Zürichsee

Bootsfahrer müssen sich vor Schwemmholz hüten

Starke Regenfälle spülen Treibgut in den See. Für die Bootsfahrer heisst das, noch besser aufzupassen und das Tempo zu verringern. Sonst setzen sie ihr Schiff aufs Spiel.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schwemmholz ist wie ein Eisberg: Man sieht nur einen Bruchteil auf der Wasseroberfläche. Schon winzige Wellen deckt es vollständig ab. Je länger dicke Äste und ganze Baumstämme im Zürichsee treiben, desto vollgesogener sind sie und entsprechend weniger ragen sie aus dem Wasser. Solches Treibgut gehört zu den tückischsten Gefahren für Motorbootfahrer und Segler. Es kann Boote ins Verderben schicken indem die massiven Hindernisse bei der Kollision den Rumpf beschädigen.

Besondere Vorsicht ist in diesen Tagen geboten. Heftigen Regenfällen und Gewitterstürmen der vergangenen Tage ist nämlich der aktuelle Schub an Schwemmholz zu verdanken, das im Zürichsee dümpelt.

Die Wasserrettung der Feuerwehr Rapperswil-Jona hat am Wochenende knapp vor dem Seedamm-Durchgang grosse Mengen aus dem Obersee geborgen, wie Patrick Dobler von der Sicherheitsverwaltung der Stadt und selbst Mitglied der Feuerwehr und Wasserretttung erklärt. «Eine Privatperson hat uns am Sonntag per Telefon 118 alarmiert, dass er viel Holz im See treiben sieht. Unsere Leute haben es in einem zweieinhalbstündigen Einsatz geborgen.» Am Schluss türmte sich ein Berg von grossen Stücken am Schiffsteg.

Der Seepolizei melden

«So viel Holz aufs Mal wie an diesem Sonntag sammelt die Wasserrettung selten ein», sagt Dobler. Vor allem auf der Höhe der Badi Stampf wurde ungewöhnlich viel Treibgut aus dem Wasser gefischt, weshalb die Jona als Zubringer am ehesten verantwortlich für dieses Schwemmholz scheint. Aber auch der Linth-Escher-Kanal spült immer wieder Äste und Baumstämme aus dem Glarnerland in den Obersee und von dort weiter in den Zürichsee.

Die Seepolizei erinnert, dass Schwemmholz und Treibgut im Zürichsee unabhängig vom Wetter immer möglich sei, wenn auch nicht in grossen Mengen. Deshalb empfiehlt sie, stets vorausschauend zu fahren. Die Geschwindigkeit des Boots sei so anzupassen, dass in jedem Fall einem schwimmenden Hindernis ausgewichen werden könne.

Eine Pflicht, Treibgut an Bord zu nehmen, gibt es nicht. Allerdings gehört es zum guten Benehmen von Freizeitkapitänen, vereinzelte Holzteile und Äste aus dem Wasser zu fischen. Grössere Stücke oder Ansammlungen sollten mit genauer Angabe des Fundorts der Seepolizei (044 722 58 00) gemeldet werden.

Erstellt: 19.08.2019, 16:49 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles