst es: Die Schlaufen in der Guldenen über 6 Kilometer im klassischen und im Skating-Still seien in gutem Zustand. Zu wenig Schnee hat es derweil auf der Verbindung Pfannenstiel in Richtung Oetwil und Hombrechtikon. Dieser Satz erstaunt nicht weiter. Dass die ganze Strecke über 30 Kilometer von Guldenen nach Hombrechtikon schneesicher ist, kommt eher selten vor. Vor vier Jahren war dies zuletzt der Fall, als zu Beginn der Sportferien Prachtswetter und viel Schnee ein Wintermärchen schrieben.

Der Wetterbericht von diesem Morgen lässt vermuten, dass der Run auf die Pisten in der Guldenen an diesem Tag wohl ausbleiben würde. Ein Augenschein um die Mittagszeit bestätigt die Vermutung, zumal es jetzt noch leicht zu regnen begonnen hat. Von weitem sind nur zwei, drei Silhouetten erkennbar. Dem Bewegungsablauf her handelt es sich tatsächlich um Langläufer. Die Farben ihrer Sportkleider kontrastieren zum weiten Weiss. Gerade bei Start und Ziel auf 772 Meter über Meer angekommen ist Claudia Hauser. «Ich bin in dieser Woche bereits das dritte Mal auf den Langlaufski», erzählt die Herrlibergerin. Es sei einfach toll, sich in diesem wunderbaren Stück Natur sportlich zu betätigen. «Vor drei Tagen, als die Sonne schien, wimmelte es hier von Leuten.»

Landwirt als Loipenbauer

Robert Rupp und Bastian Heisse haben ihre Mittagspause für ein paar Runden Langlauf genutzt. Beide loben den ausserordentlich guten Zustand der Loipen. Dann geht es auch schon zurück an die Arbeit.

Das Lob der beiden Langläufer geht an This Menzi. Der ins Pensionsalter gekommene Landwirt hat die Pacht des stattlichen Bauernhofs Vorder Guldenen an seinen Sohn Urs abgetreten, aber die Langlaufpisten präpariert er noch immer selber. Menzi tut dies seit mehr als 30 Jahren. Er erinnert sich noch gut an die Anfangszeiten, als der Skiklub Alpina Männedorf/Stäfa Ende der 1960-er Jahre in der Guldenen erste Spuren zog. «Ich war damals noch mit einem Schneetöff unterwegs.» Mittlerweile verfüge er über ein Pistenfahrzeug. «Wir konnten in diesem Jahr früh loslegen», erzählt Menzi . «Die Guldenen-Schlaufe ist jetzt seit fünf Wochen in Betrieb.» Zuletzt habe er noch alle zwei, drei Tage mit der Fräse die Spur der schmalen Loipe für das Langlaufen in der klassischen Technik nachziehen müssen.

Von ZKB gesponsert

Allgemein lässt sich sagen, das Gebiet zwischen Guldenen und Pfannenstiel ist für das rechte Ufer das, was für das linke Ufer die Zimmerberg-Loipe in Schönenberg und Hirzel ist. Mit dem Unterschied, dass die Guldenen und Umgebung seit Ende der 1970-Jahre von der Zürcher Kantonalbank gesponsert wird und nicht wie die Zimmerberg-Loipe von der öffentlichen Hand lebt.

Nun droht wohl beiden Pisten Ungemach. Am Wochenende sollen die Temperaturen gemäss den Wetterprognosen markant steigen, und es soll weiter regnen, was den Zustand der Loipen beeinträchtigen könnte. «Wasserlachen wären unschön», sagt This Menzi. «Falls es in den Nächten unter Null bleibt, wäre der Schaden jedoch nicht so gross.» Es darf also gehofft werden.

Erstellt: 08.02.2019, 16:36 Uhr

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