Küsnacht

Bunte Kunst soll grauen Parkplatz beleben

Ein Kunst-Komitee ruft in Küsnacht dazu auf, die Betonblöcke auf dem Parkplatz beim Bahnhof zu verschönern. Der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt.

Kristine Schweiwiller und Christoph Krähenmann hätten es auf dem Parkplatz gerne farbiger.

Kristine Schweiwiller und Christoph Krähenmann hätten es auf dem Parkplatz gerne farbiger. Bild: Michael Trost

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21 Betonklötze stehen in Küsnacht auf dem Parkplatz oberhalb des Bahnhofs und haben derzeit nur eine Funktion: Sie schaffen eine physische Ordnung, indem sie die Parkfelder aufteilen. Damit hat es sich, denn schön anzusehen sind die Blöcke nicht.

Nachdem zwei Vorlagen für eine Überbauung des Parkplatzes vor zwei Jahren gescheitert sind, herrschte Katerstimmung, wenn es um das Areal ging. Nach dem doppelten Nein war klar: Der graue Parkplatz wird wohl noch eine Weile grau bleiben.

Doch Kristine Scheiwiller will sich damit nicht zufrieden geben: Ihr schwebt vor, dem Dorf mit einem künstlerischen Impuls wieder Beine zu machen. Mit ihrer Idee holte sie den Goldschmied Christoph Krähenmann und den Künstler Andreas Biank mit ins Boot.

Vier Meter Möglichkeiten

Die drei Küsnachter haben einen Kunstwettbewerb gestartet, mit dem sie den gemeindeeigenen Parkplatz verschönern wollen. Mit Flyern machen sie Werbung dafür. Jeder, der eine Idee hat, wie er einen der 19 vier Meter und zwei Meter langen Blöcke kreativ gestalten kann, ist aufgerufen, sich beim Komitee zu melden. Eingeladen sind alle – ob Künstler oder nicht, ist egal.

Der Kreativität sind nur wenige Grenzen gesetzt. So darf das Kunstwerk nicht höher als 80 Zentimeter werden und es sollte sich auf den Betonblock beschränken. «Schön wäre, wenn die Form des Blocks einbezogen wird», sagt Krähenmann. «Zum Beispiel könnte ein aufgemaltes Tier um die Ecke schauen.» Wer Lust hat, kann den Quader auch mit einem Fell überziehen, es in Holz einkleiden, oder mit Farbe in einen Zug verwandeln – Möglichkeiten gibt es viele.

Weil der Parkplatzbetrieb während der Umgestaltung nicht tangiert werden darf und immer nur das jeweilige Parkfeld abgesperrt wird, sind nur Erwachsene zur Aktion aufgerufen. Mit Kindern wäre es laut dem Komitee zu gefährlich, wenn gleichzeitig Autos herumkurven. Die Sicherheit gehe vor, sagen die Initianten.

Impuls für Küsnacht

Bis Mitte August können Vorschläge eingereicht werden. «Ich habe bereits mündliche Zusagen», sagt Kristine Scheiwiller. Auch bei Krähenmann sind mündlich Ideen eingetroffen. Von Mitte August bis Ende September wird die Aktion umgesetzt. Ende September wird die Siegerin oder der Sieger des Wettbewerbs erkoren. Die Bestplatzierten werden mit Preisen geehrt.

Mit dem Wettbewerb will das Kunst-Komitee aufzeigen, was im öffentlichen Raum möglich ist. Die Aktion soll zum Schmunzeln anregen.

«Ich habe bereits mündliche Zusagen»Kristine Schweiwiller, Initiantin des Projekts

Nicht zum Schmunzeln zumute, wenn sie an den Platz dachten, war es einigen Bürgern vor zwei Jahren. Zwei Vorlagen für den Parkplatz beim Bahnhof Küsnacht sind 2017 an der Urne gescheitert. Der Gemeinderat hatte Pläne für eine Zentrumsentwicklung mit zwei Gebäuden, einem Platz und einer Tiefgarage. Eine Gegeninitiative forderte den Bau eines Parkdecks. Beide Vorschläge scheiterten vor allem wegen der zu hohen Kosten, die kritisiert wurden.

Migros hat Interesse am Grundstück

Inzwischen bekundet die Genossenschaft Migros Zürich Interesse am Areal, schrieb der Gemeinderat im Juni in einer Mitteilung. Der Platz in der derzeitigen Filiale an der Ecke der Zürichstrasse und der Oberwachtstrasse wird dem Grossverteiler allmählich zu eng.

«Die Migros könnte sich vorstellen, an dem zentralen Standort eine neue und grössere Filiale zu erstellen und dies mit dem Bedürfnis von Parkplätzen für das lokale Gewerbe und die Bahnkunden zu kombinieren», hiess es in der Mitteilung. Sie hat deshalb bei der Gemeinde Interesse angemeldet, das Grundstück im Baurecht zu übernehmen, um ein entsprechendes Projekt zu planen und zu realisieren.

Den Interessen des Kunst-Komitees sollten die Pläne der Migros und der Gemeinde nicht in die Quere kommen. «Bis beim Bahnhof gebaut wird, vergehen mindestens vier Jahre», sagt Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) auf Anfrage. Seitens des Gemeinderats haben die drei Initianten nach mehreren Gesprächen grünes Licht erhalten. Gemäss dem Komitee sollten die Werke nicht ewig erhalten bleiben. Bevor die Bagger auffahren, muss ein Projekt der Migros ohnehin zuerst noch von den Stimmbürgern abgesegnet werden.

Ideen für die Gestaltung eines Betonblocks an: kunstkomitee@gmail.com

Erstellt: 22.07.2019, 16:07 Uhr

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