Männedorf

Breite Unterstützung für Auslagerung des Altersheims

Im Februar stimmen die Männedörfler an der Urne über die Auslagerung des Alterszentrums Allmendhof in eine Aktiengesellschaft ab. Die Parteien stehen der Vorlage grundsätzlich positiv gegenüber.

Das Alters- und Pflegeheim Allmendhof soll künftig als gemeinnützige ­Aktiengesellschaft betrieben werden.

Das Alters- und Pflegeheim Allmendhof soll künftig als gemeinnützige ­Aktiengesellschaft betrieben werden. Bild: Archiv ZSZ

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Die Auslagerung des Alters- und Pflegeheims Allmendhof in Männedorf in eine Aktiengesellschaft scheint auf der Zielgerade zu sein. Die vorberatende Gemeindeversammlung empfahl im Oktober das Geschäft zur Annahme und auch die Parteien unterstützen die Vorlage, die am 10. Februar zur Abstimmung kommt grösstenteils. Die SVP sei immer für die Vorlage eingetreten und werde das auch weiterhin tun, erklärt Interimspräsident und Gemeinderat Thomas Lüthi. Die FDP Männedorf unterstützt das Projekt ebenfalls.

Die CVP sei im grossen und ganzen mit dem Projekt einverstanden, sagt Parteipräsident und Kantonsrat Lorenz Schmid. Die Partei hatte in der Vergangenheit Bedenken, was die Zukunft des Personals angeht. So brachte Schmid an der vorberatenden Gemeindeversammlung einen Antrag ein, die Lohn- und Anstellungsbedingungen für die nächsten drei Jahre nicht zu ändern. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt.

SP macht sich Sorgen

In der Verordnung über die im Februar abgestimmt wird, ist nun aber festgehalten, dass die Arbeitsbedingungen gleich bleiben. Eine fixe Zeitdauer wurde laut Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger jedoch nicht festgelegt. Die SP macht sich in ihrer Stellungnahme zur Vorlage allerdings Sorgen, dass ein allfälliger Kostendruck zu Einsparungen beim Personal führen könnte. Aus diesem Grund hat die Partei Stimmfreigabe beschlossen, obwohl sie das Projekt grundsätzlich positiv einschätzt.

Die Mitarbeitenden der künftigen Zentrum Allmendhof AG sollen auch weiterhin bei der Pensionskasse der Gemeinde Männedorf versichert bleiben. Dies sei vom Personal ausdrücklich so gewünscht worden, erklärt Nadine Krämer, Leiterin der Abteilung Gesellschaft. Zudem verliere die Pensionskasse so nicht auf einen Schlag zahlreiche Versicherte, was zu einer finanziellen Schieflage hätte führen können.

Über Jahre defizitär

Die Gründung einer AG soll es ermöglichen, das Alters- und Pflegeheim künftig effizienter zu führen. Bis anhin war das Heim an die Verwaltung angegliedert. «Der Verwaltungsrat wird dem Allmendhof im Gegensatz zum Gemeinderat seine volle Aufmerksamkeit widmen können», meint Gemeindeschreiber Rothenberger.

Über viele Jahre hinweg war der Allmendhof defizitär. Nach einer Anschubfinanzierung muss sich die Gesellschaft künftig selbst tragen. Wenn die AG spätestens im Herbst gegründet wird, erhält sie eine Bareinlage von 1.5 Millionen Franken von der Gemeinde. Ab 2020 soll die AG dann die Geschäfte übernehmen und das Aktienkapital im Laufe des ersten Halbjahres auf 10 Millionen Franken erhöht werden. Dazu gehören maximal 5.5 Millionen Franken in Bareinlagen, sowie die Gebäude und die Grundstücke des Allmendhofs, die auf die AG überschrieben werden sollen. Die Abgabe der Grundstücke wird von der SP Männedorf kritisiert.

Für den Neubau wird sich die AG Fremdkapital bei Banken, Versicherungen oder Pensionskassen beschaffen müssen.

Wenn nötig würde die Gemeinde die AG während längstens zehn Jahren mit zusätzlichen Mitteln unterstützen. Für den Neubau, der aufgrund des Alters des Allmendhofs nötig ist, wird sich die AG Fremdkapital bei Banken, Versicherungen oder Pensionskassen beschaffen müssen.

Für die SP Männedorf bleibt allerdings offen, wer, wenn nicht die Gemeinde bei einem allfälligen Scheitern der AG das Defizit tragen wird. «Der Gemeinderat und der Verwaltungsrat werden in engem Austausch stehen», sagt Rothenberger dazu. Dadurch würden allfällige negative Tendenzen frühzeitig erkennbar und Kurskorrekturen möglich.

Mitsprache bei Verkauf

Die Gemeinde Männedorf würde die alleinige Aktionärin der neuen Gesellschaft sein. In der Anpassung der Gemeindeordnung, die aufgrund der Auslagerung nötig ist, wird ein allfälliger Aktienverkauf detailliert geregelt. Wenn die Aktienmehrheit verkauft werden soll, dürfen die Männedörfler darüber abstimmen. «Das ist ein Sicherheitsmechanismus für das Mitspracherecht der Bevölkerung», meint Rothenberger.

Die Exekutive macht dem Verwaltungsrat in einer Eignerstrategie Vorgaben. So soll die AG allfällige Gewinne nicht an die Gemeinde ausschütten, sondern wieder ins Heim investieren. CVP Präsident Lorenz Schmid lobt die Strategie: «Sie ist finanziell vernünftig und mutig, da sie den assistierten Suizid erlaubt.» Er hätte sich aber noch Vorgaben zur Zusammenarbeit mit anderen Pflegeinstitutionen gewünscht.

Erstellt: 23.01.2019, 18:02 Uhr

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