Erlenbach

CVP-Gemeinderätin in Erlenbach nach zwei Amtsdauern abgewählt

Die Erlenbacher Stimmberechtigten haben Nicole Lauener (CVP) nicht mehr in den Gemeinderat gewählt. Martin Dippon, Philipp Weckherlin (beide FDP) und Philippe Zehnder (parteilos) schafften dagegen alle den Einzug in die Behörde.

Nicole Lauener (CVP) lief am Sonntag am Zürich Marathon mit – und wurde in Erlenbach als Gemeinderätin abgewählt.

Nicole Lauener (CVP) lief am Sonntag am Zürich Marathon mit – und wurde in Erlenbach als Gemeinderätin abgewählt. Bild: David Baer

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Sie kann es sich nicht erklären. Nicole Lauener (CVP) erhielt zu wenig Stimmen für die Wiederwahl in den Erlenbacher Gemeinderat. Sie blieb zwar über dem ­absoluten Mehr, schied aber als überzählig aus. Dass sie von den zwei neuen FDP-Kandidaten Philipp Weckherlin und Martin Dippon überflügelt wurde, kam nicht unbedingt überraschend, denn die FDP ist in Erlenbach die wählerstärkste Partei. Aber auch Politneuling Philippe Zehnder erhielt deutlich mehr Stimmen als die CVP-Frau, die 2010 in den Gemeinderat gewählt wurde.

«Das ist eine riesige Enttäuschung für mich», sagte Lauener zu ihrer Abwahl. «Es braucht nun wohl einen Moment, bis sich das gesetzt hat.» Sie hat keine Skandale geliefert, ist sich keiner Fehler bewusst. Ein Warnsignal hätte allenfalls das Ergebnis der Kampfwahl ums Gemeindepräsidium vor vier Jahren sein können. Lauener unterlag Sascha Patak (FDP) mit 339 zu 1105 Stimmen. Jetzt gelang der immer sehr geradlinigen CVP-Frau nicht einmal mehr die Wahl in den Gemeinderat.

Selber überrascht

Er verstehe, dass das Wahlergebnis nicht für alle angenehm sei, sagt der neu gewählte Parteilose Philipp Zehnder, der sich als «absoluter Neueinsteiger in die Politik» bezeichnet und vom Wahlergebnis selber auch überrascht ist. Er sei davon ausgegangen, dass sich um die zwei frei werdenden Sitze vor allem ein Kampf unter den drei neuen Bewerbern ergeben würde. Jetzt ist er zusammen mit den ebenfalls erstmals kandidierenden Dippon und Weckherlin gewählt.

Zehnders Standpunkte sind teils bürgerlich, teils grünliberal. Trotz wenig aufwendigem Wahlkampf hat er offenbar viele angesprochen. Die Parteifarbe spiele in der Gemeinde wohl nicht die grösste Rolle, sagt er. «Man sieht ja einem Trottoir nicht an, ob ein FDP- oder ein SVP-Gemeinderat für den Bau zuständig war.»

Diese Ansicht wird gestützt vom Ergebnis des Parteilosen Jens Menzi (bisher), der hinter Gemeindepräsident Patak das zweitbeste Ergebnis erzielte. Glatt wiedergewählt wurde auch Peter Keller (CVP). Die Stimmbeteiligung betrug 30,8 Prozent.

Die parteilose Lotti Grubenmann schaffte die Wiederwahl als Schulpflegepräsidentin und damit in den Gemeinderat problemlos. Die weiteren sechs Mitglieder der neuen Schulpflege sind Corinne Boppart (parteilos, bisher), Tabea Giger (parteilos, neu), Nicole Flückiger (CVP, bisher), Silvano Matthaei (CVP, bisher), Katharina Paul-König (FDP, neu) und Simon Tremp (parteilos, bisher). Das absolute Mehr erreichte auch Dietmar Eglseder (Rotgrün Plus, neu), er ist aber als überzählig nicht gewählt. Das absolute Mehr verpasst hat Regula Gut von Keitz (FDP, neu).

Erstellt: 23.04.2018, 09:19 Uhr

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